Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

06.04.2006

12:15 Uhr

Senkung der Weiterleitungsgebühren

Anruf von Handy-Nummern soll billiger werden

Anrufe vom Festnetz zum Handy könnten schon bald billiger werden. Die Bundesnetzagentur will die Mobilfunkkonzerne zur Senkung der Weiterleitungsgebühren zwingen. Diese zeigen sich auch offen für ein Entgegenkommen zu Gunsten der Kunden - allerdings nicht ohne Hintergedanken.

Anrufe vom Festnetz zum Handy könnten schon bald billiger werden. Foto: ap

Anrufe vom Festnetz zum Handy könnten schon bald billiger werden. Foto: ap

HB KÖLN. Die Bundesnetzagentur veröffentlichte am Mittwoch den Entwurf einer Regulierungsverfügung, mit der die Aufsichtsbehörde eine spürbare Senkung der Gebühren erzwingen will, die die vier deutschen Netzbetreiber T-Mobile, Vodafone, E-Plus und O2 bei Anrufen in ihrem Netz in Rechnung stellen. Alle Betroffenen haben nun vier Wochen Zeit, dazu Stellung zu nehmen.

Derzeit kassieren die führenden deutschen Mobilfunkanbieter, T-Mobile und Vodafone, bei Anrufen in ihrem Netz Weiterleitungsgebühren von elf Cent in der Minute, die kleineren Anbieter, E-Plus und 02, sogar 12,4 Cent je Minute. Dies spült beträchtliche Gewinne in die Kassen der Mobilfunker - auf Kosten der Verbraucher.

Das will der Präsident der Bundesnetzagentur Matthias Kurth jetzt ändern. Die Bundesnetzagentur sieht sich nach einer Marktanalyse zum Einschreiten verpflichtet, da die vier Mobilfunkkonzerne bei Anrufen in ihrem eigenen Netz praktisch über ein Monopol verfügen. In einem ersten Schritt sollen die so genannten Terminierungsentgelte nach dem Willen der Behörde bei den großen Mobilfunkanbieter auf unter zehn Cent sinken.

Dabei droht die Bundesnetzagentur den Mobilfunkbetreibern mit ihrer schärfsten Waffe: der Einführung einer Genehmigungspflicht für die Weiterleitungstarife. Doch könnten die Unternehmen diese Zwangsmaßnahme noch durch freiwillige Vereinbarungen abwenden, betonte Kurth vor wenigen Tagen. Voraussetzung sei aber, dass sie die Preise weiter absenkten und sich dabei an den europäischen Standards bei vergleichbaren, effizienten Netzbetreibern orientierten. Das könnte allerdings für die Mobilfunkbetreiber drastische Einnahmeausfälle bedeuten.

Auf jeden Fall werde die neue Regulierungsverfügung noch in diesem Jahr in Kraft treten, hieß es bei der Behörde.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×