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08.04.2015

12:47 Uhr

Samsung Galaxy S6 Edge im Test

Auf Kante genäht

VonAlexander Möthe

Samsung wehrt sich: Mit den neuen Top-Smartphones aus der Galaxy-Reihe will der koreanische Konzern Apple auf Abstand halten. Wir haben das S6 Edge mit den abgerundeten Kanten getestet. Lohnt sich der Umstieg?

Technik-Test

Galaxy S6 Edge: Brilliante Kanten mit wenig Funktion

Technik-Test: Galaxy S6 Edge: Brilliante Kanten mit wenig Funktion

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DüsseldorfDie Erwartungen sind riesig. Samsung will mit seinen neuen Flaggschiff-Smartphones, dem Galaxy S6 und Galaxy S6 Edge, wieder der unumstrittene Marktführer werden. Die neu gestalteten Geräte, die am Freitag auf den Markt kommen, sollen das iPhone und die Android-Konkurrenz auf Abstand halten – der Vorgänger S5 blieb deutlich hinter den Erwartungen zurück. Dabei setzt der koreanische Konzern vor allem auf Design. Gerade das Edge-Modell mit seinen abgerundeten Kanten ist ein Hingucker. Aber hält es auch, was es verspricht? Wir haben getestet, ob sich der Umstieg vom zwei Jahre alten S4 lohnt.

Das Gerät hat was, schon beim Auspacken. Es hat kein Gehäuse aus Plastik, wie so viele Samsung-Smartphones, sondern aus Stahl und Glas. Endlich eine hochwertige Aufmachung für ein hochwertig ausgerüstetes Gerät. Warum Metall automatisch als hochwertiger als Kunststoff wahrgenommen wird, dürfte auf ewig ein psychologisches Phänomen bleiben.

Das S6 Edge in aller Kürze

Was ist es?

Das Galaxy S6 Edge ist das neue Top-Smartphone von Samsung. Durch den an zwei Seiten gerundeten Bildschirm hebt es sich von sämtlichen anderen Geräten ab.

Was sagt die Werbung?

Fesselnde Formen und Brillanz.

Was ist gelungen?

Die Kanten sind ein gelungenes Design-Element. Das Gerät ist technisch auf dem neuesten Stand.

Was ist nicht so gelungen?

Die Funktionen für die Kanten sind noch überschaubar. Anders als beim Vorgänger lässt sich der Speicher nicht per Micro-SD-Karte erweitern, außerdem sind S6 und S6 Edge nicht mehr wasserfest. Auch der Akku ist nun fest verbaut.

Was kostet das Gerät?

Samsung empfiehlt für das S6 Edge mit 32 Gigabyte Speicher einen Preis von 850 Euro, mit 128 Gigabyte werden sogar mehr als 1000 Euro fällig. Das S6 kostet 100 bis 150 Euro weniger.

Ist es empfehlenswert?

Die Hardware ist top, allerdings rechtfertigen die Zusatzfunktionen für die Kanten keinen Aufpreis von 100 Euro oder mehr. Wer auf das Design steht, greift trotzdem zu.

Die Linienführung hat sich im Detail verändert, die Galaxy-Gene sind jedoch noch klar erkennbar. Die Bedienelemente sind weitgehend identisch, trotz Änderungen bleibt das Edge als Teil der Familie identifizierbar. Wer von einem S4 umsteigt, bemerkt den deutlich größeren Bildschirm. Mit einem Gewicht von gut 130 Gramm liegt es aber sehr gut in der Hand.

Das wichtigste Erkennungsmerkmal ist das Display, das bei Samsung erstmals mit abfallenden Kanten links und rechts daher kommt. Der Bildschirm erweitert sich dadurch auf die Ränder, wirkt nicht nur größer, sondern ist dank Ultra-HD-Auflösung gestochen scharf. Wie schon beim PC-Bildschirm stellt sich allerdings die Frage, in welcher Lebenslage Ultra-HD wirklich einen Mehrwert bringt. Tiefenschärfe, Farbintensität, Kontrast und vor allem die Leuchtstärke bei Lichteinfall sind allerdings ohne Übertreibung überragend.

Doch wie beim Galaxy Note 4 Edge (hier geht es zum Test), das eine abgerundete Seite hat, stellt sich die Frage: Was habe ich davon? Beim Samsung-Phablet war die Zahl der Anwendungen noch überschaubar. Was für die Tester der Technologie-Blogs euphorisierend wirkt, erschließt sich dem Durchschnittsnutzer nicht unbedingt auf den ersten Blick. Also ran ans Eingemachte.

Es klingt vielleicht komisch, aber das Gefühl ist beim S6 Edge tatsächlich sinnlicher als bei seinen Vorgängern. Der Daumen gleitet zart über das sanft gebogene Glas – Erlebniskommunikation. Das S6 wirkt glatter als seine Vorgänger, was es bei seiner Größe von gut fünf Zoll leider etwas instabil in der Hand liegen lässt. Sprich: Die Angst, das gute Stück fallen zu lassen, surft mit.

Der Bildschirm des Galaxy S6 Edge hat zwei abgerundete Kanten – dadurch wirkt das Gerät von der Seite flacher.

Galaxy S6 Edge

Der Bildschirm des Galaxy S6 Edge hat zwei abgerundete Kanten – dadurch wirkt das Gerät von der Seite flacher.

In den Ecken gibt es was zu entdecken: Bei Standard-Apps wie dem Musikprogramm etwa wandert die alphabetische Liste mit Titeln in den Randbereich. Auch die Bedientasten finden sich jetzt dort. Einige wenige RSS-Feeds und Widgets lassen sich selbst bei aktiviertem Sperrbildschirm durch Fingerwischen auf die Kante holen. Das können Börsenkurse oder Sportergebnisse sein, die Uhrzeit oder das Wetter. Über Nacht kann die Kante mit sanfter, aber merklicher Beleuchtung im Schlafzimmer die Uhrzeit anzeigen. Auch Benachrichtigungen von VIPs in der Kontaktliste bekommen dort ihren Ehrenplatz.

Auch wenn Samsung ein paar Funktionen für die namensgebenden Kanten – „Edges“ – entwickelt hat, bieten diese insgesamt noch wenig Mehrwert. Da ist noch Raum für mehr. Zudem fällt die Bedienung nicht immer leicht, die kleinen Tasten wollen präzise gedrückt werden.

Unabhängig von den Kanten: Technisch ist das Edge eine echte Hausnummer. Drei Gigabyte Arbeitsspeicher treffen auf einen 2,1 Gigahertz-Prozessor mit acht Kernen. Das macht sich bei der Bedienung bemerkbar, Apps laden rasend schnell und sehr flüssig. Ruckler zeigt das S6 im Test nicht. Im Zusammenspiel mit dem guten Display wird das Arbeiten und auch Lesen zum Vergnügen. Gerade Business-Apps und das neue E-Mail-Programm laufen rund und sind sehr übersichtlich.

Kommentare (2)

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Herr Herbert Maier

08.04.2015, 14:34 Uhr

Bis jetzt hatte Samsung durch den wechselbarem Akku und mSD Kartensslot Alleinstellungsmerkmal, warum sich viele gerade für Samsung entschieden haben. Nunmehr ist es nur noch ein Konkurrent unter vielen. Das war sicher keine gute Entscheidung.

Herr Felix Graeber

08.04.2015, 18:15 Uhr

Meins ist bestellt :). Das beste Smartphone am Markt mit dem Betriebssystem, dass die meisten Freiheiten lässt - quasi das iPhone unter den Android-Geräten, nur eben mit mehr Funktionen und Personalisierungsmöglichkeiten.

Klar, billig ist es nicht, aber es war schon immer etwas teurer, das Beste und auffallendste Produkt zu haben.

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