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09.12.2013

13:00 Uhr

Prüfung eingeleitet

EU erwärmt sich fürs Telefonieren in Flugzeugen

Das Ende des Flugzeugs als „letzter Ort der Stille auf der Welt“ steht möglicherweise bevor, kündigt EU-Kommissar Kallas an. Das Telefonieren an Bord wird wohl bald von der Europäischen Union erlaubt werden.

Das Handy am Ohr bleibt in der EU zunächst die Ausnahme. Doch das muss nicht so bleiben. Imago

Das Handy am Ohr bleibt in der EU zunächst die Ausnahme. Doch das muss nicht so bleiben.

BrüsselFluggäste in Europa dürfen künftig Computer und Handy auch bei Start und Landung zumindest eingeschränkt benutzen. Die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) erlaubte am Montag den Gebrauch elektronischer Geräte im Flugmodus auch in der Start- und Landephase. Das teilte die EU-Kommission in Brüssel mit. Die Sende- und Empfangsfunktion ist in diesem Modus ausgeschaltet.

Bislang mussten elektronische Geräte bei der Fahrt über das Rollfeld sowie bei Starts und Landungen komplett abgeschaltet werden.

Die größten europäischen Billigflieger

Platz 10

Wizz Air: 42 Flugzeuge

Die ungarische Fluglinie Wizz Air hat ihr Streckennetz vor allem in Osteuropa. In Deutschland fliegt sie mit ihren 42 Airbus A320 die Flughäfen in Dortmund, Frankfurt-Hahn, Köln/Bonn, Lübeck und Memmingen an.

Quelle: DLR Low-Cost-Monitor 1/2014 (Stand: Frühjahr 2014). Es wurden ausschließlich in Deutschland operierende Airlines in das Ranking aufgenommen.

Platz 9

Jet 2: 49 Flugzeuge

Die britische Billig-Airline Jet 2 gibt es erst seit dem Jahr 2002, trotzdem hat sie mit 49 Flugzeugen eine der größten Flotten unter den europäischen Billig-Airlines. Mit ihren 38 Boeing 737-Maschinen und elf Boeing 757 fliegt die Airline viele Urlaubsziele im Mittelmeer und außerdem New York City an.

Platz 8

Germanwings: 55 Flugzeuge

Die Lufthansa-Tochter bleibt in den Top Ten der europäischen Billigflieger. Germanwings kommt der Aufstellung zufolge auf 55 Flugzeuge in der Flotte. Weil die Lufthansa allerdings noch weitere Flugverbindungen und Maschinen an die Tochter abgibt, wird die Zahl der Flieger noch zunehmen.

Platz 7

Flybe: 59 Flugzeuge

Die britische Airline Flybe betreibt mit 37 Maschinen die größte Flotte an Bombardier Dash Q8-400 Maschinen weltweit. Dazu kommen 22 Flieger von Embraer. Flybe hat seinen Sitz in Southampton und fliegt in Deutschland die Flughäfen in Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Hannover und Stuttgart an.

Platz 6

Vueling: 72 Flugzeuge

Die spanische Fluggesellschaft Vueling startete im Jahr 2004. Die Flotte der Billig-Airline besteht aus Flugzeugen der Typen Airbus A320 und A319. Der Billigflieger gehört mittlerweile zur International Airline Group (IAG), der Mutter von British Airways und Iberia. Die Flotte wächst weiter – auch dank der Übernahme von Iberia-Verbindungen.

Platz 5

Air Berlin: 88 Flugzeuge

Die Netzwerk-Airline Air Berlin ist ebenfalls im Ranking vertreten – mit Strecken, die als Low-Cost-Flüge gelten (siehe Hinweis). Die Fluggesellschaft hat 41 Airbus A319, A320 und A321, 46 Boeing 737 und eine ATR in der Flotte.
Hinweis: Das DLR spricht bei Air Berlin von einer „Grauzone“, in der mehrere Geschäftsmodelle Anwendung finden. In das Ranking wurden nur die bisherigen Low-Cost-Strecken der in Air Berlin aufgegangenen Fluggesellschaften aufgenommen. Bei der Flotte verhält es sich offenbar ähnlich. Die komplette Flotte von Air Berlin finden Sie hier.

Platz 4

Norwegian: 91 Flugzeuge

Zu Norwegian gehören 87 Boeing 737 und vier 787, viele davon sind mit Portraits berühmter skandinavischer Persönlichkeiten geschmückt. Norwegian gehört damit mittlerweile zu den großen im europäischen Luftraum.

Platz 3

HOP!: 102 Flugzeuge

Die Fluggesellschaft ist neu im Ranking – und schießt gleich auf Rang drei vor. Das hat einen einfachen Grund: Der Zusammenschluss mehrerer ehemaliger französischer Regionalflieger unter dem Dach der Air France bedient erst seit kurzem den deutschen Markt.

Platz 2

Easyjet: 197 Flugzeuge

Die britische Fluglinie Easyjet ist die Nummer zwei der Billigflieger in Europa. Zu der wachsenden Flotte gehören 138 Airbus A319 und 59 Airbus A320.

Platz 1

Ryanair: 297 Flugzeuge

Mit einer Flotte von mehr als knapp 300 Flugzeugen ist Ryanair unumstritten die größte Billig-Airline in Europa. Und die Flotte wird noch größer: Bei Boeing haben die Iren zuletzt 175 neue Flugzeuge bestellt.

Reisende können an Bord auch jetzt nicht ungehemmt telefonieren oder im Internet surfen. Zunächst dürfen mobile elektronische Geräte nur in speziell ausgestatteten Flugzeugen auch während des Flugs eine Verbindung mit einem Netzwerk aufbauen. Damit sind etwa spezielle Internetdienste von Fluggesellschaften gemeint (hier das Q&A der EU-Kommission).

Allerdings prüft die EU-Kommission eine Erweiterung der Nutzungsmöglichkeiten. Noch 2014 soll die EASA eine Sicherheitsprüfung vornehmen, ob sich Handys während des Flugs auch mit herkömmlichen mobilen Netzen verbinden dürfen. Genehmigt die EASA das, wäre es Fluggesellschaften dann freigestellt, das Telefonieren an Bord zu erlauben oder zu verbieten. Das Flugzeug verschwinde aber womöglich „als letzter Ort der Stille auf der Welt“, sagte EU-Verkehrskommissar Siim Kallas am Montag.

Wann dürfen Telefon, Tablet, E-Reader oder Musikspieler im Flugzeug genutzt werden?

Flugmodus eingeschaltet

Flugmodus ausgeschaltet

Am Boden („Taxiing“)

Ja, aber die Sicherheitsanweisungen müssen befolgt werden

Nein

Beim Start

Ja

Nein

Im Flug

Ja

Ja, aber nur in besonders ausgestatteten Flugzeugen und wenn die Crew es gestattet

Bei der Landung

Ja

Nein

Die Lufthansa will Handytelefonate während des Flugs in jedem Fall weiterhin verbieten. Die US-Telekomaufsicht FCC hatte kürzlich bereits vorgeschlagen, das Handyverbot in Flugzeugen aufzuheben – und war damit auf Widerstand gestoßen. „Wir wissen, dass sich die deutliche Mehrheit der Fluggäste durch Telefonate gestört fühlt. Auch nach den jüngsten Ankündigungen erreicht mich eher Zustimmung für diese Position“, sagte Lufthansa-Produktchef Reinhold Huber Ende November der WirtschaftsWoche.

Kommentare (12)

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muunoy

09.12.2013, 13:11 Uhr

Bitte nicht! Hoffentlich bleibt zumindest die LH bei ihrem Verbot. Vermutlich ist es aber schon ausreichend, dafür zu sorgen, dass keine Mobilfunkverbindung zu einem landgestützten Mobilfunknetz möglich sind.
Alleine die Vorstellung, dass man sich auf einem Flug nach Ostasien nach dem Essen hin legt und dann ständig von bimmelnden Mobiltelefonen und laut telefonierenden Passagieren genervt wird, lässt mich erschaudern.

Numismatiker

09.12.2013, 13:15 Uhr

Was sind die letzten Worte einer Blondine, die im Flugzeug sitzt?

Kuck mal, ich kann mit dem Handy die Landeklappen bewegen!

Privatier

09.12.2013, 13:41 Uhr

Es ist eine katastrophale Vorstellung, auf einem Langstreckenflug, neben einem Dampfplauderei zu sitzen.
Vorschlag: Einführung einer "Telefonklasse" für 100 Euro Aufpreis bzw. 10.-Euro pro Gespräch. Das hält die Anzahl "Spaßplauderer" niedrig.

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