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22.07.2015

12:02 Uhr

Pebble Time im Test

Der Großonkel der Apple Watch

VonJoachim Hofer

Das Start-up Pebble brachte lange vor Apple erste Smartwatch heraus. Nun folgt mit der Pebble Time das nächste Modell. Es ist eine hübsche Ergänzung zum Smartphone – trotzdem könnte es sich lohnen, noch zu warten.

Jetzt auch in bunt: Die Pebble Time hat anders als ihre Vorgänger ein Farbdisplay.

Pebble Time

Jetzt auch in bunt: Die Pebble Time hat anders als ihre Vorgänger ein Farbdisplay.

MünchenWow, was ist das denn? Eine Computeruhr? Die Kids zuhause sind gleich Feuer und Flamme, als die schwarz-graue Pebble Time auf dem Küchentisch liegt. Sie warten erst gar nicht auf eine Antwort, sondern schnappen sich den Minirechner fürs Handgelenk, drücken hier und dort, um nach wenigen Minuten mit ratlosen Gesichtern zu fragen: „Was kann die denn nun?“

Das Gerät ist seit ein paar Tagen zu haben. Der Preis in Europa: 249 Euro. Für das junge kalifornische Unternehmen Pebble ist es nicht das erste Produkt, das erste Modell kam schon vor zwei Jahren heraus. Die Pebble Time ist damit so etwas wie ein Großonkel der Apple Watch. Um den Miniaturrechner zu entwickeln, hat die Firma zweistellige Millionenbeträge auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter eingesammelt – und war dadurch schon lange bekannt, ehe die erste Uhr überhaupt fertig war. Mit 130 Mitarbeitern ist Pebble allerdings auch heute noch ein Start-up im Vergleich zu Konkurrenten wie Apple, Samsung, LG oder Sony.

Tja, und was kann die Pebble Time? Eine Frage, die sich wohl jeder stellt, der mit dem Kauf einer der vielen neuen Computeruhren liebäugelt. Bei der Pebble ist es so wie bei vielen Konkurrenzprodukten: Es kommt drauf an, was man draus macht. Von Werk aus passiert nicht so viel. Die Uhr zeigt eingehende Telefonate an, zudem Nachrichten von Diensten wie Twitter und Whatsapp, oder eine der wenigen SMS, die heute noch verschickt werden. Die Musik auf dem Handy lässt sich über die Uhr steuern, es gibt einen Wecker und ein paar Designs für den Bildschirm. So weit, so langweilig.

Smartwatches

Wenn die Uhr schlau wird

Bis vor wenigen Jahren waren Telefone und Computer in der Größe einer Armbanduhr nur Fiktion – „Knight Rider“ lässt grüßen. Doch die Chips werden immer kleiner, leistungsfähiger und billiger. Damit werden Geräte wie Smartwatches technisch möglich und erschwinglich.

Trend zum „Wearable Computing“

Smartwatches sind Teil eines Trends: Computer werden immer kleiner und damit auch immer tragbarer. Neben intelligenten Uhren gibt es beispielsweise auch Fitnessarmbänder und Brillen, die mit Informationstechnologie aufgerüstet sind. Google Glass ist ein bekanntes Beispiel. Die Technologiebranche spricht vom „Wearable Computing“ – und hofft auf einen Wachstumsmarkt.

Ergänzung zum Smartphone...

Was ist überhaupt eine Smartwatch? Der Begriff ist schwer zu fassen. Grundsätzlich gibt es zwei Kategorien. Die meisten Modelle funktionieren nicht eigenständig, sondern sind eine Erweiterung fürs Smartphone und zeigen Termine, E-Mails oder eingehende Anrufe an. Die Daten werden in der Regel per Bluetooth übertragen.

... und Ersatz fürs Handy

Während die meisten Smartwatches eine Erweiterung fürs Smartphone sind, sollen ein paar Modelle das Handy ganz ersetzen. Sie haben ein Mobilfunk-Modul, das Telefonate und die Übertragung von Daten erlaubt. Das gilt etwa für die Gear S von Samsung.

Assistent und Freisprecher

Die Geräte sind unterschiedlich ausgestattet. Einige fungieren als diskrete Sekretäre – sie erinnern an Termine, zeigen eigehende E-Mails an und vermelden Telefonanrufe. Andere eignen sich auch als Freisprecheinrichtung oder als kompaktes Navigationsgerät. Unter Sportlern beliebt sind Spezialgeräte, die den Puls und die Laufstrecke messen.

Der Akku als Schwachpunkt

Die Laufzeit ist bei allen Smartwatches ein Problem: Weil die Geräte so klein sind, lässt sich darin kein großer Akku unterbringen. Daher sind viele Modelle nicht besonders ausdauernd – je nachdem welche Display-Technologie zum Einsatz kommt.

Start-ups und Konzerne

Diverse Unternehmen haben bereits Smartwatches auf den Markt gebracht – Start-ups wie Weltkonzerne. Zu den kleinen Anbietern zählt das Unternehmen Pebble, das über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter seine Anschubfinanzierung gesichert hat. Zahlreiche Elektronikhersteller haben ebenfalls Computer-Uhren entwickelt, von Sony als einem der Pioniere bis zu Apple mit der Apple Watch.

Die Pebble erwacht erst dann richtig, wenn sie mit Apps bestückt wird. Das haben die Kids denn auch recht schnell herausgefunden und allerlei Spiele herunter geladen, dazu ein paar Fitness-Apps – die Auswahl ist riesig.

Was die Hardware angeht, ist die Pebble Time eine Weiterentwicklung der ersten beiden Uhren. Der auffälligste Unterschied: Der Bildschirm ist nun farbig, die Darstellung gefälliger. Dazu kommt ein eingebautes Mikrofon. An der Bedienung haben die Amerikaner nichts geändert, auf ein berührungsempfindliches Display verzichten sie nach wie vor und setzen im Gegensatz zu den meisten Wettbewerbern auf Knöpfe. Das ist vollkommen in Ordnung, es geht auch ohne Touch.

Besonders cool ist die Uhr freilich nicht, wie die 14-jährige Test-Nutzerin nach ein paar Tagen in ihrem Gymnasium am Stadtrand von München festgestellt hat. „Die fällt kaum jemandem auf!“ Das sei einerseits gut, weil damit auch die Lehrer nicht herausfinden, dass sie laufend ihre Tweets im Unterricht verfolgt. Andererseits: „Man könnte denken, das sei eine stinknormale Uhr.“ Ein bisschen Aufmerksamkeit wäre schon nicht schlecht, so wie sie die wenigen Besitzer einer mindestes 400 Euro teuren Apple Watch auf dem Schulhof genießen.

Kommentare (1)

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Herr mister specks

22.07.2015, 15:49 Uhr

Wunderbar, weltklasse... dieser Artikel könnte auf auf Bild.de stehen... wobei selbst dafür ist er vermutlich zu schlecht...

eine smartwatch, pardon eine computeruhr... also eine rechner uhr? die gabs doch früher schon von casio, auch mit tasten, war das auch eine computeruhr?

Die Uhr muss jeden Tag an die Steckdose? Das ist eine Lüge, selbst bei intensivster Nutzung hält diese Uhr länger als 24 Stunden.

Was kann die Uhr? Sie zeigt von Werk aus eingehende Anrufe an... blöd für diese Anrufe brauch ich dann noch das passende Handy.. na das ja richtig doof, dann muss ich ja immer ein handy dabei haben, denn sonst kann die Uhr ja nur die Uhrzeit anzeigen... mensch nä.. da könnte ich mir ja auchne normale Uhr kaufen

Die Beschränkheit des Autors in diesem Artikel ist wirklich kaum zu übertreffen.
Vielleicht könnte der Autor auch nochmal den Drucker erklären... der ist auch ziemlich spannend... Aber was kann der denn nun? Drucken... aber nur mit PC sonst gehts nicht... Mensch ist das blöd...

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