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22.08.2013

16:06 Uhr

Sammel-Aktion

Finanzierung für Ubuntu-Smartphone gescheitert

Beim Trend, die Entwicklung neuer Produkte vorab von Nutzern finanzieren zu lassen, gibt es einen neuen Rekord: Fast 13 Millionen Dollar kamen für ein Smartphone auf Ubuntu-Basis zusammen – gebaut wird es trotzdem nicht.

Ubuntu-Smartphone Edge: Das Gerät sollte den Komfort eines Smartphones und die Leistungsfähigkeit eines Desktop-PCs kombinieren. obs

Ubuntu-Smartphone Edge: Das Gerät sollte den Komfort eines Smartphones und die Leistungsfähigkeit eines Desktop-PCs kombinieren.

LondonDer südafrikanische Unternehmer Mark Shuttleworth ist mit seiner Geldsammel-Kampagne zum Bau eines neuen Super-Smartphones mit dem freien Betriebssystem Ubuntu gescheitert. Bis zum Ende der gesetzten Frist am Mittwoch um Mitternacht Pazifischer Zeit seien insgesamt 12,81 Millionen US-Dollar (9,56 Millionen Euro) zusammengekommen - und damit nur rund 40 Prozent der nötigen Summe, teilte Shuttleworths britisches Software-Unternehmen Canonical am Donnerstag mit. Shuttleworth wollte 32 Millionen Dollar zusammenbekommen, um 40.000 der Hochleistungs-Smartphones zu bauen.

Ein "verrückter Monat" ende für ihn, schrieb Shuttleworth. Trotz des Scheiterns der Finanzierung sei mit der Sammel-Kampagne für das "Ubuntu Edge" ein Rekord gebrochen worden. Noch nie sei so viel Geld mit dem sogenannten Crowdfunding über das Internet gesammelt worden - mit einer Kampagne zur Schwarmfinanzierung also.

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"Fast 20.000 Menschen glaubten an unsere Idee und trugen Monate im voraus Hunderte von Dollar zu einem Telefon bei - einfach, um es Wirklichkeit werden zu lassen", schrieb Shuttleworth. Nicht nur Einzelpersonen hätten Geld gegeben. Auch der Finanzinformationsdienstleister Bloomberg etwa habe 80.000 Dollar beigesteuert. Nach dem Scheitern der Gesamtfinanzierung bekämen die Interessenten nun innerhalb von fünf Werktagen ihr Geld erstattet.

Das "Ubuntu Edge" sollte das erste Smartphone mit dem Betriebssystem "Ubuntu mobile" sein und neue Maßstäbe in der Smartphone-Welt setzen. Das Gerät sollte mit angeschlossenem Bildschirm und einer Tatstatur als ausgewachsener Computer genutzt werden können. Dazu hätte es mit drei Betriebssystemen parallel laufen sollen: der Smartphone-Variante von Ubuntu, der Vollversion für Computer und der Google-Software Android, die auf 80 Prozent aller Smartphones zum Einsatz kommt. Ubuntu ist die weltweit erfolgreichste Version des frei verfügbaren Betriebssystems Linux.

Auch mit vielen anderen Ausstattungsmerkmalen hätte das umgerechnet 520 Euro teure "Ubuntu Edge" andere aktuelle Hochleistungs-Smartphones übertroffen. Der Datenspeicher sollte mit 128 Gigabyte doppelt so groß sein wie bei derzeitigen Geräten mit Spitzen-Ausstattung. Der Arbeitsspeicher war mit vier Gigabyte so umfangreich angelegt wie bei vielen Notebooks heute. Das Display sollte hochauflösend und aus Saphirglas sein - einem extrem kratzfesten Material.

Für das Gehäuse war ein einziges Stück Metall vorgesehen. Beim Akku setzen die Hersteller auf eine neue Hochleistungstechnologie, einen Lithium-Ionen-Akku mit Silizium-Anoden. Dieser wäre deutlich leistungsfähiger als übliche Handybatterien gewesen - diese sind heute die große Schwachstelle von Smartphones.

Ubuntu-Smartphones anderer Hersteller kämen nun 2014 in den Handel, erklärte Shuttleworth. Ob diese an den Leistungsumfang des "Ubuntu Edge" heranreichen, ist ungewiss. Shuttleworth gab sich trotz des Scheiterns dennoch kaum resigniert: "Wer weiß: Vielleicht nehmen wir eines Tages alles zusammen, was wir aus dieser Kampagne gelernt haben - Gelungenes und Fehler -, und versuchen es noch mal von Neuem."

Von

afp

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

22.08.2013, 17:02 Uhr

Schade! Open Source wäre zumindest der Stachel im Fleisch der Datenspione. Immerhin gibt es wenigsten von anderen Hardware-Hersteller Ubunte-Geräte zu kaufen. Alle anderen (Apple, Android) Smartphone-User verdienen es, daß ihre Daten in Utah landen - für immer!

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