Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

15.08.2012

09:18 Uhr

Sony-Spiele

Playstation zieht auf Android-Smartphones

Die Playstation 3 ist in die Jahre gekommen - Sony stützt seine Konsole nun mit frischen Spielen. Beliebte Klassiker sollen bald aber auch auf Android-Smartphones für Spaß sorgen.

Mobile Spiele sind weiter im Kommen. Hier zu sehen: Der Shooter-Klassiker Call of Duty auf der mobilen Sony-Konsole Vita. dapd

Mobile Spiele sind weiter im Kommen. Hier zu sehen: Der Shooter-Klassiker Call of Duty auf der mobilen Sony-Konsole Vita.

KölnSony will im boomenden Smartphone-Markt mit Computerspiel-Klassikern punkten. Ab Herbst sollen über den Dienst Playstation Mobile „Spiele-Häppchen“ für Android-Geräte angeboten werden, wie Sony-Manager Jim Ryan am Dienstag auf einer Präsentation im Vorfeld der Gamescom in Köln sagte. Die zumeist für die erste Generation der Playstation entwickelten Titel seien auf dafür zertifizierten Geräten verfügbar. Als neue Hardware-Partner nannte er Asus und Wikipad. Bislang hatte neben Sony nur HTC Geräte mit Playstation Mobile angekündigt. Der japanische Konzern kündigte zudem mehrere neue Titel an, mit denen er seine mobile Konsole Playstation Vita und die Playstation 3 stärken will. Die Computerspielemesse Gamescom beginnt am Mittwoch mit einem Fachbesucher- und Medientag.

Playstation Mobile - im vergangenen Jahr unter dem Namen Playstation Suite angekündigt - portiert ältere Sony-Titel, bietet aber auch anderen Entwicklern eine Plattform. Zum Start sollen 30 Titel verfügbar sein. Der Dienst ist derzeit in einem offenen Test. Über eine Zusammenarbeit rede Sony derzeit mit weiteren Herstellern, sagte Uwe Bassendowski, Chef des deutschen Playstation-Geschäfts, der Deutschen Presse-Agentur. Der japanische Konzern wird selbst über diverse Geräte Zugriff auf den Dienst bieten, unter anderem über Tablet-Computer und die mobile Konsole Vita.

Gamescom in Köln

Dauer

Die Messe findet vom 15. bis 19. August 2012 in Köln statt. Am 15. ist ein Fachbesucher- und Medientag. Anschließend ist die Gamescom für alle offen.

Öffnungszeiten

Der Publikumsbereich ist donnerstags und freitags von 10 bis 20 Uhr, samstags von 9 bis 20 Uhr und sonntags von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Für Fachbesucher ist der Business-Bereich Mittwoch bis Freitag von 9 bis 19 Uhr zugänglich.

Eintrittspreise

Eine Tageskarte kostet donnerstags und freitags 14 Euro (ermäßigt 9,00) und sonntags 17 Euro (ermäßigt 14,00). Kinder zwischen sieben und elf Jahren zahlen nur 6 Euro. Familien können die Messe sonntags auch mit einem Familienticket für 22 Euro besuchen. Dauerkarten kosten 34 Euro.

Alterskontrolle

Viele auf der Gamescom ausgestellten Titel sind erst ab 16 oder 18 Jahren freigegeben. Messebesucher sollten deswegen einen Personalausweis oder Führerschein mitbringen, um am Eingang ihr Alter zu dokumentieren. Sie bekommen dann Armbändchen in Grün (über 12-Jährige), Blau (über 16-Jährige) oder Rot (über 18-Jährige), die am jeweiligen Stand vorgezeigt werden müssen.

Messeplanung

Da der Besucherandrang groß sein wird, empfehlen die Veranstalter etwas Planung. Computerspiele-Zeitschriften haben beispielsweise Routen ausgetüftelt, mit denen Fans möglichst viele Spiele in möglichst wenig Zeit schaffen. Informationen gibt es zudem auf der Website der Messe sowie in der Smartphone-App, die für iPhone und Android-Geräte verfügbar ist.

Mit hochwertigen Eigenentwicklungen und einer Linie von billigen Klassikern will Sony die in die Jahre gekommene Konsole Playstation 3 stützen. Der japanische Konzern stellte fünf neue Games vor, etwa das Teenie-Horrorspiel „Until Dawn“ oder die künstlerische Story „Rain“. In der „Essentials“-Reihe verkauft das Unternehmen erfolgreiche ältere Titel für 20 Euro, etwa das 2008 veröffentlichte Jump'n'Run-Spiel „Little Big Planet“. Auf Kinder und Familien zielt das „Wonderbook“ ab - ein Zusatzgerät für die PS3, das Bücher mit Animationen und Filmen auf dem Bildschirm zum Leben erwecken soll. In Köln zeigte Sony mehrere neue Titel dafür.

Welche Arten von Online-Spielen gibt es?

Die wichtigsten Begriffe im Überblick

Die Computerspiele-Branche setzt immer mehr aufs Internet. Doch abgesehen davon, dass die Spieler online sind, gibt es erhebliche Unterschiede – wir erklären die wichtigsten Begriffe.

Browser-Spiele

Der Name sagt es: Browser-Spiele lassen sich direkt im Browser aufrufen, zum Beispiel im Firefox oder im Internet Explorer. Für die Anzeige von Multimedia-Elementen ist oft eine Software-Erweiterung (Plug-In) notwendig, beispielsweise Flash. Der neue Standard HTML5 macht derartige Spiele auch ohne Plug-In möglich. Auf dieser Plattform werden unterschiedliche Zielgruppen bedient: Es gibt Gelegenheitsspiele (Casual Games), aber auch komplexere Titel, beispielsweise aufwendige Rollenspiele, bei denen sich viele Nutzer gleichzeitig in der virtuellen Welt tummeln.

Social Games

Als Social Games werden Spiele bezeichnet, die überwiegend über Soziale Netzwerke gespielt werden. Die Idee: Wer sowieso schon mit seinen Freunden vernetzt und häufig online ist, will ab und zu vielleicht auch mit diesen oder gegen diese spielen. Dabei werden Pflanzen gepflegt, Tiere gehegt, Mafia-Kriege ausgefochten oder Städte geplant – die Vielfalt kennt keine Grenzen. Die Hemmschwelle ist zudem niedrig, da fast alle Spiele direkt im Browser funktionieren und kostenlos sind. Geld verdienen Hersteller wie der klare Marktführer Zynga vor allem mit kostenpflichtigen Zusatzangeboten, den virtueller Gütern. Das kann ein neuer Traktor sein, ein Raumschiffantrieb, eine neue Frisur… Viele der Social Games richten sich an Gelegenheitsspieler, da sie wenig komplex sind.

MMOs

MMO (auch MMOG) steht für Massively Multiplayer Online Game. Die erfolgreichste MMO-Unterkategorie sind die MMORPGs – Multiplayer-Rollenspiele wie „World of Warcraft“. Bei typischen MMOs treffen sich sehr viele Spieler über das Internet in einer virtuellen Welt. Diese wird von den Nutzern ständig verändert, die oft enge Beziehungen untereinander unterhalten und sich typischerweise in Gruppen, oft „Clans“ oder „Gilden“ genannt, zusammenschließen.

Einige MMOs laufen im Browser, andere bedürfen der Installation eines Programms auf dem Computer – dafür steigt dann auch die Spielqualität. Weltmarktführer bei MMOs ist seit vielen Jahren „World of Warcraft“, das von der US-Firma Activision Blizzard vertrieben wird.

Casual Games

Hinter diesem Modebegriff verbergen sich simple Spiele für Millionen: leicht zu spielen, mit schnellen Erfolgserlebnissen und kooperativen Elementen. Oft sind es Denk- und Ratespiele, aufgehängt an bekannten Marken wie etwa „Wer wird Millionär“.

Die allermeisten Casual Games erfordern keine besondere Hardware, laufen also auch auf alten Rechnern oder Handys und sind kostenfrei spielbar. Typischerweise bezahlt ein gewisser Anteil der Gelegenheitsspieler für den Download einer Premium-Version oder einen Premium-Zugang, so dass sich die Spiele insgesamt rechnen.

Als eines der ersten Casual Game gilt „Solitaire“, das schon in den 90ern millionenfach gespielt wurde. Im Online-Zeitalter sind Casual Games aber erst richtig populär geworden. Einen weiteren Schub erhielten sie durch das soziale Netzwerk Facebook.

Spiele-Apps

Hier lädt sich der Nutzer ein Programm (umgangssprachlich App genannt) auf sein Smartphone oder auf den Tablet-PC, um spielen zu können. Der stärkere Wettbewerb bei den Smartphone-Betriebssystemen kurbelt auch die App-Branche an.

Die mobilen Spiele werden zunehmend kostenlos zum Download angeboten. Oft sind das aber nur Appetithappen. Wer alle Level spielen will, muss die Vollversion kaufen. Besonders beliebt: „Angry Birds“ von der finnischen Firma Rovio. Die zornigen Vögel sind bereits auf mehr als einer Milliarde mobilen Geräten gelandet.

Ziel dieser Schritte sei, neuen Kundengruppen zu erschließen, sagte Bassendowski: „Jeder neue Preispunkt bei Hardware und Software eröffnet uns neue Verbraucherschichten.“ Dass die 2006 herausgebrachte Konsole veraltet sei, wies Bassendowski zurück. Technisch sei das Gerät noch auf der „Höhe der Zeit“: „Sie bietet alle Features, die ein Gamer haben will.“ Branchenbeobachter erwarten, dass Sony 2013 einen Nachfolger präsentieren wird.

Sony stellte in Köln zudem mehrere neue Titel für seine mobile Konsole Playstation Vita vor, die seit Ende 2011 auf dem Markt ist, aber mit einem relativ schmalen Software-Angebot gestartet war. Als komplett neue Marke ist etwa das Jump'n'Run-Spiel „Tearaway“ geplant, das die Macher des Erfolgstitels „Little Big Planet“ entwickeln.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×