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10.08.2011

11:43 Uhr

Schadsoftware

Android-Nutzer leben gefährlich

VonStephan Dörner

Experten schlagen Alarm: Googles Smartphone-Plattform Android wird ein immer attraktiveres Ziel für Cyber-Kriminelle. Die Probleme sind überwiegend hausgemacht.

Smartphone mit Googles Android-System. Die Smartphones mit dem Google-System sind besonders gefährdet. Quelle: Reuters

Smartphone mit Googles Android-System. Die Smartphones mit dem Google-System sind besonders gefährdet.

DüsseldorfIT-Sicherheitsexperten warnen vor einem Anwachsen von Schadsoftware auf Android-Smartphones. Die Gefahr für Android-Nutzer sei inzwischen zweieinhalbmal so hoch, wie noch vor wenigen Monaten, stellt eine aktuelle Studie der auf Smartphone-Sicherheit spezialisierten Firma Mobile Security fest. Die Experten schätzen, dass die rund 400 bekannten Apps mit Schadsoftware bereits rund eine halbe Millionen Android-Systeme infiziert haben.

Gleichzeitig beobachteten sie, dass die Angreifer zunehmend versiertere Techniken nutzen. Die Apps sind beispielsweise in der Lage, Daten wie den Standort, die E-Mail-Adresse und den Inhalt von SMS an die Angreifer zu senden. Außerdem können sie im Hintergrund unbemerkt vom Nutzer Dateien herunterladen oder den Browser starten.

Cyber-Kriminelle bewerben ihre Schadsoftware in Online-Anzeigen und bieten angebliche Updates zu bereits installierter Software an. Häufig werden die Anzeigen in anderen Apps platziert. Sobald der Nutzer auf sie klickt, wird die App automatisch heruntergeladen. Ebenfalls beliebt: Bereits existierende Software wird ohne Erlaubnis des Herstellers mit Schadsoftware gebündelt und in App-Stores von Drittanbietern zum Download angeboten - natürlich unter dem Titel der nicht schädlichen Originalsoftware. Somit kommt die Software unter falscher  Flagge auf die Telefone.

Neben echter Schadsoftware gibt es auch solche Apps, die sich in einer Grauzone bewegen. So bedienten sich beispielsweise einige Programme verwirrender Formulierungen, um den Nutzer zur Zustimmung zu bewegen, die er mutmaßlich gar nicht geben will, heißt es in der Studie.

Android-System kämpft mit Sicherheitslücken

Immer wieder fällt Googles Smartphone-System außerdem durch schwere Sicherheitslücken auf. Die jüngste entdeckte Michael Backes vom Max-Planck-Institut für Softwaresysteme in Saarbrücken. Der Leiter des neuen Kompetenzzentrums für IT-Sicherheit (CISPA) informierte nach eigenen Angaben bereits am 20. Juni Google über das Sicherheitsproblem. Google hat den Fehler inzwischen im Betriebssystem der Smartphones behoben.

„Wir haben entdeckt, dass man über ein manipuliertes Anwendungsprogramm, also eine App, die man zum Beispiel als Computerspiel tarnen kann, Zugriff auf das Betriebssystem der Smartphones erhalten kann“, so Backes. Das könnten Cyber-Kriminelle dazu nutzen, Schadsoftware nachzuladen. Besonders kritisch sei bei dieser Sicherheitslücke die Tatsache, dass die Manipulation am Gerät selbst für den Laien nur schwer zu erkennen sei, da der Eindringling kaum Datenspuren hinterließe.

Kommentare (2)

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Darth_Hoss

10.08.2011, 13:52 Uhr

Was soll man von einem Artikel halten, der 2.3.4 als das aktuelle Android bezeichnet, während seit fast einem Monat 2.3.5 draussen ist?
Zudem MUSS eine App vom Nutzer installiert werden - beim Ei-Fon genügte vor kurzer Zeit der Besuch einer Webseite, um sich Schadsoftware einzufangen :-)

wrsqprmpf

10.08.2011, 17:19 Uhr

Wie gefährlich ? Explodiert mein Handy am Ohr ? Na also.

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