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22.03.2004

13:40 Uhr

Symbian-Beteiligung soll aufgestockt werden

Ericsson will Nokia-Vormacht verhindern

Der schwedische Telekommunikations Ausrüster Ericsson hat am Montag Presseberichte bestätigt, seinen Anteil an Symbian erhöhen zu wollen. Damit soll verhindert werden, dass sich Nokia die Mehrheit an dem dem Handy-Softwareproduzenten sichert.

HB STOCKHOLM. Eine Ericsson-Sprecherin bestätigte am Montag einen Zeitungsbericht, wonach das Unternehmen seinen eigenen Minderheitsanteil an Symbian aufstocken will: "Das ist die Absicht von Ericsson." Sie lies offen, welchen Betrag das schwedische Unternehmen dafür zahlen will.

Die "Financial Times" (FT) hatte berichtet, Ericsson und der Handybauer Sony-Ericsson - ein Joint-Venture mit dem japanischen Unternehmen Sony - wollten ihren Anteil an Symbian auf insgesamt 27,6 % erhöhen. Ericsson hält derzeit 17,5 %, SonyEricsson 1,5 %.

Symbian ist Weltmarktführer bei Betriebssystemen für so genannte Smartphones, also Handys, die auch über E-Mail-, Kalender- und Adressfunktionen verfügen. Dem Segment werden hohe Wachstumsraten eingeräumt. 2003 wurden nach Angaben des Marktforschungsunternehmen IDC zwar lediglich rund zehn Mill. Smartphones verkauft. Merrill Lynch rechnet aber bereits für 2007 mit 125 Mill. Geräten. Auch Microsoft , Palm-Source und Research in Motion versuchen in dem Segment Fuß zu fassen.

Handy-Weltmarktführer Nokia hatte im Januar angekündigt, von der britischen Firma Psion weitere 31 % an Symbian übernehmen und damit den eigenen Anteil auf 63,3 % anheben zu wollen. Allerdings haben die übrigen Anteilseigner - darunter Siemens, Matsushita Panasonic, Samsung - ein Vorkaufsrecht in relativer Höhe ihrer bestehenden Beteiligungen (pro-rata). Mehrere dieser Firmen hatten im Februar gesagt, sie prüften ebenfalls eine Erhöhung ihrer Anteile.

Ein Siemens-Sprecher wollte sich am Montag zu dem Thema nicht äußern. In Branchenkreise hieß es, es sehe derzeit nicht danach aus, dass die Münchener ihre Kaufoption wahrnehmen.

"Sie (Nokia) müssen unter 50 % kommen, andernfalls wird es eine Nokia-Plattform", sagte Ericsson-Chef Carl Henric Svanberg der FT mit Blick auf Symbian.

Symbian wurde als offene Plattform konzipiert. Die Firma erhält von jedem Mobiltelefon-Hersteller, der die Software verwendet, Lizenzzahlungen. In der Branche gibt es Sorgen, Nokia könnte beim Erreichen einer Mehrheit die Arbeit von Symbian mehr auf seine eigenen Anforderungen hin ausrichten.

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