Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

01.05.2013

15:18 Uhr

„Leit-Artikel“ Solarlader Goal Zero

Das Klimaretterchen

VonChristof Kerkmann

„Energiewende zum Mitnehmen“? Das Solar-Ladegerät Switch 8 füllt den Smartphone-Akku, ohne dass Kohlendioxid und Kosten anfallen. Doch das hehre Vorhaben lässt sich in der Praxis oft kaum umsetzen, wie unser Test zeigt.

Sonnenfänger: das Solarladegerät Switch 8 von Goal Zero. Christof Kerkmann

Sonnenfänger: das Solarladegerät Switch 8 von Goal Zero.

DüsseldorfKlimaschutz ist nichts für Vergessliche. Zumindest wenn sie ihr Smartphone mit einem Solar-Ladegerät wie dem Switch 8 von Goal Zero betanken wollen. Damit der Stromspender einsatzbereit ist, wenn der Akku sich der Null-Prozent-Marke nähert, muss man ihn rechtzeitig in die Sonne legen. Aber lässt sich die charmante Idee, kostenlose und saubere Energie für Smartphone und MP3-Player selbst zu erzeugen, auch im Büroalltag umsetzen?

Das Gerät funktioniert im Prinzip wie eine Solaranlage auf dem Dach. Die Sonne fängt ein Paneel ein, das aufgefaltet die Größe eines Buches hat. Bis zu 3,5 Watt Leistung verspricht der Hersteller. Ein Akku in Zylinderform, der per Kabel angeschlossen wird, speichert die Energie. Bei prallem Sonnenschein ist er innerhalb von fünf bis zehn Stunden voll – dieser Wert variierte beim Test erheblich. Wenn es regnet, schadet es dem Gerät zumindest nicht, es ist nach Angaben des Herstellers wetterresistent.

Der Vorteil dieser Konstruktion: Den handlichen Speicher kann ich auch ohne das Solarpaneel bequem mitnehmen. So habe ich die Möglichkeit, MP3-Player, Handy oder Tablet später zu laden. Dafür schließe ich es einfach per USB-Kabel an. Innerhalb von einer Stunde ist das Smartphone wieder bei 100 Prozent – zumindest wenn der Akku genug Strom hergibt.

Wie viel Strom der Solarlader liefert

Handliches Ladegerät

Das Solarladegerät Switch 8 von Goal Zero fängt die Kraft der Sonne auf und speichert sie in einem Akku. So können Nutzer auch fernab einer Steckdose ihre Elektronikgeräte laden. Aber wie weit reicht die Kapazität? Hier einige Werte, die der Hersteller Goal Zero angibt.

MP3-Player

Mit einer vollen Akkuladung lässt sich ein typischer MP3-Player dreimal voll aufladen.

Einfaches Handy

Ein einfaches Handy, im Branchenjargon Feature Phone genannt, benötigt ähnlich viel Energie, es lässt sich mit einem gefüllten Switch-8-Akku ebenfalls dreimal laden.

Smartphone

Smartphones benötigen mehr Energie und haben deswegen einen größeren Akku. Der Speicher des Switch 8 reicht daher nur für zwei Ladungen.

E-Reader

Einen E-Reader wie das Kindle von Amazon füllt der Akku immerhin zur Hälfte.

Tablet-Computer

Wer einen Tablet-Computer laden will, sollte sich eine andere Stromquelle suchen: Eine volle Ladung des Switch 8 reicht gerade mal, um den Akku zu einem Viertel zu betanken.

Damit die Paneele überall Sonne einfangen können, haben sie an den Seiten Laschen, mit denen sie sich am Rucksack festschnallen oder an der Hauswand aufhängen lassen, sofern man ein Band oder einen Nagel zur Hand hat. Die handlichen Zellen passen aber auch unter den Griff meines Rucksacks, wo ich sie einfach einklemme.

Hersteller Goal Zero bewirbt sein Ladegerät als „Energiewende zum Mitnehmen“. Doch das in der Theorie so einfache Prinzip lässt sich für einen Büroarbeiter gar nicht so leicht in die Praxis umsetzen. Um den Akku zu füllen, muss ich die Paneele möglichst lange und möglichst direkt in die Sonne legen – am meinem glücklicherweise schattigen Arbeitsplatz im Büro ist das jedoch kaum möglich.

Auch wenn ich unterwegs bin, ist der Ladestand am Abend nicht viel höher. Nach einem sonnigen Märztag auf der Cebit, an dem ich auch einige Zeit draußen unterwegs bin, habe ich nicht genügend Strom, um mein ziemlich leeres iPhone wieder aufzutanken. Da bleibt nur, die Paneele rechtzeitig auf dem Balkon oder der Dachterrasse zu laden – wenn man dran denkt. Oder den Akku gleich per USB am Rechner aufzuladen. Das ist zwar nur klimafreundlich, wenn man Ökostrom bezieht, dafür aber sehr einfach.

Kommentare (6)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

01.05.2013, 15:33 Uhr

Super, die Herstellung und Transportation dieses Dinges hat x-mal mehr an Schadstoffen und Leid verursacht als es in 10 Jahren je durch in der Sonne rumliegen wettmachen könnte.

Account gelöscht!

01.05.2013, 15:42 Uhr

Der Mensch an sich ist blöde,
drum macht die Welt er öde.

Auch wenn er ein Grüner/in ist und sich einbildet, mehrere Eier des Kolumbus entdeckt zu haben.

Account gelöscht!

01.05.2013, 16:37 Uhr

lol, die Hersteller spinnen sich einen deutschen Markt zurecht.
Ich habe hier so ein ähnliches Teil und es funktioniert wunderbar, weil genug Sonnenstunden da sind, und man sowieso die meiste Zeit draußen verbringt, auch bei der Arbeit.
Den Lappi habe ich so gut wie nie am Hausnetz.
In Deutschland hätte ich mir das erst garnicht zugelegt, zuviel Schatten.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×