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19.06.2013

09:27 Uhr

Leit-Artikel Samsung Galaxy XCover 2

Kein Handy für Indiana Jones

VonSilke Heide

Wasser, Sand und Dreck können ihm wenig anhaben: Samsung preist das Galaxy Xcover 2 als modernes Outdoor-Handy an. Im Test zeigte sich aber, dass es einem anderen Gegner nicht gewachsen ist.

Das Auge isst mit: Die Promo-Verpackung des Test-Handys Samsung Galaxy Xcover 2 verspricht robuste Outdoor-Action. Doch nicht alle Marketing-Versprechen werden wahr.

Das Auge isst mit: Die Promo-Verpackung des Test-Handys Samsung Galaxy Xcover 2 verspricht robuste Outdoor-Action. Doch nicht alle Marketing-Versprechen werden wahr.

DüsseldorfUm es gleich vorweg zu sagen: Ich bin kein Handy-Aficionado. Für mich muss ein Mobiltelefon kein Status-Symbol sein und auch nicht die neuesten Technik-Features beherbergen. Ich möchte vor allem eins: ein robustes Gerät, das Stürze verzeiht, Staub und Sand widersteht, hin und wieder den Kontakt mit Wasser nicht übelnimmt und ansonsten standardmäßig seinen Dienst versieht. Das Samsung Galaxy Xcover 2 soll genau das sein, wird es doch als „Outdoor-Handy“ gepriesen. Die Verpackung lässt ja tatsächlich das Herz des Frischluft-Fanatikers und Hobby-Abenteurers höher schlagen.

Hier hat die Marketing-Abteilung von Samsung ganze Arbeit geleistet – Chapeau! Ein Umkarton der einen sofort an Abenteuer, Indiana Jones und Rallye Dakar denken lässt. Und auch im Inneren haben die cleveren Vermarkter die Emotionen des Käufers im Griff.

Was andere Tester über das Smartphone schreiben

Ausfall der Lautstärke-Schaltwippe

Beim Test von inside-handy.de funktionierte schon nach einem Testtag die Schaltwippe für die Lautstärke nicht mehr. Offenbar ist Sand oder Staub eingedrungen und hat die Mechanik verklemmt, denn die Wippe ließ sich nicht mehr bewegen.

Gutes Handling, nette Features

Connect lobt beim Testgerät, dass die Bedienung des Android-4.1.2-Modells wie bei allen Samsung-Smartphones der aktuellen Generation problemlos und selbsterklärend funktioniert. In puncto Individualisierung bietet die hauseigene Touchwiz-Oberfläche extrem viele Möglichkeiten, für manchen Geschmack aber schon zu viele.

Auch innen trocknen

Nach einem eigenen Test empfiehlt mobilegeeks.de, nach Tauchgängen die Rückseite des Smartphones abzunehmen und es dort trocken zu wischen. Durch die Abdeckungen von Kopfhörer-Eingang und mini-USB-Anschluß können kleinere Mengen Flüssigkeit eindringen.

Sauber halten

Den Touchscreen sauber und trocken zu halten, empfiehlt computerbase.de. Sämtliche Eingaben werden präzise erkannt und umgesetzt, so lange das Display nicht feucht ist. Denn wie auch schon beim Sony Xperia Z reagiert das Gerät unter solchen Umständen nicht mehr auf derartig ausgeführte Kommandos. Insgesamt arbeitet die Touch-Sensorik überzeugend.

Niedrige Auflösung

Spiegel Online moniert im Test, die schlechte Auflösung des Displays, die nur 800 x 480 Bildpunkte anzeigt und damit von der Qualität der hochauflösenden Retina-Displays, beispielsweise im iPhone 5, weit entfernt ist. Schlecht sieht es deshalb aber nicht aus, zeigt kräftige Farben und starke Kontraste. Nur Schriften fransen manchmal aus, Symbole wirken pixelig.

Eine Plastikdose mit Fischen aus ebensolchem Material lädt ein, das Mittelklasse-Smartphone baden gehen zu lassen. Eine mit feinem Sand gefüllte Tüte wartet darauf, Gesellschaft zu bekommen. Nur der aufblasbare Hammer, der sich als Keule herausstellt, lässt bereits ahnen: Hier geht es nicht wirklich um einen Härtetest, hier wird an den Spieltrieb des Mannes, Verzeihung, Menschen appelliert.

So sehr sich das Smartphone auch von Anfang an bemüht, seine harte Seite heraus zu kehren, im Ernstfall ist es weder etwas für den modernen Tarzan, der in seiner Freizeit seine Grenzen in der Natur auslotet, noch für Jack Bauer, den Helden der TV-Serie „24“, der außerhalb seiner Bürozeiten dringend ein schlag-, schuss- und schmutzresistentes Handy gebraucht hätte.

Von einem echten Outdoor-Handy hätte ich mir allerdings mehr Griffigkeit gewünscht. Zwar ist die Rückseite des Gerätes geriffelt, im Alltag erweist es sich leider dennoch als so glitschig wie ein Aal. Dafür scheint es das Versprechen von größerer Schlag und Sturzfestigkeit einzuhalten. Unzählige Male ist mir das Gerät aus der Jackentasche oder den behandschuhten Händen geglitten, was Display und Funktion nicht beeinträchtigt hat.

Ganz anders dagegen die Auswirkungen jeglicher Art von Sonnencremes (die ja vor allem von Outdoor-Sportlern ganz gerne benutzt werden). Das Display, ohnehin so gut oder schlecht bei heller Sonneneinstrahlung lesbar wie jedes „gewöhnliche“, verschmiert bis zur Unkenntlichkeit und funktioniert nicht mehr problemlos. Was Wasser, Sand und Dreck nicht schaffen, kriegt Schutzfaktor 30 prima hin.

Ach ja, mit Handschuhen lässt sich der Touchscreen des Xcover2 nicht bedienen. Was für mich als begeisterte Reiterin heißt: Erst aus den Handschuhen fummeln, dann versuchen das eingehende Gespräch anzunehmen, dann feststellen, dass ich mich besser nicht eingecremt hätte (und ich spreche nicht von zentimeterdickem Make-up, meine Herren!), dann den Anrufer zurückrufen. Meinen Provider hat die Testzeit bestimmt gefreut.

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