Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

16.02.2012

13:32 Uhr

Schnüffel-Angriffe

Der Spion im iPhone

VonStephan Dörner

Kaum jemand kennt Sie so gut wie Ihr Smartphone. Doch wie sicher sind die sensiblen Daten? Nicht nur Schadsoftware bedroht die Privatsphäre von Smartphone-Nutzern.

Mann mit iPhone 4. Apple will künftig technisch verhindern, dass Apps ohne Erlaubnis des Nutzers auf Adressbuchdaten zugreifen. dpa

Mann mit iPhone 4. Apple will künftig technisch verhindern, dass Apps ohne Erlaubnis des Nutzers auf Adressbuchdaten zugreifen.

DüsseldorfDie Daten, die Smartphone-Nutzer jeden Tag generieren, sind wertvoll. Sie zeigen, wo die Kunden Dienste nutzen, wo das Netz des Mobilfunkproviders wegen häufiger Gesprächsabbrüche noch nachgebessert werden muss - oder wo sich gerade ein Stau bildet. „HD Traffic“ heißt ein vom Navi-Hersteller TomTom entwickelter und angebotener Echtzeit-Verkehrsinformationsservice, der in Deutschland auf die Daten von Vodafone-Kunden zugreift. „Das Verkehrssystem erkennt, wie schnell und in welche Richtung sich die Mobiltelefone bewegen, und errechnet daraus, wo der Verkehr flüssig läuft, wo es nur im Schneckentempo oder gar nicht vorwärts geht“, heißt es auf der Vodafone-Website. Eine explizite Zustimmung haben die Vodafone-Kunden dem Konzern für die Auswertung ihrer Ortsdaten nicht erteilt. Immerhin behauptet Vodafone aber auch, dass die Daten nicht mehr einzelnen Nutzern zuzuordnen sind.

So lange eine derartige Auswertung der Daten anonymisiert erfolgt, haben auch Datenschützer in der Regel nichts dagegen. Ist allerdings einmal eine entsprechende Überwachungssoftware aktiv, kann diese auch missbräuchlich eingesetzt werden. Das Gefahrenpotential zeigt der Skandal um die Software Carrier IQ. Sie sollte eigentlich im Auftrag der Mobilfunkprovider und Smartphone-Hersteller anonymisiert Daten zum Gebrauch der Geräte und der Netzqualität sammeln. Ein Blogger entdeckte allerdings noch mehr. Ganz im Stile einer Schadsoftware fing die Software sogar die Eingaben des Benutzers ab – ohne diese allerdings zu versenden. Weder CarrierIQ noch den Kunden des Start-Ups schien diese Funktion bekannt gewesen zu sein – jedenfalls erfüllte sie offensichtlich keine sinnvolle Funktion.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×