Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

25.05.2011

10:24 Uhr

Russische Softwarefirma

iOS-Verschlüsselung angeblich geknackt

VonJens Ihlenfeld
Quelle:Golem.de

Apples Antwort auf die Geodaten-Affäre war eine Standardverschlüsselung des Backups von iPhone und iPad. Der russischen Firma Elcomsoft ist es nach eigenen Angaben nun gelungen, das verschlüsselte Dateisystem-Image zu knacken.

Damit Fremde nicht auf iPhone-Ortsdaten zugreifen können, verschlüsselt Apple die Daten standardmäßig. Eine russische Firma behauptet, diese entschlüsseln zu können - und will daraus ein Geschäft für Geheimdienste machen. Quelle: Reuters

Damit Fremde nicht auf iPhone-Ortsdaten zugreifen können, verschlüsselt Apple die Daten standardmäßig. Eine russische Firma behauptet, diese entschlüsseln zu können - und will daraus ein Geschäft für Geheimdienste machen.

Berlin

"Wer es mit seiner Privatsphäre sehr ernst nimmt, sollte nie ein iPhone (und vermutlich auch kein anderes Smartphone) verwenden", heißt es in der Ankündigung von Elcomsoft. Apples iPhone speichere beziehungsweise cache große Mengen an Informationen darüber, wie, wann und wo das Gerät benutzt wurde. Dabei würden mehr Daten erfasst, als bisher vorstellbar gewesen sei. Selbst gelöschte Bilder und Textnachrichten blieben gespeichert. Dass iPhone cache auch Screenshots, die Information, welche Apps verwendet wurden, Usernamen und Passwörter für Websites sowie so ziemlich alles, was auf dem iPhone getippt werde.

Die Daten werden laut Elcomsoft im iPhone verschlüsselt. Dazu hat Apple demnach seit dem iPhone 3GS einen Verschlüsselungschip in die Smartphones eingebaut und mit iOS 4 die sogenannte Data Protection eingeführt, die alle Nutzerdaten mit AES-256 verschlüsselt.

Jede Datei werde mit einem einzigartigen Schlüssel verschlüsselt, der an das jeweilige Gerät gebunden ist. Einige Dateien, beispielsweise die E-Mail-Dateien, seien zusätzlich mit dem Passwort des Nutzers verschlüsselt. Das sollte eigentlich ausreichend sicher sein, erklärte Elcomsoft.

Das Unternehmen will dennoch einen Weg gefunden haben, eine bitweise Kopie eines iOS-Geräts zu entschlüsseln. Die so entschlüsselten Dateisystem-Images sollen sich mit forensischen Werkzeugen analysieren lassen. Um die Daten zu entschlüsseln, ist allerdings physischer Zugriff auf das iPhone notwendig, da dazu die im iPhone gespeicherten oder erzeugten Schlüssel notwendig sind.

Für die zusätzlich mit dem Nutzerpasswort verschlüsselten Daten setzt Elcomsoft auf einen Brute-Force-Angriff. In der Standardeinstellung werden nur vierstellige Nummern verwendet, was die Zahl der möglichen Passwörter auf 10.000 begrenzt. Da das aber nur direkt auf dem iOS-Gerät gemacht werden kann, dauert es mit einem iPhone 4 laut Elcomsoft bis zu 40 Minuten. Im Durchschnitt liegt der Zeitaufwand bei 20 Minuten.

Elcomsoft kündigte an, demnächst ein Werkzeug anzubieten, mit dem sich verschlüsselte iOS-Dateisysteme entschlüsseln lassen. Allerdings soll die Software nur an Strafverfolgungsbehörden, Geheimdienste und Forensiker verkauft werden.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×