Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

27.08.2014

09:07 Uhr

Leit-Artikel Surface Pro 3

Frischzellenkur für den Windows-Dinosaurier

VonChristof Kerkmann

Aller guten Dinge sind? Genau: Mit seinem Surface Pro will Microsoft Tablet und Notebook vereinen. Das gelingt bei der dritten Version besser denn je. Trotzdem bleibt nach dem Test die Frage: Wer soll das Ding nutzen?

Handelsblatt Techniktest

Das Microsoft Surface Pro 3 im Test

Handelsblatt Techniktest: Das Microsoft Surface Pro 3 im Test

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Die Evolution hat die Dinosaurier von der Erde verschwinden lassen und Platz für die Säugetiere geschaffen, die Menschen inklusive (bis diese sich irgendwann selbst auslöschen). Diesen ewigen Prozess aus Veränderung und Auslese, Trial and Error, gibt es nicht nur bei Lebewesen – sondern auch Computern.

Die Echsen sind in diesem Fall die klassischen PCs. Smartphones und Tablet-Computer machen ihnen so viel Konkurrenz, dass einige Experten ihnen bereits die Ausrottung prophezeien. Zu früh – meint Microsoft. Der Software-Hersteller leugnet zwar nicht, dass die Welt sich verändert. Aber er geht davon aus, dass die Evolution den PC nicht verschwinden lässt, sondern nur verändert. Mit der dritten Version des Surface will er beweisen, dass er damit Recht hat. Morgen kommt das Gerät in Deutschland auf dem Markt.

Zur Erinnerung: Das Surface ist ein Tablet mit Windows, das dank einer Anstecktastatur ein Notebook ersetzen soll. Für den Windows-Konzern ist es ein Vorzeigeprodukt: Er will demonstrieren, wie er sich die neue Gerätekategorie vorstellt, und damit anderen Hardware-Herstellern Beispiel und Ansporn sein. (Wenn dabei nicht mehr ganz so viel Geld verloren geht wie in der Vergangenheit, schadet das allerdings auch nicht.) Bei der Entwicklung achtet Microsoft mehr auf die Ausstattung als auf den Preis – was erklärt, warum man mindestens 930 Euro, aber eher mehr zahlen muss (vgl. Info-Kasten).

Sieht aus wie ein Notebook: Das Surface Pro 3 lässt sich mit einer Anstecktastatur aufrüsten.

Sieht aus wie ein Notebook: Das Surface Pro 3 lässt sich mit einer Anstecktastatur aufrüsten.

Ganz klar: Das Surface Pro 3 soll am oberen Ende der Nahrungskette stehen. Im Vergleich zur vorherigen Generation hat sich das Surface Pro 3 an etlichen Punkten weiterentwickelt. Der Bildschirm ist auf zwölf Zoll gewachsen und nähert sich damit an das Format vieler leichter Notebooks an. Trotzdem ist das hochwertige silberne Magnesiumgehäuse etwas schlanker geworden und misst jetzt 0,9 Zentimeter bei 800 Gramm Gewicht. Ob das dick oder dünn, leicht oder schwer ist, hängt vom Vergleich ab. Im Vergleich zu den meisten Notebooks hat das Surface Pro 3 Modelmaße, neben dem iPad Air wirkt es aber etwas pummelig.

Schon die erste und zweite Generation des Surface überzeugten mit klasse Displays, auch das Surface Pro 3 enttäuscht nicht. Das Bild ist farbkräftig und leuchtstark, dank der Auflösung von 2160x1440 Pixeln ist es außerdem knackig scharf. Unter freiem Himmel spiegelt das Bild allerdings.

Auch an Prozessorleistung mangelt es nicht – je nachdem, wie viel Geld man denn investieren will. Grundsätzlich gilt aber: Das Surface Pro 3 kann alles, was auch ein gängiges Ultrabook kann. Auch die Akkulaufzeit ist vergleichbar, angesichts von sieben bis acht Stunden reicht sie mit etwas Umsicht für einen Arbeitstag, auch wenn andere Geräte mehr Ausdauer haben.

Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Peter Klose

27.08.2014, 11:08 Uhr

Der Anteil an PCs bei der Computernutzung im Büro dürfte immer noch stark gegen 100 Prozent tendieren.
Was aber mit sicherheit schon bald aussterben wird ist die Fixierung auf das Betriebssystem und damit verbunden die Möglichkeit zur Realisierung von Monopolgewinnen mit obszön hohen Milliarden beträgen und Umsatz-Gewinn-Quoten jenseits 30% wie sie sonst nur im Drogenhandel, der organisierten Kriminalität oder dem Waffenhandel möglich sind.
Beim neu vorgestellten Tablet stellt sich wirklich die Frage wozu das nutze sein soll. Zu groß und schwer um es einfach so mit sich herumzutragen, noch dazu zusätzlich zum smartphone, und zu umständlich und unkomfortabel um damit ernsthafte Büroarbeit zu verrichten.
Es dürfte somit tatsächlich das Ende der Fahnenstange darstellen wie Microsoft mit seinem Monopolwissen über die interne Struktur von Windows die alleinige Kontrolle hat, wer wie Software produzieren kann, die auf einem PC nutzbar ist.
Zur Erinnerung: ein Betriebssystem hat allein die Aufgabe einen Computer benutzbar zu machen, also alle Bestandteile zum funktionieren zu bringen und softwareprogramme damit ausführen zu können. Mehr nicht.
Microsoft hat damit einen Geldspeicher mit aktuell über 70.000.000.000 Talern allein an Bargeld angehäuft, daneben sieht der Goldspeicher von Dagobert Duck wie ein armseliges Sparschweinchen aus.
Dank unserer komplett unfähigen Bundesregierung mit drei schlechten Witzfiguren als sogenannte Internetministern kann aber Microsoft immer noch darauf setzen hier allein aus deutschen Amtsstuben nochmal Milliardenbeträge überwiesen zu bekommen beim erzwungenen Komplettersatz von allen PCs, die derzeit mit Windows XP robust, zuverlässig, vollständig bezahlt und mit geschulten Anwendern betrieben werden. Das dürften allein in Deutschland eine zweistellige Millionenanzahl an PCs sein, die zum Elektronikschrott erklärt werden.
Und die Politik? Schliesst Spielplätze und Kitas um die Milliarden für MS zusammenzubekommen.
Totalversager

Herr Fritz Tolas

27.08.2014, 14:37 Uhr

Ich habe das Gerät mal kurz getestet und bin schon beeindruckt. Der Nachteil aller Tabs und Pads ist doch der, dass man nicht damit arbeiten kann. Also eher nur zum Surfen, Spielen und Lesen geeignet.

Das Surface scheint von der Technik her dem Ipad zu entsprechen (Touch, Bedienbarkeit etc.). Das große Plus ist die PC-Funtionalität mit Dateisystem und dem Office-Paket. Insgesamt schon verlockend, wenn da nicht der Preis wäre.

Herr Ronny Michael

27.08.2014, 20:07 Uhr

Hmmmmm warum sollte man als Privatmensch denn noch so eine antiquierte Architektur nutzen?
Ok, sie ist aufgehübscht worden, aber es steckt immer noch reichlich Uraltcode drinnen,
das führt zu den bekannten Problemen, z.B. die nicht enden wollenden updates zur Virenabwehr. Dadurch wird das System immer träger und es macht schon nach 2-3 Jahren kein Spaß mehr. Ohnehin muss von Anfang an ein dicker Batzen von Speich-und Prozessorleistung für die notwendige Virenabwehr einkalkuliert werden, inkl. des gelegentlichen Festplattenscans.
Wer will sich das denn noch antun?
Ok, diejenigen, für die es Vorteile hat, einen Rechner mit der gleichen Architektur zu haben, wie man ihn beruflich braucht.
Verstehe, dass kann sinn machen, aber dann reicht mir doch ein einfaches Laptop oder gar Desktoprechner.
Windows ist wie ein Dinosaurier, in Unternehmen wird es ihn noch lange geben, doch zu Hause und in der Freizeit nur, wenn ich muss!
Im übrigen setztt sich zunehmend die Web-Cloud durch und Plattformen wie SAP und Oracel geben hier den Takt mit Ihren vielseitig zu konfigurierenden und programmierenden Weblösungen den Takt an.
In Unternehmen wird der Windowssaurier zunehmend zum Webterminel und warum sollten Internehmen dann in Zukunft überhaupt noch auf so eine unsichere, überalterte Architektur setzen?
Unix, Linix, Apple Unix (AUX), alles besser und langfristig betrachtet sicherer und preiswerter wal unser W-Dino!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×