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26.11.2014

13:51 Uhr

Tolino Vision 2 im Test

Zu schade für die Badewanne

VonThomas Trösch

Badewannentauglich ist der Tolino Vision 2 in jedem Fall. Doch der E-Reader mit den wasserabweisenden Nanobeschichtung macht auch außerhalb des Badezimmers eine gute Figur. Der Kindle-Konkurrent im Test.

Nässe macht dem Tolino Vision 2 wenig aus. Eine spezielle Nanobeschichtung schützt die Bauteile vor Feuchtigkeit.

Nässe macht dem Tolino Vision 2 wenig aus. Eine spezielle Nanobeschichtung schützt die Bauteile vor Feuchtigkeit.

Um es gleich vorweg zu sagen: Ich habe meinen Tolino Vision 2 nicht eine halbe Stunde lang unter Wasser gehalten. Der Angabe des Herstellers, wonach der E-Reader 30 Minuten lang eine Wassertiefe von bis zu einem Meter verträgt, müssen wir also einfach glauben.

Seine Badewannentauglichkeit verdankt der Tolino einer Nanobeschichtung, mit der seine Bauteile überzogen sind. Wasser kann zwar in den Reader eindringen, dort jedoch keine Schäden anrichten. Bei Kontakt mit anderen Flüssigkeiten sollte man den Reader allerdings ausspülen und 48 Stunden lang trocknen lassen – so empfiehlt es zumindest die Bedienungsanleitung. Salzwasser mag der Reader übrigens gar nicht.

Aber eigentlich ist der Tolino auch viel zu schade für die Badewanne, man kann sich mit ihm nämlich durchaus sehen lassen. Anders als seine Vorgänger, die in eher gewöhnungsbedürftigem Braun daher kamen, ist der Tolino Vision ganz in Schwarz gehüllt, was ihm gut steht. Der Kindle-Konkurrent liegt gut in der Hand und lässt sich bequem auch einhändig nutzen.

Vorteile und Nachteile von E-Readern

Ausdauernder Akku

Die E-Ink-Displays sind sehr energieeffizient, daher muss der E-Reader erst nach mehreren tausend Seiten wieder an die Steckdose – das reicht für Wochen.

Angenehmes Lesen

Dank der E-Ink-Technik ähnelt der Bildschirm von E-Readern einer Buchseite – das ist für die Augen angenehm. Zudem lässt sich damit auch bei direkter Sonneneinstrahlung lesen. Geräte mit Beleuchtung wie Kindle Paperwhite und Tolino Shine ermöglichen es zudem, auch im Dunkeln zu lesen.

Geringes Gewicht

Die meisten E-Reader sind Leichtgewichte, die um die 200 Gramm wiegen. Tablet-Computer im Sieben-Zoll-Format bringen oft das Doppelte auf die Waage, Zehn-Zöller sogar das Dreifache. Zudem sind die meisten Lesegeräte so kompakt, dass sie auch in die Jackentasche passen.

Große Kapazität

Aktuelle E-Reader haben mehrere Gigabyte Speicher und erlauben teils noch eine Erweiterung per Micro-SD-Karte. Selbst wenn man Bildbände oder Comics aufspielt, reicht das für Hunderte Bücher – das spart beispielsweise im Urlaub Gepäck.

Strenger Kopierschutz

Viele E-Books haben einen Kopierschutz. Damit können Käufer ihre digitalen Bücher nicht einfach an Freunde verleihen. Zwar ist es möglich, ein E-Book auf mehreren Geräten gleichzeitig zu öffnen, allerdings ist das an das eigene Benutzerkonto geknüpft.

Formate-Wirrwarr

Nicht jeder E-Reader kann jedes E-Book öffnen. Marktführer Amazon nutzt das AZW-Format, das sich nur mit dem Kindle öffnen lässt. Die Tolino-Allianz, der die Buchhändler Thalia, Hugendubel, Weltbild und Club Bertelsmann angehören, setzen auf das EPUB-Format, das die meisten Modelle öffnen können, der Kindle jedoch nicht. Bei E-Books ohne Kopierschutz ist aber eine Konvertierung relativ einfach machbar.

Eingeschränkte Möglichkeiten

E-Reader sind Lesegeräte – nicht mehr, nicht weniger. Wer nur gelegentlich ein E-Book liest, ist mit einem Tablet-Computer besser bedient. Mit dem kann man auch im Internet surfen und Filme gucken.

Das auf der Rückseite eingeprägte Tolino-Logo markiert den Bereich, in dem der Leser die besten Chancen hat, mit der neuen tap2flip-Funktion umzublättern. Dazu muss er mit dem Finger auf die Rückseite des Readers klopfen, was nicht immer gleich zum Erfolg führt. Am besten funktioniert tap2flip, wenn das Gerät mit einer Hand umfasst wird. Natürlich lässt sich der Tolino auch per Wischer über den Touchscreen umblättern.

Das sechs Zoll große E-Ink-Display hat eine Auflösung von 1024 x 758 Pixeln und bietet ein scharfes und kontrastreiches Bild. Einfallendes Sonnenlicht stört den Lesegenuss kaum, bei Dunkelheit ersetzt die durch einen Schalter an der Oberkante des Geräts aktivierbare Bildschirmbeleuchtung eine fehlende Leselampe, ähnlich wie man es vom Kindle Paperwhite kennt.

Wählen kann ich zwischen fünf Schriftarten und sieben Textgrößen, Zeilenabstand und Seitenrand sind individuell einstellbar. Dazu stehen mir Funktionen zum Markieren von Textstellen sowie für eigene Notizen zur Verfügung.

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