Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

24.02.2014

18:21 Uhr

Mobile World Congress

Blackphone stellt abhörsicheres Smartphone vor

Die NSA-Affäre verunsichert Smartphone-Besitzer – Unternehmen reagieren: Blackphone hat ein weitgehend abhörsicheres Smartphone vorgestellt. Die Verschlüsselungsdienste werden gleich mitgeliefert.

Das Blackphone-Betriebssystem basiert auf Googles Android. Reuters

Das Blackphone-Betriebssystem basiert auf Googles Android.

BarcelonaDer Hersteller Blackphone will diesen Sommer – gut ein Jahr nach den ersten Enthüllungen über NSA-Spionage – ein weitgehend abhörsicheres Smartphone für Verbraucher auf den Markt bringen. Das Handy wird mit einem Dienst zum verschlüsselten Telefonieren, sicheren Speichern von Daten und geschützten Surfen im Internet angeboten. „Wir sehen das als richtungsweisend“, sagte Blackphone-Manager Toby Weir-Jones am Montag bei der Vorstellung des Geräts auf der Mobilfunk-Messe Mobile World Congress in Barcelona.

Das Handy soll gut 630 Dollar kosten und weltweit einsetzbar sein. In dem Kaufpreis sind mehrere Verschlüsselungsdienste für zwei Jahre enthalten. Dazu gehört die App Silent Circle, die verschlüsseltes Telefonieren und Austauschen von Textnachrichten ermöglicht. Blackphone ist eine Kooperation von Silent Circle und Geeksphone.

Zwar könne auch das Blackphone seine Nutzer nicht vor den Möglichkeiten eines Geheimdienstes wie der NSA schützen, sagte Weir-Jones. Doch das Handy soll verschlüsselte Kommunikation für Verbraucher einfacher machen. „Wir wollen davon hunderttausende Stück verkaufen.“ Komplett verschlüsselte Kommunikation bieten bisher vor allem hochpreisige Smartphones, die von Regierungen oder Unternehmen eingesetzt werden.

Allerdings funktioniert die verschlüsselte Kommunikation über Silent Circle nur, wenn der Gesprächspartner die App ebenfalls einsetzt. Daher gibt es zum Blackphone zwei Jahresabos für Silent Circle zum Verschenken an Freunde und Bekannte.

Schutz gegen Datendiebe

Passwörter gut schützen

Es klingt offensichtlich: Nutzer sollten ihre Passwörter gut schützen. Doch nicht wenige kleben ein Post-it mit Zugangsdaten an den Monitor oder speichern sie gar in einer Datei auf dem Rechner. Beides ist riskant – wenn Eindringlinge ins Büro oder auf den Rechner gelangen, können sie auch auf die E-Mails oder das Content Management System zugreifen.

Erst lesen, dann klicken

Es ist der Klassiker: In der E-Mail wird ein lustiges Katzenbild oder ein sensationelles Video angekündigt. Lädt man den Anhang herunter oder klickt auf den Link, fängt man sich aber einen Virus ein. Daher gilt nach wie vor die Regel, Anhänge und Links kritisch zu prüfen, ebenso Nachrichten von unbekannten Absendern.

Vorsicht mit USB-Sticks

Eine beliebte Angriffsmethode: Hacker lassen präparierte USB-Sticks auf dem Parkplatz oder in der Kantine liegen – und hoffen darauf, dass arglose Mitarbeiter das Gerät an den PC anschließen. Diese Masche funktioniert erschreckend gut. Die Lehre daraus: Nutzer sollten mit unbekannten Speichermedien extrem vorsichtig umgehen.

WLAN nur mit Verschlüsselung

Ob im Café oder am Flughafen: Wer mit seinem Smartphone oder Notebook ein öffentliches WLAN-Netzwerk nutzt, geht ein Risiko ein. Wenn man vertrauliche Daten abrufen will, sollte man das beispielsweise möglichst nur mit einer SSL-Verbindung tun. Weitere Tipps gibt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).

Schutz gegen Mitleser

In der Bahn oder im Flugzeug können Mitreisende ohne Probleme einen Blick auf das Notebook oder Smartphone erhaschen – und bekommen so möglicherweise sensible Informationen mit. Sicherheitsexperten raten daher, sich nach sogenannten Schultersurfern umzusehen und im Zweifelsfall die Datei geschlossen zu lassen. Zudem raten sie dringend davon ab, das Gerät auch nur kurz aus dem Auge zu lassen.

Gesunde Skepsis bei Apps

Apps können das Leben leichter machen, aber auch unsicherer: Viele Anwendungen fragen Informationen ab, die die Nutzer vermutlich nicht weitergeben wollen. Gerade Android-Nutzer sollten genau überprüfen, welche Berechtigungen ein Programm einfordert und im Zweifelsfall lieber die Finger davon lassen. Gleiches gilt für PC-Nutzer, die Programme aus dem Nutzer herunterladen und installieren. Besonders illegale Kopien sind häufig verseucht.

Code fürs Smartphone

Es mag zwar vielleicht nerven, wenn man jedes Mal einen Code eingeben muss, bevor man das Smartphone nutzen kann. Doch eine Sperre ist höchst nützlich, wenn das Gerät verloren geht oder gestohlen wird. Viele Firmen schreiben eine solche physische Absicherung vor. Im Büro kann es durchaus sinnvoll sein, den Rechner zu sperren, während man eine Besprechung hat oder in die Mittagspause geht.

Software aktuell halten

Auch dieser Tipp ist bekannt, er wird aber trotzdem oft nicht beherzigt: Nutzer sollten die Software auf ihrem Rechner immer aktuell halten. Das gilt nicht nur für den Virenscanner, sondern auch das Betriebssystem und Anwendungsprogramme wie Browser oder Textverarbeitung. Potentiell können Angreifer viele Lücken ausnutzen, um schädliche Software auf das Gerät zu schleusen.

Das Blackphone-Betriebssystem basiert auf Googles Android. Allerdings wurden mehrere Grundeinstellungen angepasst, um sie Datenschutz-freundlicher zu gestalten. Zugriffsberechtigungen für Apps können einzeln eingestellt werden, sagte Weir-Jones. Ein SIM-Lock, der das Gerät an einen bestimmten Anbieter bindet, gibt es nicht. Das Gerät kann von sofort an online vorbestellt werden, im Juni sollen die ersten Handys ausgeliefert werden. Ein erster Mobilfunkpartner ist der niederländische Anbieter KPN.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×