Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

04.04.2014

13:22 Uhr

Gehackte E-Mail-Konten

Nutzer sollen Vorsorge treffen

Es ist der zweite riesige Datendiebstahl innerhalb weniger Monate: Die Zugangsdaten zu 18 Millionen E-Mail-Adressen sind die Hände von Kriminellen gelangt. Doch wer von dem Datenklau betroffen ist, bleibt vorerst unklar.

Datenklau-Skandal

Hacker klauen 18 Millionen E-Mail-Adressen

Datenklau-Skandal: Hacker klauen 18 Millionen E-Mail-Adressen

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Im vielleicht größten Datenklau in der Geschichte Deutschlands haben Unbekannte die Zugangsdaten zu rund 18 Millionen E-Mail-Konten gestohlen, meldet die Staatsanwaltschaft Verden. Kunden aller großen E-Mail-Anbieter in Deutschland sollen betroffen sein.

Die Justiz rechnet damit, dass insbesondere „frische Mail-Konten“ geknackt wurden und die diese bereits aktiv missbraucht würden. Erste Fälle von Spam-Missbrauch seien schon aufgetreten.

Was passiert mit meiner E-Mail vom Sender bis zum Empfänger

Besteht das Briefgeheimnis?

Bei der Konzeption der frühen Internetdienste stand im Vordergrund, Kommunikation möglich zu machen. Daher hat man bei den grundlegenden technischen Protokollen nicht darauf geachtet, ein stabiles Fundament für einen abhörsicheren Briefwechsel zu schaffen. Daher entspricht eine herkömmliche E-Mail eher einer offenen Postkarte als einem versiegelten Brief

Was passiert beim Mailverkehr?

Wenn beispielsweise Nutzerin „Anna“ an „Benni“ eine Mail schickt, sendet Annas E-Mail-Programm oder der Browser im ersten Schritt die Mail an den Mail-Server ihres Service-Providers. Wenn sie zum Beispiel ein GMail-Konto hat, wäre das Google. Dieser Mail-Server schickt den Inhalt an den Provider, den Benni nutzt. Auf der Strecke kann die Mail über etliche andere Server im Internet laufen. Benni kann den Inhalt dann bei seinem Provider abrufen.

Werden E-Mails im Netz mitgelesen?

Die meisten Mails werden unterwegs mehrfach von Software-Robotern gelesen. Beim Provider des Absenders wird in der Regel überprüft, ob die Mail ein Schadprogramm als Anhang mit sich führt. Auf den Empfänger-Systemen wird ebenfalls ein Virus-Check vorgenommen. Außerdem überprüfen die Provider, ob es sich um eine lästige und unerwünschte Spam-Mail handelt, die gleich gelöscht oder zumindest in einen Spam-Ordner wegsortiert wird.

Wieso taucht zur E-Mail passende Werbung auf?

Bei Systemen wie GMail ermittelt der Roboter beim Prüfen der gesendeten E-Mail auch die Informationen, die Google zum Platzieren von Kontext-Werbung benötigt. Wenn Anna und Benni per GMail über ihre kommenden Ferienreise kommunizieren, kann Google entsprechende Links zu Urlaubsangeboten einblenden.

Wer liest mit?

Die Wahrscheinlichkeit, dass – neben den Software-Robotern – unbefugte Personen eine Mail mitlesen, ist gering. Theoretisch ist das aber möglich. In Firmen haben häufig Administratoren die Möglichkeit, elektronische Post mitzulesen. Auch die Strafverfolgungsbehörden und Geheimdienste haben legale Möglichkeiten, E-Mails abzufangen oder zur Kenntnis zu nehmen. Dazu kommen mögliche illegale Ausspäh-Aktionen

Lassen sich E-Mails schützen?

Mit einer Verschlüsselung nach dem OpenPGP-Standard kann eine E-Mail wirksam gegen Mitlesen verschlüsselt werden. Mit hohem technischen Aufwand ist es auch möglich, die Metadaten einer E-Mail-Kommunikation zu verschleiern, so dass nicht einmal ohne weiteres erkannt werden kann, wer mit wem kommuniziert hat.

E-Mail-Markt in Deutschland

Führend ist die United-Internet-Gruppe mit ihren Marken GMX (26,3 Prozent Marktanteil) und Web.de (26,1 Prozent). Google (6,5 Prozent) und Yahoo (3,9) liegen noch hinter T-Online (9,1). Während die Anteile von Yahoo-Mail zuletzt gefallen waren, konnte GMail von Google deutlich zulegen. Beide spielen laut einer Untersuchung von Convios Consulting aus dem August 2013 aber nur eine untergeordnete Rolle.

Für Millionen Internetnutzer in Deutschland herrscht aber weiter Unklarheit, ob sie Opfer des jüngsten Datendiebstahls wurden. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) will am Montag Details darüber bekanntgeben, wie mit dem jüngsten Datenklau von 18 Millionen E-Mail-Adressen verfahren wird. Nach eigenen Angaben arbeitet es „mit Hochdruck und in Zusammenarbeit mit Behörden und Providern an einer Lösung, wie und auf welchem Weg betroffene Internetnutzer informiert werden können“.

In der Zwischenzeit empfiehlt die Behörde, vorsorglich die Passwörter der E-Mail-Konten zu ändern. Außerdem wird geraten, den Computer nicht mit einem Administrator-Konto zu verwenden. Alle gängigen Betriebssysteme böten die Möglichkeit, sich auch als Nutzer mit eingeschränkten Rechten anzumelden.

Außerdem sei es dringend ratsam, den Rechner mit einer Antivirus-Software überprüfen zu lassen sowie Passwörter bei anderen Webseiten zu verändern, wenn diese identisch mit dem Zugang zum E-Mail-Konto sind. Weitere Tipps zur Sicherheit gibt das BSI auf seiner Homepage. Auch E-Mail-Anbieter wie die Deutsche Telekom wollen Informationen auf ihre Webseiten stellen.

Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

04.04.2014, 13:06 Uhr

Völlig nutzloses gegenseitiges Hochgerüste. Wo Daten nur durch Daten gesichert sind, kann man diese Sperren auch mit Daten durchbrechen. Einzig hilfreich ist es, von Großmutter zu lernen und zum Kumpel hinzugehen oder ihm ne Karte zu schreiben. Das scannt nicht mal die NSA...

Account gelöscht!

04.04.2014, 13:53 Uhr

Sie sind offenbar nicht informiert, dass die Post auch alles scannt: http://www.merkur-online.de/aktuelles/wirtschaft/post-einscannen-briefen-ueblich-zr-817825.html

Account gelöscht!

08.04.2014, 16:19 Uhr

"Es ist der zweite riesige Datendiebstahl innerhalb weniger Monate"

Geht es hier wirklich um Sicherheit oder soll uns nur Angst gemacht werden?

Das Internet ist die einzige Möglichkeit an freie Informationen zu kommen, ohne Zensur der geheimen Eliten!

Die geheimen Eliten ( Die Bilderberger ) wollen mit Hilfe ihrer kontrollierten Propagandamedien das freie Internet unter dem Vorwand der Sicherheit zensieren!!!

Eine Strategie der geheimen Eliten zur Gesellschafts-Manipulation:

Erzeuge Probleme und liefere die Lösung!

Diese Methode wird die "Problem-Reaktion-Lösung" genannt.
Es wird ein Problem bzw. eine Situation geschaffen, um eine Reaktion bei den Empfängern auszulösen, die danach eine präventive Vorgehensweise erwarten.
Verbreite Gewalt oder zettle blutige Angriffe an, damit die Gesellschaft eine Verschärfung der Rechtsnormen und Gesetze auf Kosten der eigenen Freiheit akzeptiert.


Quelle: Sylvain Timsit "10 Strategien zur Gesellschafts-Manipulation"

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×