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25.02.2013

12:27 Uhr

Mobile World Congress

Nokia greift mit Billig-Handys wieder an

VonChristof Kerkmann

Nokia will mit günstigen Handys und Smartphones verlorene Marktanteile wieder zurückgewinnen. Zudem soll das Geschäft mit Kartendiensten wachsen. Davon profitiert ein Newcomer.

Mit günstigen Modellen wie dem neuen Lumia 520 will Nokia verlorene Marktanteile zurückgewinnen. dpa

Mit günstigen Modellen wie dem neuen Lumia 520 will Nokia verlorene Marktanteile zurückgewinnen.

BarcelonaNokia nimmt wieder den Massenmarkt in Angriff: Der finnische Konzern hat auf dem Mobile World Congress in Barcelona eine Reihe von günstigen Handys und Smartphones angekündigt.

„Wir definieren den Konkurrenzkampf bei günstigen mobilen Geräten neu“, sagte Nokia-Chef Stephen Elop am Montag. Das Unternehmen wolle mehr Leistung zu bezahlbaren Preisen bieten, indem es Funktionen aus seinen Spitzenmodellen in die einfacheren Geräte integriere.

Trends auf dem Mobile World Congress

Kommunikation unter Geräten

Die Idee ist nicht neu, doch erst mit der Verbreitung schneller Mobilfunk-Leitungen und von Sensoren in Alltagstechnik kommt die sogenannte Machine-to-Machine-Communication (M2M) richtig in Schwung. Als Paradebeispiel gelten Verbindungen zwischen vernetzten Autos, die sich automatisch zum Beispiel über Glatteis, Unfälle oder Staus austauschen sollen.

LTE

Der superschnelle neue Datenfunk mit - zumindest theoretischen Geschwindigkeiten von bis zu 100 MBit pro Sekunde hat inzwischen den Alltag erreicht. Immer mehr Hersteller haben LTE-taugliche Smartphones und Tablets im Angebot, die Mobilfunk-Anbieter bauen die Netze auch in Deutschland zügig aus. Ein Schlagwort zur Messe in Barcelona ist die Weiterentwicklung LTE-A, die noch mehr Tempo erlauben soll. Und der Halbleiter-Spezialist Qualcomm präsentiert einen neuen Chip, der 40 LTE-Bänder unterstützt. Damit werden endlich Geräte möglich, die in nahezu allen Netzen in verschiedenen Ländern laufen können.

Mobiles Bezahlen

Einer nach dem anderen gehen Anbieter auf den Markt, die mit Einsteck-Modulen Smartphones und Tablets zu Kassengeräten machen. Sie wollen damit Kartenzahlungen auch in kleineren Unternehmen etablieren, wo man heute noch meist mit Bargeld zahlen muss. Zugleich kristallisieren sich hinter den Kulissen ganz neue Modelle heraus, bei denen man zum Beispiel dank GPS-Daten Geldbörse oder Smartphone gar nicht erst aus der Tasche holen muss. Eine spannende Frage ist, ob sich solche Ideen gegen die NFC-Funktechnik durchsetzen können, die lange als Zukunftsweg für mobiles Bezahlen galt.

Neue Betriebssysteme und Anbieter

Während seit Jahren aktuelle Spitzenreiter wie das Google-Betriebssystem Android und Samsung als größter Smartphone- und Handy-Hersteller im Mittelpunkt stehen, macht sich hinter den Kulissen neue Konkurrenz bereit. Der Boom in Asien hat den chinesischen Anbieter Huawei auf den dritten platz im Smartphone-Markt gebracht. Die Macher des Internet-Browsers Firefox wollen mit einem gleichnamigen Betriebssystem in den Markt, das aus dem Netz heraus läuft. Und ein Exot ist das russische YotaPhone, das auf der Rückseite ein zusätzliches E-Paper-Display hat.

So erweitert Nokia die Palette seiner Lumia-Smartphones um ein Einsteiger- und ein Mittelklassegerät, das Lumia 520 und 720 – Letzteres zum Kampfpreis von 249 Euro vor Steuern. Die beiden neuen Modelle haben eine verbesserte Kamera und bieten Zugriff auf den Kartendienst Here. Beide Geräte werden global vermarktet – gerade in Schwellenländern wie China wächst die Nachfrage nach den Computer-Handys rasant.

Der Hersteller kündigte außerdem ein Handy für Entwicklungs- und Schwellenländer an: Das Nokia 105 kostet vor Steuern 15 Euro. „2,7 Milliarden Menschen haben noch kein Handy – dieses Gerät ist ein guter Start“, sagte Elop. Es sei „der Einstiegspunkt in die Marke Nokia.“ In diesem Segment muss sich der Konzern zunehmend gegen Wettbewerber wie Samsung, Huawei und ZTE behaupten, die ebenfalls mit günstigen Preisen um die Nutzer kämpfen.

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