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21.03.2012

10:09 Uhr

Neue Funktechnik

LTE ist noch nicht alltagstauglich

Mit dem 4G-Funkstandard LTE soll die Geschwindigkeit des mobilen Internets endlich mit Festnetzanschlüssen gleichziehen. Doch die Technik hat einen Haken, der dafür sorgt, dass sie bisher kaum alltagstauglich ist.

Samsung Galaxy S 2 LTE. Der neue Funkstandard hat Tücken. Reuters

Samsung Galaxy S 2 LTE. Der neue Funkstandard hat Tücken.

DüsseldorfNicht nur das neue iPad unterstützt den Funkstandard der vierten Generation - zumindest in den USA. Auch die Mehrzahl der aktuell angekündigten Smartphones wird Long Term Evolution (LTE) unterstützen. Der neue Funkstandard soll Download-Bandbreiten bis zu 100 Megabit pro Sekunde ermöglichen – deutlich mehr, als die meisten DSL-Anschlüsse heute leisten. In der Praxis sind davon allerdings meist deutlich weniger nutzbar, da sich LTE-Smartphones die Bandbreite einer Funkzelle teilen müssen.

Die Managementberatung Solon rechnet alleine in Deutschland mit 53 Millionen LTE-Smartphones in Deutschland bis zum Jahre 2016. Insbesondere die Mobilfunkprovider, die derzeit in einem heftigen Konkurrenzkampf zueinander stehen, hoffen auf größere Margen dank LTE.

Freude werden die Kunden am schnellen Internet aber zunächst kaum haben. Denn zahlreiche Praxistests zeigen, dass die neue Technologie noch nicht alltagstauglich ist. Der Grund: Der Technik fehlt bisher ein verbindlicher Übertragungsstandard für Telefon-Gespräche. Um Telefonate zu ermöglichen, müssen sich die Geräte daher parallel in das Netz des 3G-Standards UMTS oder den noch älteren GSM-Standard einwählen. Das verkürzt die Laufzeit des Akkus drastisch.

Glossar

GSM

Dieses alte Mobilfunknetz wurde für die mobile Telefonie entwickelt. Mobiles Surfen im Internet macht damit nicht wirklich Spaß.

GPRS

Erlaubt im GSM-Netz eine Datenübertragung mit einer Geschwindigkeit von 55 Kilobit pro Sekunde (kbit/s). Es dauert ewig, bis eine Internetseite komplett geladen ist.
 

EDGE

Ermöglicht im GSM-Netz das Surfen mit 220 kbit/s. Zum Mailen und surfen reicht’s - Videos anschauen ist eine Qual.

UMTS

Dieses neue Mobilfunknetz ermöglicht die Nutzung des mobilen Internets in erträglicher Geschwindigkeit.

HSDPA

Der Übertragungsstandard ermöglicht im UMTS-Netz eine Geschwindigkeit bis zu 7,2 Megabit pro Sekunde. Erinnert ans Surfen per WLan daheim.

LTE

Dieses neue Netz macht das Surfen mit bis zu 100 Megabit pro Sekunde möglich.

Der neue Funkstandard LTE verbraucht ohnehin schon deutlich mehr Strom als das herkömmliche UMTS. Doch die Doppelbelastung macht die neuen Smartphones vollends alltagsuntauglich, wenn 4G aktiviert ist. Schon nach einem halben Arbeitstag seien die Geräte häufig leer, sagte ein hochrangiger Manager eines großen asiatischen Herstellers dem Wirtschaftsmagazin Capital. „Das Batterieproblem haben alle“, ergänzt Bosco Novak, Service-Vorstand von Nokia Siemens Networks. Auch unabhängige Tests durch Fachmagazine bestätigen diesen Eindruck.

Kommentare (5)

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Marcel

21.03.2012, 10:42 Uhr

Der Autor IRRT : das neue IPAD 3 unterstützt eben den LTE Funkstandard in EUROPA NICHT - die Frequenzen sind nur für USA ausgelegt. Das sollte man doch klarstellen.

Kattskralle

21.03.2012, 11:20 Uhr

LTE für Smartphones ist zwar sicherlich auch ganz nett. Aber eigentlich geht es bei diesem Standard primär darum mobile Rechner anzubinden - und so manchen stationären Rechner über Mobilfunk anzubinden.
Gegen kurze Akkustandzeiten gibt es eine ganz einfache Lösung: Größere oder leistungsfähigere Akkus... Schließlich fehlt im Grundgesetz ein Menschenrecht mit Grammangabe auf Akkus.

Rainer

21.03.2012, 12:16 Uhr

Marcel hat Recht. Es sollte vom Autor darauf hingewiesen Werden das unser LTE Standard von diesem Ipad nicht unterstützt wird.

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