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05.12.2012

14:44 Uhr

Lumia 620

Neues Einsteiger-Smartphone von Nokia

Die Hardware ist nicht spektakulär, das Äußere schon: Nokia hat ein Einsteiger-Smartphone angekündigt. Das Lumia 620 fällt mit schrillen Farben auf. In punkto Software kann es sogar mit den großen Geschwistern mithalten.

Gibt es auch in Limettengrün: das Einsteiger-Smartphone Lumia 620 von Nokia. Nokia

Gibt es auch in Limettengrün: das Einsteiger-Smartphone Lumia 620 von Nokia.

Nokia hat ein Einsteiger-Handy mit dem Betriebssystem Windows Phone 8 vorgestellt. Das Lumia 620 werde in Deutschland Anfang 2013 zu Preisen ab rund 270 Euro verkauft, teilte der finnische Konzern am Mittwoch mit. Damit rundet Nokia die Modellpalette mit dem Microsoft-System ab – bislang gibt es das Lumia 920 und das Lumia 820.

Die technischen Werte sind nicht spektakulär. Der Touchscreen ist mit einer Diagonale von 3,8 Zoll (9,7 Zentimeter) etwas kleiner als der des iPhone 5. Wie beim Vorjahresmodell Lumia 900 beträgt die Auflösung 800 x 480 Bildpunkte. Die Kamera verfügt über einen 5-Megapixel-Sensor und einen LED-Blitz.

Nokias Baustellen

Konzern im Wandel

Es ist eine Zeitenwende für Nokia: Der finnische Konzern hat sein Kerngeschäft mit Handys an Microsoft verkauft. In den letzten Jahren hatte er an Marktanteilen verloren und rote Zahlen geschrieben. Das neue Nokia ruht auf drei Säulen.

Billig-Handys

Nokia ist immer noch einer der wichtigsten Hersteller günstiger Handys – sie finden vor allem in den Schwellenländern immer noch Käufer. Allerdings machen Hersteller wie Huawei und ZTE dem finnischen Unternehmen das Leben schwer, zudem können sich auch in Indien, China oder auf den Philippinen immer mehr Menschen Smartphones leisten. Auch diese Sparte verkauft der finnische Konzern nun an Microsoft.

Netzwerktechnik

Die wichtigste Säule des Konzerns ist jetzt die Netzwerktechnik. Im Juli 2013 kaufte Nokia den Partner Siemens für 1,7 Milliarden Dollar aus dem Joint Venture heraus, um das Geschäft wieder allein zu betreiben. Angesichts des Smartphone-Booms wirkt der Aufbau von Netzen der Mobilfunk-Anbieter auf den ersten Blick als sicheres Geschäft, doch in der Branche herrscht ein harter Wettbewerb. NSN konkurriert mit Ericsson, Alcatel-Lucent und den chinesischen Rivalen Huawei und ZTE. Der Preiskampf wird weiter anhalten, zumindest muss sich Nokia nicht mehr mit einem Partner über die Strategie streiten.

Landkarten

Das zweite große Nokia-Standbein sind die Kartendienste unter dem Markennamen Here. Hier kauften die Finnen bereits 2007 für gut acht Milliarden Dollar den Karten-Spezialisten Navteq und investierten seitdem massiv in den Aufbau eines vollwertigen Online-Angebots sowie Navigationsdiensten. Allerdings ist das Geschäft teuer und die Konkurrenz groß – gerade Google gibt viel Geld aus. Nokia will seine Kartendienste auf andere Betriebssysteme bringen, die Daten werden bereits in vielen Auto-Navigationssystemen genutzt. Zu einem großen Teil werden die Nokia-Kartendienste in Berlin entwickelt.

Patente

Nokia hält ein umfangreiches Patentportfolio – das Geschäft mit Lizenzen soll künftig die dritte Säule des neu ausgerichteten Konzerns werden.

Auffallen will Nokia mit dem Äußeren. Das Lumia 620 ist in diversen Farben verfügbar, neben Weiß und Schwarz auch „Lime Green“, „Orange“, „Fuchsia“ und „Cyan“.

Wie die großen Geschwister hat das Lumia 620 diverse Nokia-Anwendungen an Bord: die kostenlosen Kartendienste, diverse Kamera-Apps sowie den Streaming-Dienst Nokia Musik. Zudem ist das Einsteiger-Smartphone mit der Funktechnologie NFC ausgestattet. Diese ermöglicht den Austausch von Inhalten mit kompatiblen Geräten und die Verbindung mit Zubehör wie Lautsprechern. Perspektivisch können Nutzer sie auch zum berührungslosen Zahlen nutzen.

Nokia, einst Weltmarktführer bei Handys, hat mit massiven Problemen zu kämpfen. Der Absatz ist eingebrochen, die Zahlen sind tiefrot. Die neuen Smartphones mit Windows Phone 8 sind die großen Hoffnungsträger der Finnen.

Von

chk

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

05.12.2012, 21:18 Uhr

Freude über die Hoffnungsschritte NOKIAs. Endlich haben sie es kapiert und eine gigantische Menge Kreide fressen müssen.

Hoffentlich folgen aber nicht nur bunte Kunststoffgehäuse als Adaption der rettenden Uhrenkrise in der Schweiz, die SWATCH heute zu einem großen erfolgreichen Uhrenkonzern machte, sondern auch wertige teure Gehäuse ... aber wohl alles zu seiner Zeit.

NOKIA kommt aber so langsam aus der lebensbedrohlichen Kurve. Es war 1 Minute vor 12 Uhr.

steini58

11.12.2012, 22:25 Uhr

Endlich ist Licht am Ende des Tunnels zu sehen.

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