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05.06.2013

11:20 Uhr

Studie

Mobiles Internet überholt bald das Festnetz

Die Lust am mobilen Internetsurfen nimmt zu – in einigen Jahren werden einer Studie zufolge weltweit 385 Milliarden Dollar jährlich für drahtlosen Datenempfang ausgegeben. Das Festnetz verliert rasant an Bedeutung.

Ein mobiles Endgerät von Acer, das Smartphone Liquid S1. Reuters

Ein mobiles Endgerät von Acer, das Smartphone Liquid S1.

BerlinSmartphones und Tablet-Computer lösen den Personal Computer bei der Nutzung von Informationen und Unterhaltung aus dem Internet ab: Nach einer am Mittwoch veröffentlichten Studie des Unternehmensberaters PwC werden bis Ende 2017 etwa 54 Prozent der Inhalte über mobile Breitbandnetze empfangen und 51 Prozent über das Festnetz. Die Ausgaben für den mobilen Internetzugang werden, so erwartet es PwC, bis 2017 etwa 385 Milliarden Dollar erreichen, was dann 58 Prozent der Gesamtausgaben für den Netzzugang entspricht.

Für das Geschäftsmodell von Zeitungen erwartet die Studie im Zeitraum bis 2017 eine Stabilisierung der Einnahmen auf dem 2012 erreichten Niveau von weltweit 164 Milliarden Dollar - nach 187 Milliarden im Jahr 2008. Der Umsatzanteil aus dem digitalen Geschäft werde von 5 Prozent im Jahr 2012 auf 11 Prozent im Jahr 2017 steigen, sagt PwC voraus.

Die größten Tablet-Hersteller

Apple

Mit dem iPad hat Apple den totgeglaubten Tablet-Markt wiederbelebt, und immer noch ist der iKonzern der größte Anbieter, angesichts wachsender Konkurrenz verliert er allerdings Marktanteile. Im ersten Quartal stammte ein Drittel der Geräte von Apple (32,5 Prozent Marktanteil nach 40,2 Prozent im Vorjahr). Dabei entwickelte sich der Konzern schlechter als der Markt, der Absatz fiel von 19,5 Millionen auf 16,4 Millionen Stück – insgesamt stieg der Absatz dagegen leicht auf 50,4 Millionen Stück, wie aus Zahlen des Marktforschers IDC hervorgeht.

Samsung

Samsung ist bereits der größte Smartphone-Hersteller, auch bei den Tablets holt der südkoreanische Hersteller mächtig auf. Im ersten Quartal verkaufte er 11,2 Millionen Geräte und steigerte damit den Marktanteil auf 22,3 Prozent (Vorjahresquartal: 17,5 Prozent).

Asus

Einen leichten Rückgang verbuchte Asus. Der taiwanische Computerhersteller, der unter anderem für Google das Nexus 7 baut, verkaufte 2,5 Millionen Tablets – 5,0 Prozent Marktanteil (Vorjahr: 5,4 Prozent).

Amazon

Der Online-Händler Amazon drückt sein Kindle Fire zu Kampfpreisen in den Markt, allerdings mit durchwachsenem Erfolg. Das Unternehmen verkaufte im ersten Quartal eine Million Geräte und damit deutlich weniger als ein Jahr zuvor. Der Marktanteil sank auf 1 Prozent.

Sonstige

Diverse Hersteller tummeln sich in der Kategorie Sonstiges – zusammen kommen sie auf 17,2 Millionen Geräte und einen Marktanteil von 34,2 Prozent. Darunter ist beispielsweise Microsoft: Der Konzern vermarktet seinen Tablet-Computer Surface als Notebook-Ersatz.

Lenovo

Aufsteiger des Jahres in Lenovo: Der größte PC-Hersteller der Welt verkaufte im ersten Quartal auch 2,1 Millionen Tablets, ein plus von 1,5 Millionen. Marktanteil: 2,1 Prozent.

Die Berater erwarten, dass es weiterhin frei zugängliche Online-Zeitungen geben wird, die sich mit Werbung finanzieren. In Märkten mit einer vielfältigen Medienlandschaft werde es aber zunehmend Bezahlmodelle für den Zugang zu Informationen geben.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

05.06.2013, 11:54 Uhr

Mobiles Internet ist aufwendiger und teurer . Die Kosten pro Einheit steigen mit steigendem Datenvolumen.
Bei Festnetz ist dies anders, hier sinken die Kosten je übertragener Einheit bei steigendem Volumen.
Bedingt durch den Wettbewerb in Festnetz sind die Kosten für den verbraucher - damit die Marge für die Unternehmen geringer. Dementgegen sind im mobilen I-net die claims meist abgesteckt, besonders in ländlichen Gebieten.
Vom Volumen her ist das mobile Internet deshalb auch künftig weit geringer als das Festnetz, die Gewinnsituation für die Konzerne jedoch ist mobil schon weit besser - schlecht für die Kunden.

Account gelöscht!

08.06.2013, 18:05 Uhr

Ab 2017 werden also 54% der inhalte über mobile und 51% der Inhalte über Breitbandnetze übertragen. Das ist nicht nur informell sondern auch mathematisch höchst interessant ;)

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