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02.06.2012

09:43 Uhr

Tablet-PC

Warum das iPad die Android-Tablets auf Abstand hält

Den Smartphone-Markt hat Google mit seinem Betriebssystem Android längst aufgerollt. Doch bei den Tablet-Computern hat der Internetriese bisher keinen Stich gegen Apple. Hauptproblem: Es fehlen attraktive Apps.

Das iPad dominiert nach wie vor den Tablet-Markt. Die Android-Konkurrenz kommt nur langsam in Schwung. AFP

Das iPad dominiert nach wie vor den Tablet-Markt. Die Android-Konkurrenz kommt nur langsam in Schwung.

BerlinUhu, Tempo, Tesa - und iPad? Manche Markennamen werden zum Alltagsbegriff für eine ganze Kategorie. Bei den Tablet-Computern ist die Apple-Flunder auf dem besten Weg dorthin. Zum Leidwesen der Konkurrenz. Es gibt zwar dutzende Geräte mit dem Betriebssystem Android, das unter der Regie von Google entwickelt wird. Doch mit wenigen Ausnahmen verkaufen sie sich mäßig bis schlecht. Herstellern wie Samsung und Sony, Acer und HTC konnten bisher nicht erreichen, dass die Kunden bei Tablet-Computern an eine iPad-Alternative denken.

Das vergangene Quartal bestätigte: Apples iPad spielt derzeit in einer eigenen Liga. Der Hersteller verkaufte von Januar bis April 11,8 Millionen iPads, wie der Marktforscher IDC kürzlich berichtete. Alle anderen Hersteller setzten zusammen nur 5,6 Millionen Tablet-Computer ab. Diese Dominanz dürfte nach Ansicht von Beobachtern noch auf Jahre bestehen. 2016 werde das Apple-System iOS noch einen Marktanteil von 46 Prozent haben, meinen die Marktforscher von Gartner.

Warum hinkt Android hinterher? An der Hardware sollte es eigentlich nicht liegen. Die großen Hersteller protzen mit Features wie Vierkernprozessoren, schneller Mobilfunkverbindung mit dem Datenturbo LTE und hochwertigen Bildschirmen. Doch es hakt bei der Software, also dem Betriebssystem und den Apps.

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Problem Nummer 1: Android ist nicht gleich Android. Während Apple-Nutzer die neue Version des Betriebssystems iOS direkt auf ihr iPhone oder iPad aufspielen können, müssen Android-Besitzer warten. Denn der Gerätehersteller passt das Update erst an. Und das dauert meist mehrere Monate. Die im Oktober vorgestellte Software-Version 4.0 läuft beispielsweise nur auf 4,9 Prozent aller Geräte mit dem Google-System, wie aus Zahlen des Unternehmens von Anfang Mai hervorgeht. Wichtige neue Features wie auch Verbesserungen im Detail bleiben den meisten Nutzern bislang vorenthalten.

Medion Lifetab und iPad 2 im Vergleich

Speicher

iPad 2: 16 Gigabyte

Lifetab: 32 Gigabyte

Der interne Speicher dient als „Festplatte“ für das Tablet. Apps, Fotos und Videos werden dort gespeichert. Der Speicher des Lifetabs lässt sich mittels Micro-SD-Karte noch erweitern, der des iPads nicht.

Bildschirm

Das Display des iPad 2 ist deutlich leuchtstarker als das des Medion-Tablets, wodurch die Spieglungen weniger stören. Dafür besitzt das Medion-Display mit 1280x800 Pixeln eine höhere Auflösung als das iPad 2 (1024x768). Gegen das Retina-Display des iPad 3 (2048x1536) kann es aber nicht mithalten. Beide Displays sind etwa gleich groß (10 Zoll beim Medion, 9,7 beim iPad).

Prozessor und Arbeitsspeicher

Die Leistung des Prozessor ist vergleichbar: Im iPad 2 sitzt der von Apple entwickelte A5-Dual-Core-Prozessor, beim Lifetab kommt der Duak-Core-Prozessor Tegra 2 von Nvidia mit derselben Taktrate zum Einsatz.

Das iPad 2 besitzt 512 Megabyte Arbeitsspeicher, das Lifetab 1024 Megabyte.

Internetzugang

Das iPad 2 für 400 Euro besitzt ausschließlich einen WLAN-Zugang zum Internet - ein vorhandenes WLAN ist also Pflicht. Das Lifetab besitzt neben WLAN auch einen Mobilfunk-Zugang mit 3G-Technik (UMTS). Dafür ist ein Mobilfunkvertrag erforderlich. Im Lifetab-Zubehör enthalten ist eine SIM-Karte von Aldi Talk mit 10 Euro Startguthaben.

Kamera

Beide Tablets bieten vorne eine Webcam für Videochat an und hinten eine HD-Kamera für hochauflösende Fotos.

Anschlüsse

Das Medion-Tablet verfügt über Micro-HDMI, Micro-USB und Micro-SD-Anschluss. Das iPad kann nur über Apples eigenen Anschluss mit PC oder Mac verbunden werden. Beide Geräte verfügen über die kabellose Bluetooth-Schnittstelle.

Akkulaufzeit

Apple gibt für den Betrieb des iPads 10 Stunden Akkulaufzeit an, Medion für das Lifetab etwa acht Stunden.

Problem Nummer 2 hat mit Problem Nummer 1 tun: Es fehlt noch an Apps, die für die großen Tablet-Bildschirme optimiert sind - oft ein Verkaufsargument. „Die Nutzerbasis ist sehr fragmentiert“, sagt Gartner-Analystin Roberta Cozza. „Die Entwickler müssen mit ihren Anwendungen aber möglichst viele Kunden erreichen.“ Das Apple-System iOS sei viel homogener als Android und damit auch attraktiver für Programmierer.

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