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23.12.2014

08:08 Uhr

Samsung Galaxy Note Edge im Test

Ein Smartphone wie ein Kühlschrank

VonMartin Dowideit

Das Samsung Galaxy Note Edge sticht aus der Masse der Smartphones hervor. Ein gekrümmtes Extra-Display sorgt nicht nur für Aufsehen, es ist auch praktisch. Doch dessen Möglichkeiten schöpft Samsung nicht aus.

Handelsblatt-Techniktest

Samsung Note Edge: Smartphone mit Suchtpotential

Handelsblatt-Techniktest: Samsung Note Edge: Smartphone mit Suchtpotential

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„Zeig‘ mal her“, „Was ist denn das?“, „Darf ich mal halten?“ – in der Redaktion und im Freundeskreis ist mein Test-Smartphone schon mal sehr begehrt. Kein Wunder, denn das Samsung Galaxy Note Edge hat ein gekrümmtes Extra-Display an einer Längsseite des Geräts. Das Hauptdisplay geht nahtlos in den halbrunden Bildschirm über. Der schmale Bildschirm ist auch dann sichtbar und bedienbar, wenn die klappbare Schutzhülle geschlossen ist (das „Flip Wallet“ – ist im „Premium-Paket“ enthalten). Das lässt die Augen der Kollegen glänzen.

Meinen eigenen Augen bleibt die Performance auf dem Nachttisch vorbehalten. Auch dort gibt sich das Galaxy Note Edge schick – die Uhrzeit und Weckzeit stehen blass auf dem gerundeten Display. Kein Drücken oder Wischen ist nötig, um am Morgen die Uhrzeit zu checken. Das Klingeln wird per Wisch über die Seitenleiste abgestellt, die Schutzhülle kann geschlossen bleiben. Und so spart das Hauptdisplay Strom. Es ist wie beim Kühlschrank: Erst wenn die Klappe aufgeht, geht das Licht an.

Die Geschichte von Samsung

Konzern mit langer Geschichte

Smartphones, Fernseher, Computer, Kameras, und und und: Samsung ist einer der größten Elektronikhersteller der Welt. Die Geschichte des südkoreanischen Mischkonzerns begann Ende der 30er Jahre.

Trockennahrung und Getreidemühlen

Den Grundstein des Konzerns legte der Südkoreaner Lee Byung Chul bereits 1938 mit gerade einmal 25 US-Dollar in der Tasche. Er verkaufte Trockennahrung nach China. Nur ein Jahrzehnt später hatte sein anfangs kleines Unternehmen bereits eigene Getreidemühlen und Maschinen zur Herstellung von Konfekt.

Umzug im Korea-Krieg

Während des Koreakrieges (1950-53) musste Lee Byung Chul die Hauptstadt Seoul verlassen, in Busan eröffnete er eine Zuckerraffinerie. Nach dem Krieg gründete er auch eine Textilienfirma und baute eine Fabrik.

Lebensversicherungen

1963 kauft das Unternehmen die Dongbang Lebensversicherungen auf und macht sie zur heutigen Samsung Lebensversicherung. Die Tochtergesellschaft ist größter Versicherer in Südkorea.

Fernseher und Kühlschränke

Ende der 1960er Jahre fängt Samsung an, Elektronik zu produzieren. So kommt 1970 ein Schwarz-Weiß-Fernseher auf den Markt. Vier Jahre später erweitert der Konzern seine Palette um Waschmaschinen und Kühlschränke.

Telekommunikationsausrüstung

1980 übernahm Samsung einen Hersteller von Telekommunikationsausrüstung – die Grundlage für das heutige Handygeschäft.

Generationswechsel und Umstrukturierung

Nach dem Tod von Firmengründer Lee Byung Chul 1987 übernimmt dessen Sohn Lee Kun Hee die Geschäfte. Er teilte den Konzern in vier Gruppen, darunter die heute so bekannte Elektroniksparte.

Autotelefone und Smartphones

In den 1980er Jahren brachte Samsung erste Autotelefone heraus. In den 1990er Jahren verkaufte der Konzern Handys, seit den 2000er Jahren auch Smartphones. Inzwischen ist Samsung der größte Anbieter in diesem Segment, noch vor Apple und Nokia.

Tablet-Computer und intelligente Uhren

Apple hat mit dem iPad den Tablet-Markt geschaffen, Samsung macht dem kalifornischen Konzern mit seinen Galaxy-Tab-Geräten aber inzwischen enorm Konkurrenz. Außerdem hat der südkoreanische Hersteller mit der Galaxy Gear eine Smartwatch herausgebracht.

Auch mit anderen Funktionen kann die Randleiste belegt werden. So verfügt das Gerät über eine immer griffbereite und variable Funktionsleiste – für den schnellen Zugriff auf die beliebtesten Apps, die wichtigsten Lesezeichen oder den Schrittzähler des Fitness-Tools. Auch Taschenlampe, Stoppuhr oder ein Lineal sind per Wisch über die Leiste schnell erreichbar. Doch damit ist die Möglichkeit der Belegungen leider auch bald schon fast an ihrem Ende. Es gibt weniger als ein Dutzend Leisten-Ansichten und gerade einmal etwas mehr als eine Handvoll für das Edge entwickelte Apps.

Dabei macht etwa das Nachrichtenangebot der Schweizer Kollegen von „Blick“ etwas her. Die Nachrichten stehen auf dem Hauptdisplay, auf der Krümmung sind die Menü-Punkte immer griffbereit. Der Kurznachrichtendienst Twitter lässt die aktuellen Trends in einem Laufband über die Seite laufen. Doch viele andere Entwickler scheinen noch kein Feuer gefangen zu haben.

Das Haupt-Display kommt mit prächtiger Auflösung (2560 x1440) und satten Farben zur Geltung. Der Quad-Core-Prozessor mit 2,7 Gigahertz verhindert ein Ruckeln oder Ladezeiten beim Wechsel zwischen Apps. Das Benutzen der Kamera und anderer Funktionen macht daher Spaß.

Das Edge hat 32 Gigabyte Speicherplatz und kann um bis zu 128 Gigabyte per Micro-SD-Karte erweitert werden. Als Betriebssystem kommt Android 4.4.4 von Google zum Einsatz, ein Update auf die neueste Version 5.0 soll Anfang 2015 erfolgen.

Etwas nervig ist, dass bei der ersten Nutzung Apps und Nutzerkonten aufgeschwatzt werden. Wer das erste Foto knipst, muss sich wehren, es gleich auf die Dropbox in die Cloud zu laden. Die Nachrichten-App Flipboard belegt gleich einen der durchwischbaren Startbildschirme. Und auch etliche andere Apps sind ungefragt vorinstalliert. Manche Funktionen setzen das Anlegen eines Samsung-Nutzerkontos voraus – etwa das Herunterladen zusätzlicher Aufnahme-Modi für die Kamera. Noch ein Ärgernis: Die Übermittlung von Lokalisierungsdaten ist standardmäßig aktiviert.

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