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15.01.2011

08:54 Uhr

RIM

Indien darf Blackberry-Mails dauerhaft mitlesen

Blackberry-Hersteller RIM ist vor den Regierungen von Indien und Indonesien eingeknickt: Den indischen Behörden will RIM das Mitlesen privater E-Mails erlauben, in Indonesien sollen Porno-Seiten für die Geräte gesperrt werden.

Der Staat liest mit: Blackberry-Hersteller RIM gewährt Behörden Einblicke in private Mails. Reuters

Der Staat liest mit: Blackberry-Hersteller RIM gewährt Behörden Einblicke in private Mails.

HB NEU-DELHI/JAKARTA. Der Blackberry-Hersteller RIM will den indischen Behörden das Mitlesen von Privatkunden-Mails dauerhaft erlauben und damit einer Abschaltung zuvorkommen. Die indischen Handynetzbetreiber würden damit in die Lage versetzt, die Gesetze des Landes einzuhalten, teilte Research in Motion am Donnerstag mit. Mit dem Vorschlag sollten die Sicherheitsbedenken der Regierung zerstreut werden, Extremisten könnten die RIM-Technik zur Vorbereitung von Anschlägen nutzen.

Das Zugeständnis gelte aber nur für Privatkunden-Dienste etwa beim Blackberry Messenger und dem Blackberry Internet Service.

Zugang zu einem Dienst für verschlüsselte Firmenmails könne RIM nicht ermöglichen, da es keinen Generalschlüssel zur Dekodierung der vertraulichen Nachrichten gebe. Ob der Regierung in Neu-Delhi dies ausreicht, war zunächst offen.

Die Regierung hatte mit einem Blackberry-Verbot in Indien gedroht und RIM eine Frist bis Ende Januar gesetzt. Bis dahin sollte der Konzern einen Vorschlag unterbreiten, wie die Behörden Zugang zum RIM-Datenverkehr bekommen können. Im Oktober hatte RIM zunächst eine Übergangsregelung vorgelegt.

RIM hat in Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten Verbote abgewendet, in dem es seine Dienste den nationalen Sicherheitsanforderungen angepasst hat. Details dazu wurden aber nicht bekannt.

Die Verschlüsselungstechnik bei RIM-Diensten gilt als besonders sicher. Damit sollen insbesondere vertrauliche Daten von Firmenkunden geschützt werden. Blackberrys sind vor allem in der Geschäftswelt ein wichtiges Kommunikationsmittel. Indien gilt als der am schnellsten wachsende Mobilfunkmarkt der Welt.

RIM beugt sich auch Porno-Zensur in Indonesien

RIM beugte sich außerdem bereits am Montag der Zensur in Indonesien und blockiert künftig den Zugang zu pornografischen Internetseiten. Das kanadische Unternehmen erklärte, es werde so schnell wie möglich einen Filter für sein Smartphone entwickeln und zum Einsatz bringen. RIM halte damit die indonesischen Gesetze ein. Die Regierung forderte das Unternehmen auf, den Worten rasch Taten folgen zu lassen.

Indonesien ist einer der wichtigsten Wachstumsmärkte für Smartphone-Hersteller. In dem bevölkerungsreichsten muslimischen Land nutzen bereits zwei Millionen Menschen ein Blackberry. Seit 2008 gilt in Indonesien ein verschärftes Pornografie-Verbot.

Forderungen des indonesischen Informationsministers Tiffatul Sembiring nach einer strengeren Zensur im Internet haben im Westen die Sorge aufkommen lassen, dass im traditionell eher gemäßigten Indonesien der konservative Islam verstärkt an Einfluss gewinnt.

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