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09.12.2014

10:05 Uhr

Projekt Urjar

Alte Laptop-Akkus lassen LED-Lampen leuchten

Wohin mit dem Laptop-Akku, wenn er allmählich schlapp wird? Statt auf dem Müll zu landen, könnte daraus künftig ein mobiler Akku in einer Lampe werden. IBM-Forscher haben ein entsprechendes Konzept entwickelt.

Weniger Elektroschrott verspricht das Projekt der IBM-Forscher. ap

Weniger Elektroschrott verspricht das Projekt der IBM-Forscher.

Neues Leben für ausgediente Laptop-Akkus: Forscher von IBM Research India wollen alte Akkus von mobilen Rechnern dazu einsetzen, um Lampen zu betreiben. Das soll Menschen in Regionen ohne Stromversorgung helfen und zugleich den Elektronikschrott verringern.

Urjar haben die IBM-Entwickler von der Smart Energy Group die Stromspeicher genannt. Das ist eine Neubildung aus den Hindi-Wörtern Urja, Energie, und dem englischen Jar, Behälter. Das System besteht aus dem Akku mit Ladeschaltkreis. Es hat Ausgänge, um eine Lampe mit Leuchtdioden (LED), ein USB-Ladegerät sowie einen Ventilator anzutreiben.

Auch wenn die Akkus nicht mehr für einen Laptop ausreichten, hätten sie noch genug Speicherkapazität, um eine LED-Lampe über einen Zeitraum von einem Jahr vier Stunden am Tag zu betreiben, sagen die Forscher. Etwa 70 Prozent der ausrangierten Laptop-Akkus eigneten sich noch für Urjar.

Um sie in einen Urjar zu verbauen, werden die gebrauchten Akkupacks geöffnet. Dann werden die einzelnen Zellen überprüft; die noch brauchbaren werden zu neuen Akkupacks zusammengestellt.

Urjars sind gedacht für Regionen, in denen nicht regelmäßig und dauerhaft Strom zur Verfügung steht. Der Akku wird aufgeladen, wenn Strom verfügbar ist. Bei Dunkelheit kann er dann dazu genutzt werden, die LED-Leuchte zu versorgen.

Kommentare (1)

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Herr Alexander von Obert

09.12.2014, 12:37 Uhr

Das ist nichts anderes als ein neuer Weg zum Entsorgen von Sondermüll in der 3. Welt.

Besonders kritisch ist, dass man Lithium-Batterien nicht öffnen darf, weil sie sonst leicht brennen. Sie entzünden sich selber und Lithium-Brände können mit Wasser nicht gelöscht werden.

Dazu kommt die Gefahr, dass ungeeignete Ladegeräte benutzt werden. Dann können die Akkus sogar ohne Gewalteinwirkung brennen.

Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis deswegen der erste Slum abbrennt.

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