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02.07.2014

09:05 Uhr

Leit-Artikel Netatmo NWS01

Wenn die Wetterstation das Wohnzimmer kühlt

VonChristof Kerkmann

Es ist das ideale Werkzeug für den Smalltalk: Die Wetterstation von Netatmo misst Temperatur, Luftfeuchtigkeit und CO2-Gehalt in der Luft. Ihr Potenzial zeigt sie aber erst, wenn man sie mit anderen Geräten vernetzt.

Das Wetter jederzeit im Blick: Die Station von Netatmo funkt Temperatur und Luftfeuchtigkeit aufs Tablet oder Smartphone.

Das Wetter jederzeit im Blick: Die Station von Netatmo funkt Temperatur und Luftfeuchtigkeit aufs Tablet oder Smartphone.

Müsste man das Arbeitszimmer mal wieder lüften? Wird es heiß heute? Und brauchen die Balkonblumen Wasser? All diese Fragen soll eine Wetterstation beantworten: Die französische Firma NetAtmo hat ein Gerät entwickelt, das neben Temperatur und Luftfeuchtigkeit auch das CO2 in der Luft misst und mit einer Erweiterung auch den Niederschlag draußen protokolliert. Das Gerät ist schon seit dem vergangenen Jahr auf dem Markt, sein volles Potenzial deutet es jedoch erst jetzt an: Dank einer Software lässt es sich jetzt programmieren und kann etwa den Raum anheizen lassen, wenn es zu kalt wird. Spielerei oder sinnvoll?

Wie eine Wetterstation sieht das Gerät des französischen Herstellers nicht aus, eher wie eine modernistisch-kühle Dekoration. Innen- und Außensensor sind Zylinder aus gebürstetem Aluminium mit einem länglichen Schlitz in der Mitte, der in verschiedenen leuchtenden Farben Signale gibt. Auf ein Display, das Temperatur und Wetter anzeigt, haben die Designer der französischen Firma verzichtet, die Daten schickt die Station auf das Smartphone oder den Tablet-Computer. Der Vorteil: keine unübersichtlichen Datenkolonnen auf dem Gerät. Der Nachteil: Ohne Smartphone geht gar nichts.

Die Wetterstation Netatmo in Kürze

Worum handelt es sich?

Eine digitale Wetterstation, die neben der Temperatur auch Luftdruck, CO2-Gehalt und Lärm misst. Die Daten lassen sich nicht an der Station ablesen, sondern werden aufs Smartphone gefunkt.

Was sagt die Werbung?

Erstes Versprechen: „Messen Sie Ihre Umwelt und reagieren Sie schneller.“ Zweites Versprechen: „Verbessern Sie auch Ihr Wohlbefinden in Innenräumen.“

Was ist in der Verpackung?

Im Karton finden sich zum einen das Innenmodul samt USB-Kabel und -Adapter, zum anderen das Außenmodul samt zwei Batterie und einem Montageset für die Installation an der Wand.

Was ist gelungen?

Die Einrichtung geht schnell von der Hand, die App bietet viele Informationen auf einen Blick. Der Hersteller erlaubt, die Daten in den Automatisierungsdienst If This Then That (IFTTT) einzuspeisen – ein Pluspunkt für Geeks und Bastler.

Was ist nicht so gelungen?

Am Gerät selbst ist kein Display – ohne Smartphone oder Tablet geht nichts. Nicht störend, aber wenig nützlich ist die Lärmmessung. Bevor die App warnt, bemerkt man, dass es zu laut ist.

Wie viel kostet es?

Das Paket mit einer Innen- und einer Außenstation kostet 169 Euro, zusätzliche Sensoren schlagen mit jeweils 69 Euro zu Buche.

Ist es empfehlenswert?

Wer über die Wetterdaten genau Buch führen will, Spaß an der Heimvernetzung hat und nicht aufs Geld gucken muss, ist mit diesem Gerät bestens bedient. Wer einfach Innen- und Außentemperatur wissen möchte, bekommt einfache Thermometer deutlich billiger.

Design und Technik haben ihren Preis. Rund 170 Euro werden für das Standardpaket mit Innen- und Außensensor fällig, weitere Module (etwa für andere Räume) kosten jeweils 69 Euro extra. Seit kurzem gibt es außerdem einen Regenmesser, der die Niederschlagsmenge protokolliert. Preis: ebenfalls 69 Euro. Ein einfaches Thermometer mit Innen- und Außensensor gibt es bereits für 20 Euro.

Einrichtung dauert keine zehn Minuten

Die Anleitung ist kurz und spartanisch gehalten, aber die Installation ist auch simpel. Erst versorgt man die Innenstation mit Strom, dann lädt man die App herunter. Für die batteriebetriebene Außenstation sollte man ein trockenes Plätzchen suchen, sonst werden die Messergebnisse verzerrt.

Das Smartphone dient als Fernbedienung, um die Stationen einzurichten oder zusätzliche Module anzuschließen. Das funktioniert allerdings nur, wenn man ein WLAN-Netzwerk nutzen kann: Die Station lädt die Daten über den Router auf die Server des Unternehmens hoch, das Smartphone ruft sie dort ab. Wer sich die Auswertung lieber am PC anschaut, kann ein Programm kostenlos auf der Netatmo-Webseite herunterladen.

Die Netatmo-Station ist eine Mischung aus Thermometer, Wettervorhersage und Raumklimawächter. Denn die App zeigt verschiedene Werte an, die sich alle aufs Wohlbefinden auswirken: die Temperatur drinnen und draußen natürlich, aber auch Luftfeuchtigkeit und Luftdruck, außerdem CO2-Gehalt in der Luft und Laustärke. Die Messungen erfolgen alle fünf Minuten oder auf Anfrage mit einem Druck auf die Taste am Zylinder. Darüber hinaus lädt die App eine Wetterprognose aus dem Internet, die Informationen stammen vom Dienstleister Meteo Group.

Wie sinnvoll die Messungen sind, lesen Sie auf der nächsten Seite.

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