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13.05.2014

09:35 Uhr

3D-Drucker

Jeder sein eigener Produktpirat

VonCatrin Gesellensetter

Mit 3D-Druckern werden sich künftig gängige Konsumgüter rasch und kostengünstig herstellen lassen. Doch damit steigt auch die Gefahr von Marken- und Urheberrechtsverletzungen drastisch.

Ob Schokoriegel, Büstenhalter oder ganze Häuserzeilen – druckbar ist inzwischen fast alles. dpa

Ob Schokoriegel, Büstenhalter oder ganze Häuserzeilen – druckbar ist inzwischen fast alles.

MünchenDrucken. Damit war lange Zeit vor allem der Auftrag eingefärbter Typen und Bilder auf Papier oder Stoff gemeint. Heute ist das anders. Statt nur Flächen zu gestalten, lassen sich mit moderner Technik auch dreidimensionale Objekte aufbauen. Ob Schokoriegel, Büstenhalter oder ganze Häuserzeilen – druckbar ist inzwischen fast alles.

Geräte, die so etwas können, sind für die meisten Endverbraucher zwar noch nicht zu bezahlen. Doch die Preise sinken schnell. Passable 3D-Drucker gibt es mittlerweile schon für um die 800 Euro. Zwar sind solche Modelle bei weitem nicht so leistungsfähig wie Maschinen für den Industriebedarf: Es dürfte aber nur eine Frage der Zeit sein, bis sich mit ihnen die gängigsten Konsumprodukte herstellen lassen – zu erschwinglichen Preisen und für jedermann.

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Jetzt sind sie da: In Großstädten eröffnen 3D-Drucker-Läden für Jedermann. Wer die Hoffnung hat, mit einem 3D-Drucker zehn weitere herzustellen wird allerdings enttäuscht.

Die Nachfrage nach der neuen Technik steigt rasant. Das Marktforschungsinstitut Canalys geht davon aus, dass die Branche allein in diesem Jahr 3D-Drucker im Wert von 1,3 Milliarden Dollar sowie Services und Materialien im Wert von 2,5 Milliarden Dollar verkaufen wird. Damit läge der Gesamtumsatz um 52 Prozent höher als noch 2013. Bis 2018 soll der Markt den Analysten zufolge ein Volumen von jährlich rund 16,2 Milliarden Dollar erreicht haben.

Der steigende Absatz birgt aber auch Risiken. Die Marktforschungsfirma Gartner zum Beispiel prognostiziert, dass Rechteinhaber – ebenfalls 2018 – mit einem Schaden von mindestens 100 Milliarden Dollar rechnen müssen. Pessimisten warnen sogar, die neue Technik werde für die traditionelle Fabrikationsindustrie zu einer ähnlichen Bedrohung wie die Internetpiraterie für die Musik- und Filmindustrie.

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

13.05.2014, 11:39 Uhr

"Waffen drucken" und "Urheberrechtsverletzungen" sind die die Zombie-Begriffe, mit denen eine Regulierung herbeizuführen versucht wird. Was nicht funktioniert, denn es gibt längst 3D-Drucker-Modelle aus der OpenSource-Gemeinde.
In Wahrheit geht es um die Angst der Industrie vor dem Ende der Geplanten Obszoleszenz. Wenn jedermann die üblichen billigen Plastik-Zahnräder beliebig oft ersetzen kann...

Account gelöscht!

13.05.2014, 12:13 Uhr

"Waffen drucken"
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Das funktioniert sowieso nicht. Ich habe in einem Video der australischen Polizei gesehen, was passiert, wenn man damit schießt: Der Schütze hätte seine Hand verloren und wäre wahrscheinlich verblutet. Gerade mit dem Begriff "Waffen selber drucken" wird m.E. nur ein Popanz aufgebaut.
M.M.n. kann man Schußwaffen nicht einmal mit einem pulvermetallurgischen Verfahren "drucken", weil dem Produkt die Zähigkeit klassischer Waffenstähle fehlt.

Account gelöscht!

13.05.2014, 14:35 Uhr

@Wolfsfreund
Und wie darf man sich das Drucken dann vorstellen...kommt da Eisen oder Stahl aus der "Tintenpatrone oder Toner"????

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