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02.03.2012

14:43 Uhr

Smartphone-Sicherheit

Android-Apps haben vollen Zugriff auf Fotos

Die meisten Smartphones bieten App-Entwicklern breiten Zugang zu Fotos auf dem Handy. Vor allem bei Android sind Foto-Alben für nahezu jede Software offene Bücher. Die Enthüllungen zeigen, wie schwer es ist, Funktionsvielfalt und Datenschutz unter einen Hut zu bringen.

Galaxy Nexus von Samsung mit Android 4.0. Das Google-System erlaubt Apps den Zugriff auf die Fotos des Smartphones. AFP

Galaxy Nexus von Samsung mit Android 4.0. Das Google-System erlaubt Apps den Zugriff auf die Fotos des Smartphones.

New YorkFotos in Smartphones mit dem Google-Betriebssystem Android sind nicht vor einem unberechtigten Zugriff geschützt. Wie die „New York Times“ herausfand, können Android-Apps ohne Rückfrage beim Nutzer auf alle Bilder zugreifen und sie auch zum Beispiel auf einen entfernten Server kopieren. Einzige Voraussetzung ist, dass der Anwender den Apps die Verbindung zum Internet gestattet hat.

Google bestätigte den Sachverhalt der Zeitung und erklärte, es sei eine Entscheidung aus den frühen Android-Tagen gewesen als Daten extern gespeichert und dadurch schwerer zugänglich gewesen seien. Man erwäge, dies zu ändern.

Die „New York Times“ hatte vor einigen Tagen bereits für Aufsehen gesorgt als sie Apple vorwarf, den Apps auf seinen iPhones und iPads zu breiten Zugang zu Fotos der Nutzer zu gewähren. Allerdings sind die Sicherheits-Schranken bei Apple deutlich höher als bei Android.

Im iOS-System von Apple können nur Apps auf die Bilder zugreifen, denen der Zugang zu Ortungsdaten erlaubt wurde. Außerdem prüft Apple alle Programme auf versteckte Funktionen, bevor sie im iTunes Store angeboten werden dürfen. In der Android-Plattform ist eine solche Vorab-Prüfung prinzipiell nicht vorgesehen. Allerdings entfernt Google regelmäßig Apps aus dem Android Market, die bei unerlaubten Aktivitäten erwischt werden. Es sei unklar, ob es aktuell Android-Apps gibt, die die Datenschutz-Lücke ausnutzen, betonte die Zeitung. Auch bei Apple sind bisher keine solchen Fälle bekanntgeworden.

Die „New York Times“ ließ sich die Erkenntnisse von der Software-Sicherheitsfirma Lookout bestätigen und probierte das Verfahren mit einer Test-App aus, die sich als harmloser Timer tarnte. Ein Google-Sprecher erläuterte, die Lücke stamme aus der Anfangszeit des Betriebssystems, als die Fotos noch auf einer externen SD-Karte gespeichert wurden und der Zugang entsprechend umständlicher war. Zugriffe auf das Adressbuch, E-Mail oder Ortungsinformationen erfordern grundsätzlich die Zustimmung der Nutzer.

Die jüngsten Enthüllungen machen deutlich, wie schwer es ist, bei Smartphones und Tablets eine Balance zwischen Funktionsvielfalt und Datenschutz zu finden. Die Download-Plattformen bieten eine Menge Apps zur Bildbearbeitung oder solche, die Fotos für Diashows nutzen. Mit immer besseren Kameras ersetzen die Smartphones für mehr und mehr Nutzer die Fotokameras. In diesem Zusammenhang werden Funktionen wie der Zugriff auf das Foto-Album von vielen Anwendern auch ausdrücklich gewünscht.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Antifreak

02.03.2012, 23:39 Uhr

Ich kann und will jetzt hier nicht die ganze Sachlage darstellen, die würde Bücher füllen, aber die Internetkriminalität und das gewohnheitsmäßige Kriminalisieren schlagen natürlich durch in die Realwelt. (über das Kriminalisieren von Kommentatoren durch Moderatoren schrieb ich an derselben Stelle bei WiWo etwas, erreiche die Seite aber nicht mehr - aber der Text ist fertig, jetzt soll er rein)

Das Netz hat alle Grenzen des Anstands und des Rechts niedergerissen und ist im Grunde der Beweis für die Verkommenheit des Menschen hinter seiner Biedermannmaske. Es ist der Nährboden für einen allgemeinen moralischen Verfall und eine durch und durch kriminelle Gesinnung. Denn es steht ja wohl außer Frage, daß kaum jemand das Netz tatsächlich als solches kritisiert, obwohl die Tatsachen lange, lange auf dem Tisch liegen vom Datenklau bis zu Monsterdatenbanken, auf die allerlei zwielichtige Kreaturen Zugriff haben und deren Inhalte kein Mensch überprüft.

Daß der Mensch von Natur aus schlecht ist, ist aber keine neue Erkentnis. Schon Macchiavelli (der heute allgemein mißbraucht wird für eigensüchtige Zwecke) schrieb: Die Menschen sind immer schlecht, wenn die Notwendigkeit sie nicht gut macht.

Wie gesagt, das Netz mü0te umgehend verboten werden!

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