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29.09.2015

14:11 Uhr

Oneplus 2 im Test

Ein Killer auf Bewährung

VonLukas Bay

Das Oneplus 2 soll Apple und Samsung das Fürchten lehren. Dafür startet das chinesische Smartphone mit einem Kampfpreis und ordentlich Rechenleistung. Doch reicht das, um die starke Konkurrenz zu versenken?

Ganz schön großspurig: Das Oneplus 2 soll den teuren Premium-Smartphones Konkurrenz machen.

Oneplus 2

Ganz schön großspurig: Das Oneplus 2 soll den teuren Premium-Smartphones Konkurrenz machen.

DüsseldorfWarum nicht mal selbstbewusst: Nachdem das erste Smartphone des chinesischen Handyherstellers Oneplus sich in der Branche einen Ruf als Samsung-Schreck erarbeitet hat, hat man den jüngsten Streich großspurig „Flaggschiff-Killer“ getauft. Nun will man die ganz Großen – Samsung S6 und iPhone 6 Plus – direkt ins Visier nehmen. Doch kann der chinesische Herausforderer die starke Konkurrenz tatsächlich versenken? Im Handelsblatt-Test zeigt der „chinesische Killer“ viele Stärken – aber auch ein paar Schwächen.

Auch wenn man offensichtlich nicht mehr alleine über den Preis konkurrieren will, ist der auch beim Oneplus 2 eine Ansage: Das Einstiegsmodell mit 16 Gigabyte soll 339 Euro kosten und erst im Laufe des Jahres auf den Markt kommen. Die 64-Gigabyte-Variante ist bereits jetzt zu haben und kostet 399 Euro. Bei Samsung und Apple legt man bei ähnlichen Spezifikationen deutlich mehr auf den Tisch. Entsprechend groß ist die Begeisterung: Vier Millionen Vorbestellungen für das Oneplus 2 sollen schon beim Hersteller eingegangen sein. Da brauchen potentielle Käufer schon ein wenig Geduld. Denn wer das Gerät kaufen will, braucht eine Einladung.

Wenn man schon lange wartet, dann aber besser nicht auf die Einstiegsvariante. Die 60 Euro Aufpreis für das besser ausgestatte Modell sind eine gute Investition. Der Speicherplatz auf dem Oneplus 2 lässt sich leider nicht mit einer externen SD-Karte erweitern. Da sind 16 Gigabyte knapp bemessen. Außerdem verfügt die höhere Ausstattungsvariante auch über mehr Arbeitsspeicher.

Das Oneplus 2 in aller Kürze

Was genau ist es?

Ein chinesisches Smartphone, das Apple und Samsung herausfordern soll.

Was sagt die Werbung?

„Wir glauben daran, dass gute Produkte auf guten Ideen basieren – nicht auf Marketingkampagnen mit Millionenbudgets.“

Was ist in der Verpackung?

Das Smartphone, eine Hülle für die Rückseite, ein rotes Ladekabel, ein Adapter für die Steckdose und eine Anleitung. Das war's. Kopfhörer gibt es nicht.

Wie viel kostet es?

Die Einstiegsvariante mit 16 Gigabyte gibt es ab 339 Euro. Die große Variante hat 64 Gigabyte Speicher und kostet 399 Euro, ist aber derzeit noch nicht verfügbar.

Was ist gelungen?

Die Verarbeitungsqualität ist unerwartet hoch und auch die Gestensteuerung hat sich im Test als sehr praktisch erwiesen.

Was ist weniger gelungen?

Leider frisst das Smartphone bei regelmäßiger Nutzung und Bluetooth-Verbindung mit der Smartwatch oder anderen Geräten jede Menge Energie. Und Laden dauert lange.

Ist es empfehlenswert?

Für einen sehr ordentlichen Preis bekommt man ein sehr ordentliches Smartphone. Man sollte allerdings Geduld mitbringen.

Optisch macht das Oneplus 2 einiges her. Die Rückseite des Testgeräts ist aus schwarzem, leicht angerautem Kunststoff. Das wirkt robust, verkratzt nicht und erweist sich im Alltag als äußerst stabil. Wer sein Oneplus 2 individueller gestalten will, kann bis zu vier weitere Rückseiten dazu kaufen, von einer schwarzen Holzoptik mit dem seltsamen Namen „Black Apricot“ über helles Bambus- und rötliches Rosenholz bis zum carbonartigen „Kevlar“. Die neue Haut kostet allerdings 29 Euro.

Die Verarbeitung ist sehr ordentlich. Durch den neuen Aluminiumrahmen wächst zwar auch das Gewicht, aber weil der Rahmen etwas übersteht, ist das Smartphone robuster als sein Vorgänger. Selbst einen unfreiwilligen Falltest aus rund 1,50 Meter Höhe auf Betonboden überlebt das Handy (zur Erleichterung des Testers) ohne jeden Kratzer.

Das Format ist mit Samsung Galaxy Note 5 und Apple iPhone 6 Plus vergleichbar. Da braucht man schon große Hosentaschen. Das Display ist mit 5,5 Zoll stattlich. Die Darstellung muss sich nicht vor den Flaggschiffen der großen Hersteller verstecken, die Auflösung ist mit 1.920 x 1.080 Pixeln absolut ausreichend. Mehr als Full-HD ist auf einem derart kleinen Bildschirm nur verschwendete Energie. Praktisch ist auch die Gestensteuerung. Wer einen Kreis zeichnet, hat beispielsweise direkten Zugriff auf die Kamera, zwei parallel gezeichnete Striche stoppen und starten die Musikwiedergabe.

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