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09.10.2012

17:33 Uhr

Tablet-Computer

Google drängt auf bessere Android-Apps

Erst kommt das iPad – und dann lange nichts. Im Markt für Tablet-Computer spielen Geräte mit dem Google-Betriebssystem Android kaum eine Rolle. Schickere Apps sollen den Verkauf ankurbeln.

Für Android-Tablets wie das Nexus 7 gibt es bislang wenig angepasste Apps. AFP

Für Android-Tablets wie das Nexus 7 gibt es bislang wenig angepasste Apps.

DüsseldorfGoogle will die Qualität von Apps für Android-Tablets verbessern. Der Internetkonzern hat eine Checkliste veröffentlicht, die Entwicklern helfen soll, den großen Bildschirm der Geräte besser auszunutzen. Eine App, die auf Tablet-Computern großartig funktioniere, führe zu stärkerer Nutzung, mehr Downloads und höheren Einnahmen, warb Google in einem Blog für Entwickler.

Die Software ist ein wichtiges Argument beim Verkauf mobiler Geräte. Für das iPad von Apple gibt es 250.000 speziell programmierte Anwendungen. Google schlüsselt nicht auf, wie viele Android-Apps, die auf Smartphones und Tablets laufen, an das große Format der Tablet-Computer angepasst sind; die Zahl dürfte aber weit unter der des iPads liegen.

Einige Anwendungen werden gar nicht oder mit großer Verzögerung angepasst, wie prominente Beispiele illustrieren. So brachte der Fotodienst Instagram, der inzwischen von Facebook übernommen wurde, erst Monate nach dem Start eine Version für Android heraus. Auch die beliebte Lese-App Flipboard schaffte erst mit langer Verzögerung den Sprung vom iPad auf Android-Geräte.

Bei den Tablet-Computern ist Apple mit seinem iPad die unangefochtene Nummer 1. Anders als im Smartphone-Markt haben Android-Geräte wenig Erfolg, sieht man vom günstigen Kindle Fire von Amazon ab.

Googles wichtigste Geschäfte

Vielzahl an Produkten

Google Suche, Gmail, Google Maps, der Online-Speicher Google Drive, das Smartphone-Betriebssystem Android mit dem App-Store Google Play und, und, und: Die Liste der Google-Dienste wird immer länger. Und in seinen geheimen Labs arbeitet der Konzern an einem selbstfahrenden Auto oder Ballons, über die entlegene Gegenden mit Internet-Zugängen versorgen sollen.

Hochprofitable Suche

Wenn es aber um das Geldverdienen geht, ist Google vom Geschäft mit Online-Werbung abhängig. Fast 90 Prozent des Umsatzes stammen aus diesem Segment, ein Großteil aus der Internet-Suche. In der Bilanz wird sonst nur noch ein Segment mit dem wenig aussagekräftigen Titel „Other“ (Anderes) aufgelistet.

Android

Googles Betriebssystem Android dominiert den Smartphone-Markt. Es hilft dem Konzern, seine Dienste fürs mobile Internet zu verbreiten, sorgt mit dem Play Store mit Apps, Filmen und Musik aber auch für wachsende Einnahmen. Experten vermuten, dass diese den Großteil des „sonstigen“ Umsatzes ausmachen.

Google Appsl

Um sich aus der Abhängigkeit aus den Werbeeinnahmen zu befreien, hat Google in den vergangenen Jahren immer wieder Initiativen gestartet, etwa kostenpflichte Anwendungen für Firmen. Das Office-Paket Apps for Business und die E-Mail-Plattform sind Kernbestandteile der Geschäftskundenstrategie. Google Apps generiert Umsatz aus monatlichen Gebühren.

Google+

Soziale Netzwerke sind viele Internet-Nutzer zum ersten Anlaufpunkt im Internet geworden. Facebook ist hier mit Abstand die Nummer 1, Google will dem Marktführer mit Google+ Paroli bieten. Dass der Konzern den riesigen Abstand aufholt, ist allerdings unwahrscheinlich.

Cloud Computing

Ob Gmail, Google Docs oder Google Drive: Google-Dienste laufen nicht auf dem lokalen Rechner, sondern im Rechenzentrum. Der Konzern hat eine große Expertise in Sachen Cloud Computing, die er auch vermarkten will: Firmen können Rechenleistung oder Speicher bei dem Konzern mieten.

Chrome OS

Google will mit Chrome OS ein neuartiges Betriebssystem für Computer etablieren – es setzt voll aufs Internet und ruft Daten und Dienste aus der „Wolke“ ab. Mit dem System will das Unternehmen seine Produkte verbreiten. Bislang ist die Verbreitung von Chrome OS allerdings noch überschaubar.

Von

chk

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