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17.02.2015

11:17 Uhr

Studie

Zahl der Smartphones in Afrika steigt rasant

Bis zum Jahr 2017 wird sich die Zahl der Smartphones auf dem afrikanischen Kontinent aller Voraussicht nach verdoppeln. Konzerne wollen günstige Geräte auf den Markt werfen.

Technik auf dem Vormarsch. Auch in Afrika werden internetfähige Handys immer beliebter. AFP

Smartphone-Nutzer.

Technik auf dem Vormarsch. Auch in Afrika werden internetfähige Handys immer beliebter.

AbidjanDie Zahl der in Afrika genutzten Smartphones wird sich einer Studie zufolge bis 2017 verdoppeln. Im übernächsten Jahr werde es auf dem Kontinent voraussichtlich mehr als 350 Millionen internetfähige Handys geben, teilte die Beratungsfirma Deloitte am Montag mit.

Allein in diesem Jahr werde der Smartphone-Markt um 40 Prozent zulegen, rund 70 Millionen Geräte würden voraussichtlich verkauft, erklärte Karim Koundi von Deloitte Afrika.

Faire Smartphones: Was Verbraucher tun können

Bewusstsein schaffen

Vielen Verbrauchern ist nicht bewusst, dass in ihrem Handy Rohstoffe aus zweifelhafter Quelle stecken, etwa Minen im Kongo. „Wenn ich bei Vorträgen Fotos zeige von Menschen, die mit Spitzhacke und Schaufel nach Kobalt oder Tantal graben und dann sage, dass dies der Ursprung von zwei Rohstoffen in Mobiltelefonen ist, reagieren viele Leute sehr überrascht“, sagt Friedel Hütz-Adams, wissenschaftlicher Mitarbeiter beim kirchennahen Forschungsinstitut Südwind. Es fehlt also am Bewusstsein für das Problem.

Beim Mobilfunkanbieter fragen

Auch wenn es noch keine komplett fair produzierten Smartphones gibt, ist es durchaus sinnvoll, beim Mobilfunkanbieter danach zu fragen – diese vertreiben einen Großteil der Handys und reagieren auf Trends. „Noch sind für die meisten Kunden andere Kriterien beim Kauf eines Handys wichtiger“, teilt die Telekom mit. „Wir merken aber in der letzten Zeit, dass das Interesse an den Produktionsbedingungen von Handys zunimmt.“ Vodafone hat angekündigt, auch in Deutschland ein „Eco Rating“ für Geräte einzuführen, in dem nicht nur Umweltaspekte bewertet werden, sondern auch die Arbeitsbedingungen bei der Herstellung.

Alte Geräte recyceln lassen

Recycling schont nicht nur die Umwelt: Rohstoffe, die erst gar nicht unter schwierigen Umständen aus den Minen geholt werden müssen, können auch keinen Konflikt anfachen. Handys enthalten viele wertvolle Metalle, wenn auch in kleinen Mengen. Wichtig: Alte Geräte gehören nicht in den Hausmüll. In der Regel nehmen die Netzbetreiber und Elektronikmärkte sie zurück. Zudem gibt es Umweltschutzorganisationen, die sich um die Entsorgung kümmern.

Handy länger nutzen

Muss es alle zwei Jahre ein neues Handy sein? Das Umweltbundesamt (UBA) meint: Nein! Die Behörde empfiehlt, das Mobiltelefon gut zu pflegen und so lange zu nutzen wie möglich. In Deutschland werde der Zugang zu Rohstoffen zunehmend schwierig, begründete UBA-Präsident Jochen Flasbarth diesen Rat gegenüber dem „Hamburger Abendblatt“. Das sei auch die beste Lösung für die Umwelt. Ein Nebeneffekt: Es müssen weniger Rohstoffe gefördert werden.

Hintergrund der Entwicklung ist nach Angaben von Deloitte das kräftige Wirtschaftswachstum in vielen afrikanischen Ländern und ein größeres Angebot an günstigen Smartphones. Im Januar kündigte der US-Konzern Microsoft an, zwei neue Geräte zu Preisen zwischen 69 und 79 Euro pro Stück anzubieten.

Zuvor hatte schon US-Konkurrent Google erklärt, in Schwellenländern künftig Smartphones für unter 100 Dollar (87,72 Euro) zu verkaufen. Zudem ist in Afrika in immer mehr Regionen schnelles drahtloses Internet verfügbar.

Auf dem Kontinent ist unter anderem das Bezahlen per Handy sehr beliebt. 52 Prozent aller weltweiten Transaktionen dieser Art werden in Afrika abgewickelt. In Kenia und Tansania benutzen laut Deloitte jeweils mehr als die Hälfte der Smartphone-Besitzer ihre Geräte zum mobilen Bezahlen.


Von

afp

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