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21.09.2012

13:04 Uhr

Neues Kartensystem

Hohn und Spott für Apples „iOS 6 Maps“

VonTina Halberschmidt

Mit seinem neuen Kartensystem „iOS 6 Maps“ hat Apple mächtig Ärger: Viele Karten sind veraltet, zeigen falsche Ortsnamen oder verzerren Straßen und Gebäude. Und obendrein bekommt Apple Probleme mit der Schweizer Bahn.

Screenshot des amerikanischen Blogs „All Things D“, der über die „Wunderbaren Apple-Karten“ berichtet. Im Bild zu sehen der verzerrt am Boden liegende Eiffel-Turm.

Screenshot des amerikanischen Blogs „All Things D“, der über die „Wunderbaren Apple-Karten“ berichtet. Im Bild zu sehen der verzerrt am Boden liegende Eiffel-Turm.

Der Begriff „iOS 6 Maps“ war am Freitagvormittag „trendig“. Das bedeutet, der neue Kartendienst von Apple war eines der Gesprächsthemen beim Microblogging-Dienst Twitter. Für Apple aber absolut kein Grund zur Freude. Die meisten Nutzer machten sich nämlich über das neue Betriebssystem für mobile Geräte, das auf Karten des Konkurrenten Google verzichtet, lustig. Denn viele Karten, die „iOS 6 Maps“ anzeigt, sind veraltet oder fehlerhaft.

In Irland markiert das Programm zum Beispiel eine Farm mit dem Namen Airfield als Flughafen. Der irische Justizminister Alan Shatter schrieb deshalb einen Brief an das Unternehmen und bat um Korrektur. In England fehlt die Stadt Stratford-upon-Avon, der Geburtsort des Schriftstellers William Shakespeare. Den Hauptbahnhof in Berlin nennt das Programm offenbar „Lehrter Stadtbahnhof“, die Stadt Münster ist extrem unscharf dargestellt, der Eiffel-Turm in Paris liegt verzerrt am Boden.

Apples iOS 6 im Test: Eine Uhr, eine Karte und kleine Macken

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Eine Uhr, eine Karte und kleine Macken

Apple bietet sein neues Betriebssystem iOS 6 zum Download an. Im Test zeigen sich nur wenige, aber durchaus sinnvolle Neuerungen. Die neue Karten-App wird aber nur einer Zielgruppe wirklich gut gefallen.

Bei Twitter beschweren sich die Nutzer daher über den fehlerhaften Dienst - oder machen sich ganz einfach über ihn lustig: „Ich verstehe nicht, wieso Ihr alle der Meinung seid, Eure Häuser wären in iOS6 so hässlich. Ich kann meines nicht einmal finden“, merkt beispielsweise @luftprinz ironisch an. Ebenfalls mit ironischem Unterton schreibt @netzfeuilleton: „Ich finde es beeindruckend, dass Apple alle iOS6-Karten von Salvador Dali hat malen lassen. Sowas hat nur Apple!“. Gleichzeitig postet der Twitterer einen Kartenausschnitt, auf dem alle Straßen sanft geschwungen sind.

Apple hat inzwischen Besserung gelobt. Man habe den neuen Kartendienst an den Start gebracht und mache gerade seine ersten Erfahrungen damit“, sagte Trudy Muller, eine Sprecherin des Technikriesen Apple, der New York Times.

Das Unternehmen arbeite permanent an Korrekturen, und „je mehr Menschen den Dienst nutzen, desto besser wird er“, versprach Muller den Lesern des US-Blogs „All Things D“. Die auf Navigationssysteme spezialisierte niederländische Firma Tom Tom, die das Programm mit Apple gemeinsam entwickelt hat, hatte zuvor erklärt, sie habe nur die Daten für die Karten geliefert und sei nicht für die Funktionsweise des Programmes verantwortlich.

Apple hatte den neuen Kartendienst im Juni angekündigt. Wer das Programm nutzen will, kann über den Internetzugang von iPhone, iPad und iPod darauf zugreifen. Seit heute können auch Verbraucher in Deutschland das neue iPhone kaufen, das mit iOS6 betrieben wird und scheinbar vielerorts mit Macken ausgeliefert wurde: Twitter-Nutzer berichten unter dem Hashtag #scuffgate, sie hätten bereits beim Auspacken Kratzer oder Dellen auf ihren neuen Geräten entdeckt. @AppDated_de rät sarkatisch: „Apple sollte schwarze Farbe beilegen, um die Kratzer zu überstreichen.“

Die Fans drängen sich trotz der Probleme vor den Läden, um das neue iPhone abzustauben. In Australien versammelten sich zur Eröffnung rund 500 Menschen vor dem Apple-Store in Sydney, in Tokio waren es zur Eröffnung etwa 750, wie die Finanznachrichtenagentur Bloomberg berichtete. Auch in Deutschland standen hunderte Interessenten vor den Stores.

Kommentare (1)

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OnkelHeinz

21.09.2012, 13:26 Uhr

Kann Frau Halberschmidt auch andere Sachen als mit "Hohn", "Spott" oder "lästern" in der Überschrift? Wen interessiert denn, was Hinz und Kunz dazu in die Weltgeschichte raustwittern? Ein fundierter Test, eine Analyse, sowas gehört da hin. Aber das hier ist ja - freundlich ausgedrückt - des Handelsblattes nicht würdig.

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