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03.09.2015

08:28 Uhr

Smartwatch

Motorola hofft auf neue Marktanteile

Motorola startet eine Produktoffensive und hofft so, neue Marktanteile zu gewinnen: Die zweite Generation der Moto 360 soll es in mehreren Größen und mit deutlich aufgestocktem Online-Zusatzangebot geben.

Ein breitest Zusatzangebot für die zweite Generation der Moto 360 von Motorola online bereit. ap

Moto 360

Ein breitest Zusatzangebot für die zweite Generation der Moto 360 von Motorola online bereit.

BerlinDie Lenovo-Tochter Motorola startet eine Produktoffensive bei Computer-Uhren. Die zweite Generation der runden Moto 360 gibt es in zwei Größen mit 42 und 46 Millimeter Durchmesser sowie zusätzlich in einer Frauen- und Sport-Version. Außerdem können einzelne Elemente der neuen Moto 360 der Rahmen, die Farbe, Materialien und das Armband online ausgewählt werden. Damit sollen rund 300 verschiedene Kombinationen möglich sein.

Das Modell Moto 360 Sport verfügt über einen eingebauten GPS-Empfänger und ermöglicht Sportlern, ihre Runden auch ohne ein Smartphone in der Nähe aufzuzeichnen. Motorola führt auch eine eigene Fitness-App ein. Die Uhren laufen mit dem Google-Betriebssystem Android Wear - wie schon das erste Modell vor einem Jahr. Der Startpreis liegt bei 299 Euro, wie Lenovo am Mittwoch ankündigte.

Mit der Moto 360 steht Lenovo im Wettbewerb mit der Apple Watch, zahlreichen Android-Smartwatches verschiedener Hersteller sowie Modellen von Samsung.

Smartwatches

Wenn die Uhr schlau wird

Bis vor wenigen Jahren waren Telefone und Computer in der Größe einer Armbanduhr nur Fiktion – „Knight Rider“ lässt grüßen. Doch die Chips werden immer kleiner, leistungsfähiger und billiger. Damit werden Geräte wie Smartwatches technisch möglich und erschwinglich.

Trend zum „Wearable Computing“

Smartwatches sind Teil eines Trends: Computer werden immer kleiner und damit auch immer tragbarer. Neben intelligenten Uhren gibt es beispielsweise auch Fitnessarmbänder und Brillen, die mit Informationstechnologie aufgerüstet sind. Google Glass ist ein bekanntes Beispiel. Die Technologiebranche spricht vom „Wearable Computing“ – und hofft auf einen Wachstumsmarkt.

Ergänzung zum Smartphone...

Was ist überhaupt eine Smartwatch? Der Begriff ist schwer zu fassen. Grundsätzlich gibt es zwei Kategorien. Die meisten Modelle funktionieren nicht eigenständig, sondern sind eine Erweiterung fürs Smartphone und zeigen Termine, E-Mails oder eingehende Anrufe an. Die Daten werden in der Regel per Bluetooth übertragen.

... und Ersatz fürs Handy

Während die meisten Smartwatches eine Erweiterung fürs Smartphone sind, sollen ein paar Modelle das Handy ganz ersetzen. Sie haben ein Mobilfunk-Modul, das Telefonate und die Übertragung von Daten erlaubt. Das gilt etwa für die Gear S von Samsung.

Assistent und Freisprecher

Die Geräte sind unterschiedlich ausgestattet. Einige fungieren als diskrete Sekretäre – sie erinnern an Termine, zeigen eigehende E-Mails an und vermelden Telefonanrufe. Andere eignen sich auch als Freisprecheinrichtung oder als kompaktes Navigationsgerät. Unter Sportlern beliebt sind Spezialgeräte, die den Puls und die Laufstrecke messen.

Der Akku als Schwachpunkt

Die Laufzeit ist bei allen Smartwatches ein Problem: Weil die Geräte so klein sind, lässt sich darin kein großer Akku unterbringen. Daher sind viele Modelle nicht besonders ausdauernd – je nachdem welche Display-Technologie zum Einsatz kommt.

Start-ups und Konzerne

Diverse Unternehmen haben bereits Smartwatches auf den Markt gebracht – Start-ups wie Weltkonzerne. Zu den kleinen Anbietern zählt das Unternehmen Pebble, das über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter seine Anschubfinanzierung gesichert hat. Zahlreiche Elektronikhersteller haben ebenfalls Computer-Uhren entwickelt, von Sony als einem der Pioniere bis zu Apple mit der Apple Watch.

Apple dürfte sich mit seiner seit April verkauften Computer-Uhr aus dem Stand an die Spitze des Smartwatch-Marktes gesetzt haben. Der Konzern selbst nennt keine Absatzzahlen, der große IT-Marktforscher IDC geht von 3,6 Millionen verkauften Geräten der Apple Watch im zweiten Quartal aus.

Die Motorola-Entwickler hielten am runden Display fest, weil das die typische und sinnvollste Form für eine Uhr sei, sagte Marketing-Manager Lally Narwal. Während die Apple Watch einen rechteckigen Bildschirm hat, sind auf der IFA vorgestellte Modelle von Samsung, Asus oder Huawei rund.

Auch bei den neuen Modellen der Moto 360 wird der unterste Teil des Bildschirms mit einer schwarzen Kante verdeckt, obwohl dies schon bei der ersten Version in der Fachpresse unter anderem als „platter Reifen“ bezeichnet wurde. Es sei eine bewusste Design-Entscheidung, in dem Abschnitt werde der Helligkeits-Sensor für das Display untergebracht, sagte Narwal.

Ins Zifferblatt können bis zu drei zusätzliche Apps eingebunden werden, die der Nutzer dann direkt aufrufen kann. Zum Start sind unter anderem der Autobauer Ford, der Musikdienst Spotify und die App Shazam dabei, die gerade spielende Songs erkennen kann.

Das Mobil- und Home-Geschäft der amerikanischen Traditionsmarke Motorola war 2012 für 12,5 Milliarden Dollar von Google übernommen worden. Der Internet-Konzern wollte sich damals unter anderem mit dem Patent-Portfolio von Motorola gegen juristische Attacken auf sein Mobil-Betriebssystem Android durch Apple, Microsoft und andere absichern. In dieser Phase wurde auch die erste Moto 360 entwickelt. Nachdem Google zunächst den Bereich Motorola Home für 2,2 Milliarden Dollar an einen US-Investor abstieß, reichte Google den verbliebenen Teil von Motorola für 2,9 Milliarden Dollar an Lenovo weiter. Der chinesische Konzern tritt nun parallel mit den Marken Lenovo und Motorola auf.

Am Rande der Technik-Messe IFA in Berlin präsentierte Lenovo außerdem neue Smartphones, ein Phablet (Mischung aus Smartphone und Tablet) sowie den Tablet Computer Yoga Tab 3 Pro mit einem eingebauten Projektor. Mit dem Beamer lässt sich eine Projektionsfläche von 70 Zoll erzeugen.

Von

dpa

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