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23.05.2014

16:23 Uhr

IT-gesteuertes Stromnetz

Intelligent. Vernetzt. Gehackt?

VonStephan Mündges

Intelligent – aber auch verwundbar: Damit die Energiewende gelingen kann, soll das Stromnetz per Internet gesteuert werden. Damit wird es allerdings anfällig für Hackerangriffe. Im schlimmsten Fall droht der Blackout.

Im Zuge der Energiewende soll das Stromnetz per Internet gesteuert werden. Doch das ist auch ein Risiko. dapd

Im Zuge der Energiewende soll das Stromnetz per Internet gesteuert werden. Doch das ist auch ein Risiko.

ArnsbergDie Sonne scheint, keine Wolke am Himmel, dazu weht ein kräftiger Wind. An Tagen wie diesem haben Thomas Aundrup und sein Team viel zu tun. Aundrup ist bei Westnetz, einer RWE-Tochter im westfälischen Arnsberg, für einen Teil des deutschen Stromnetzes verantwortlich. Sie müssen dafür sorgen, dass Angebot und Nachfrage im Gleichgewicht sind. Per Mausklick können die Mitarbeiter dort beispielsweise ganze Windparks abschalten, um so das Stromnetz stabil zu halten.

Ohne ständigen Datenaustausch und IT-Fernsteuerung geht das heute nicht mehr. Daher ist auch vom Smart Grid die Rede, dem intelligenten Netz. Doch die Vernetzung ist auch ein Risiko, denn IT-Infrastrukturen sind ständigen Hacker-Angriffen ausgesetzt. Was passiert, wenn Angreifer sich Zugang verschaffen können?


„Die IT-Welt ist mit wahnsinnigen Sicherheitslücken behaftet“, sagt Michael George. Der ehemalige Mitarbeiter beim Bundesnachrichtendienst ist seit 2008 beim Bayerischen Verfassungsschutz. Dort leitet er das Cyber Allianz Zentrum, das für die Prävention und Abwehr von Attacken aus der digitalen Welt zuständig ist. „Noch bringt uns das nicht um. Aber beim Smart Grid kann es uns auf die Füße fallen.“

Der Katastrophenschutz hat in seinem „Krisenhandbuch Stromausfall“ aufgelistet, welche Auswirkungen ein großflächiger, länger anhaltender Stromausfall hätte. Kurz gesagt: Dann ginge nichts mehr. Keine Ampeln, die den Verkehr regeln – wobei der auch zum Erliegen kommt, weil irgendwann der Sprit ausgeht. Denn ohne Strom funktioniert keine Zapfsäule. Züge bleiben mitten auf der Strecke stehen.

Spätestens nach 24 Stunden – so die Schätzung der Katastrophenschützer - wäre auch der letzte verbliebene Rest des Mobilfunknetzes ausgefallen. Offizielle Warnungen und Anordnungen erreichen die Bevölkerung nicht mehr, weil Radio, Fernsehen und Internet stumm oder schwarz bleiben. In den Supermärkten gibt es nichts zu kaufen, Kassen, Tiefkühltruhen, sogar die automatischen Schiebetüren am Eingang – nichts funktioniert mehr. Geldautomaten sind nutzlos.

Kommentare (1)

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23.05.2014, 18:05 Uhr

Die Ueberschrift suggeriert, dass eine optimale Steuerung mittels Internet es ermöglichen würde ein Stromnetz mittels "Erneuerbarer Energien" zu betreiben.

In der Wirklichkeit können ökoreligiöse Visionen keine regelbaren Stromerzeuger, rotative Massen von Turbogeneratoren zur Aufrechterhaltung der Frequenzstabilität und Leitungen, ersetzen. Man könnte allenfalls ein „Smart Grid“ schaffen wie es viele Grüne erträumen in dem analog des Weltkriegs, oder DDR der Strom rationiert zugeteilt wird. Bei Windstille werden dann weniger Privilegierte abgeschaltet.
Der Grund für die immer weitergehende mittlerweile europaweite Vernetzung liegt darin, dass ein Haushalt beliebig zwischen 0 und 5 kW verbraucht, Industriebetriebe entsprechend mehr. Je mehr Verbraucher an einem Netz hängen, desto besser werden Verbrauchsschwankungen ausgeglichen. In Polen wird früher aufgestanden, in Spanien später, in D ist der grösste Stromverbrauch im Sommer in südeuropäischen Ländern eher im Sommer. Auf der Erzeugerebene können Kraftwerksausfälle je grösser ein Netz ist desto besser ausgeglichen werden. Es können grössere Kraftwerke installiert werden. Die Kosten werden minimiert. .

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