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16.03.2013

10:47 Uhr

Studie

Handytelefonate nerven nicht nur in der Bahn

Was jedem Zugfahrer schon klar war, haben Forscher jetzt bestätigt: Handygespräche werden als nerviger empfunden als Unterhaltungen zwischen anwesenden Menschen. Die Erkenntnis könnte Folgen für unseren Alltag haben.

Zufällig mitgehörte Handygespräche werden einer Studie zur Folge als störender empfunden als Gespräche zwischen zwei Menschen. dpa

Zufällig mitgehörte Handygespräche werden einer Studie zur Folge als störender empfunden als Gespräche zwischen zwei Menschen.

San FranciscoZufällig mitgehörte Handytelefonate werden als störender empfunden als Gespräche zwischen zwei Menschen. Sie bleiben einer Studie zufolge zudem stärker im Gedächtnis der Mithörer haften. Diese Erkenntnisse könnten Folgen für die Gestaltung von Arbeitsplätzen, Verkehrsknotenpunkten und öffentlichen Plätzen haben, berichten US-Wissenschaftler im Fachjournal „PLOS ONE“.

Die Psychologen der Universität San Diego in Kalifornien befragten 149 Studenten. Die Männer und Frauen mussten verschiedene Worträtsel lösen. Ihnen wurde gesagt, dass sie an einer Studie zum Leseverständnis teilnehmen. Während sie die Textaufgaben bearbeiteten, wurden sie jedoch abgelenkt: Die Hälfte der Probanden hörte unfreiwillig ein Gespräch mit, das eine Person per Handy führte. Die andere Hälfte der Teilnehmer wurde Zeuge eines normalen Gesprächs zwischen zwei anwesenden Menschen.

Ergebnis: Diejenigen, die unfreiwillig Handygesprächen lauschten, fühlten sich stärker gestört als die anderen und konnten sich anschließend auch besser an mitgehörte Wörter erinnern. Nach eigener Aussage versuchten viele Probanden, die Gespräche zu ignorieren, was ihnen jedoch nur bedingt gelungen sei. Bei den Worträtseln, die sie lösen mussten, schnitten aber beide Gruppen gleich gut ab.

„Dies ist die erste Studie, die anhand eines realistischen Szenarios zeigt, dass unfreiwillig mitgehörte Handygespräche ein besonders störendes und einprägsames Ereignis sind“, sagte Erstautorin Veronica Galvan. Das könne daran liegen, dass mehr Aufmerksamkeit nötig sei, um den Inhalt eines Gesprächs nachzuvollziehen, von dem man nur einen Teil mitbekommt. „Nicht zu wissen, worum es in einem Gespräch geht, macht Handytelefonate störender“, erklärte Co-Autorin Rosa Vessal.

Nach Ansicht der Wissenschaftler können die Ergebnisse beeinflussen, wie Arbeitsplätze und öffentliche Räume künftig gestaltet werden. In weiteren Studien müsste jedoch geklärt werden, welche Tätigkeitsarten durch mitgehörte Handytelefonate tatsächlich beeinträchtigt werden.

Von

dpa

Kommentare (1)

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norbert

16.03.2013, 13:27 Uhr

Dafür braucht man Wissenschaftler ?
Es ist eine Frage des Stils und der Höflichkeit, daß man nicht in Gegenwart anderer telefoniert. Viele merken gar nicht, wie sie sich ins Abseits schießen.

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