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20.09.2016

18:41 Uhr

Cyberattacke aus Russland

Erneuter Hackangriff auf deutsche Parteien

Deutsche Behörden warnen seit langem vor Cyberattacken aus Russland. Jetzt haben Hacker wieder versucht, sensible Infos abzugreifen. Experten befürchten politische Einflussnahme vor der Bundestagswahl.

Der Cyber-Angriff ist der Nato und dem Bundesnachrichtendienst (BND) aufgefallen. dapd

Hackerangriff auf deutsche Parteien

Der Cyber-Angriff ist der Nato und dem Bundesnachrichtendienst (BND) aufgefallen.

BerlinDeutsche Parteien sind im Sommer erneut zum Ziel eines Angriffs russischer Hacker mit staatlichem Hintergrund geworden. Politiker und Mitarbeiter mehrerer Parteien erhielten am 15. und 24. August E-Mails, die vermeintlich aus dem Nato-Hauptquartier stammten, berichteten am Dienstag „Süddeutsche Zeitung“, NDR und WDR.

Darin habe sich ein Link befunden, über den Spähsoftware auf den betroffenen Rechner gelangt sei. Der Rechercheverbund berichtet unter Berufung auf ungenannte Regierungsexperten, der Fall deute auf russische Hacker hin.

Auch nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur in Berlin aus Sicherheitskreisen vermuten deutsche Behörden wie bei den Cyberattacken auf den Bundestag 2015 und auf die CDU-Zentrale in Berlin im Frühjahr 2016, dass russische Hacker mit staatlichem Hintergrund hinter dem Angriff stecken. Die Hackergruppe ist unter den Bezeichnungen „Sofacy“ und „APT28“ bekannt.

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Nach Angaben von „SZ“, NDR und WDR nehmen Sicherheitsexperten der Bundesregierung den Vorfall sehr ernst. Sie befürchten demnach, dass eine ausländische Macht Geheimnisse aus dem Berliner Politikbetrieb ausspähe, um die Bundestagswahl im kommenden Jahr zu beeinflussen.

Anders als bei dem Angriff auf das Parlament 2015 seien diesmal nicht nur Fraktionen im Bundestag betroffen, wie etwa die Linken-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht, sondern auch Teile der Parteien wie die Junge Union, die Bundesgeschäftsstelle der Linken oder die CDU im Saarland, wo im März ein neuer Landtag gewählt wird.

Der Cyberangriff auf Mitglieder der Landes-CDU war bereits vor gut einer Woche bekannt geworden. Die saarländische Polizei ermittelt in diesem Fall nach Angaben eines Sprechers des Landespolizeipräsidiums wegen des Verdachts der versuchten Ausspähung von Daten beziehungsweise Computerspionage. Zuerst hatte damals die „Saarbrücker Zeitung“ über den Fall berichtet.

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