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15.04.2015

09:33 Uhr

LG Hombot Square

Aggressiver kleiner Helfer

VonDana Heide

Mit tierischem Mitbewohner und Berufsstress ist es nicht so einfach, des Bodendrecks Herr zu werden. Abhilfe verspricht der Hombot von LG. Doch der speziell für Tierhaare geeignete Staubsaugerroboter hat ein Problem.

Technik-Test

Kein Herz für Tiere: Der LG Hombot

Technik-Test: Kein Herz für Tiere: Der LG Hombot

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Düsseldorf Tierlieb ist dieser kleine Roboter jedenfalls nicht. Dabei kommt der Hombot Square Pet Care von LG ganz harmlos in einem ansprechenden lila Design daher und ist erstaunlich leise bei seiner Fahrt durch die Wohnung (laut Herstellerangaben 60 Dezibel).

Schon der Inhalt des schweren Kartons ist so, wie der Verbraucher es sich wünscht: übersichtlich. Der Staubsaugerroboter ist schnell zusammengebaut, in die Anleitung braucht man höchstens einen kurzen Blick werfen um zu verstehen, wie alles funktioniert.

Wer ein Haustier hat, kennt das Problem mit den Haaren, die sich überall in der Wohnung verteilen. Im Grunde könnte man jeden Tag saugen und es würde immer noch nicht reichen. Ein Staubsaugerroboter kam für mich dennoch nie in Frage. Meine Wohnung ist recht klein und hat viele Möbel. Er würde überall anecken, fürchtete ich.

Vorteile des Hombots

Unkomplizierte Reinigung

Statt teurer Staubsaugerbeutel entnimmt man dem Roboter einfach eine kleine Box, die leicht zu reinigen ist. Einziges Problem ist die Bürste, mit der vor allem Tierhaare gut aufgenommen werden können. Die Reinigung erfordert etwas mehr Zeit.

Angenehme Lautstärke

Natürlich nervt das leise Surren des Hombots, aber es ist durchaus ertragbar.

Gründlichkeit

Der Roboter fährt auch gern mal über die gleiche Stelle mehrmals und ist deswegen besonders gründlich. Allerdings schafft er es nicht in die kleinste Ecke und auch Stühle schiebt der kleine Helfer gern mal durch den Raum, weil er nicht zwischen die Stuhlbeine passt.

Er spricht!

Wenn der Hombot ein Problem hat, teilt er es mit. Das hat sich im Test als sehr praktisch erwiesen.

Dann testete ich den Hombot. Hersteller LG wirbt mit einer besonders sensiblen Rundum-Kamera. Nachdem man einen Platz für die kleine Ladestation des Roboters gefunden hat, und ein paar Minuten wartet, bis er geladen hat, geht's auch schon los. Die Zahl der Knöpfe ist übersichtlich: vier. Ein Knopf für die vier verschiedenen Modi, einen für den Turbo, der besonders gut Teppiche reinigen soll, einen Start/Stopp-Knopf und schließlich einen „Zurück-in-die-Ladestation“-Knopf.

Doch schon die erste Begegnung mit meiner Hündin fällt nicht sehr erfreulich aus. Der Hombot fährt fast über die Pfötchen des friedlich auf seiner Decke schlafenden Tiers. Vielleicht erkennt die Kamera keine Pfötchen, denke ich. Doch das Gerät scheint etwas gegen Füße an sich zu haben, über meine fährt es auch unbeeindruckt. Ich habe Hoffnung, dass es sich an das Plätzchen meines Hundes gewöhnen und lernen wird, wenn ich es immer wieder davon abhalte, drüber zufahren – zumindest die Beschreibung verspricht, dass das Gerät lernfähig ist.

Nachteile des Hombots

Kein Respekt

Der Roboter erkennt offenbar Füße und Pfötchen schlecht und fährt einfach drüber. Das führt zwar nicht zu Verletzungen, ist aber unangenehm. Das gleich gilt für Kabel und Gardinen, die man in jedem Fall aus dem Weg räumen sollte, bevor er mit dem  Saugen startet.

Kosten

Der Hombot Square Pet Care ist im Internethandel ab 440 Euro zu haben. Eine Reinigungskraft einmal die Woche für eine Stunde kommen zu lassen kostet zwar ungefähr das Doppelte – aber sie saugt dann eben auch nicht nur.

Unfallgefahr

Der Roboter ist manchmal etwas rabiat, zieht an Kabeln und fährt gelegentlich auch gegen Möbel – man sollte die wertvolle Porzellanvase daher vielleicht nicht auf ein kleines wackeliges Tischchen stellen, wenn der Hombot im Einsatz ist.

Doch die Respektlosigkeit des Hombots scheint tiefer zu sitzen: Auch nach mehreren Saugfahrten verhält er sich noch aggressiv gegenüber meiner Hündin. Als ich einmal zu spät eingreife, will der ignorante Helfer gerade die langen Haare an ihrem Schwanz um seine Reinigungsbürste wickeln.

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