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17.04.2012

13:30 Uhr

Toshiba Portege im Test

Hauchdünnes Leichtgewicht im Business-Einsatz

VonStephan Dörner

Das Toshiba Portege Z830 ist das leichteste Ultrabook auf dem Markt – und soll trotzdem für den Business-Einsatz geeignet sein. Wir haben das Gerät getestet.

Dünn, sehr leicht und etwas wackelig: das Toshiba Portege Z830. PR

Dünn, sehr leicht und etwas wackelig: das Toshiba Portege Z830.

DüsseldorfHauchdünn, extrem leicht und Business-tauglich - das ist das Versprechen des Ultrabooks Toshiba Portege Z830-10K. Ob Toshiba dieses Versprechen an mobile Business-Kunden auch einlösen kann, hat Handelsblatt Online getestet. Eine Besonderheit des Ultrabooks ist das integrierte 3G-Modem, das bislang bei keinem vergleichbaren Modell zu finden ist. Damit ist der Nutzer - SIM-Karte und Vertrag vorausgesetzt - auch dann mobil im Netz unterwegs, wenn kein WLAN zur Verfügung steht.

Die Ausstattung ist aber von Modem abgesehen für ein Business-Notebook angemessen. Ein i5-Prozessor sorgt für eine hohe Arbeitsgeschwindigkeit, der Flash-Speicher SSD ist mit 128 Gigabyte RAM für diese Notebook-Klasse durchschnittlich groß. Neben zwei USB-2-Anschlüssen ist auch ein USB-3-Anschluss und ein SD- Kartenleser vorhanden. Für ältere Beamer und Monitore praktisch: Neben HDMI gibt es auch einen VGA-Ausgang – für die Klasse der Ultrabooks ist das insgesamt klar überdurchschnittlich. Statt auf die verbreitete Windows 7 Home Edition setzt Toshiba bei dem Business-Notebook auf Windows 7 Professional in der 64-Bit-Version.

Ultrabooks

Was sind Ultrabooks?

Nach dem Vorbild von Apples Macbook Air schaffte Intel die Klasse der Ultrabooks, die ultramobiles und leistungsstarkes Computing für nicht mehr als 1000 Dollar ermöglichen sollten. Das Preisversprechen wird dabei aber nicht immer eingehalten. Damit sich ein Laptop mit Intels Markennamen Ultrabook schmücken darf, muss es recht strengen Anforderungen genügen. Die erste Generation der Ultrabooks, die derzeit auf den Markt ist, darf je nach Bildschirmgröße nicht dicker als 18 beziehungsweise 21 Millimeter sein und nicht mehr als 1,4 Kilo wiegen. Meist sind die Ultrabooks mit schnellem SSD-Speicher ausgerüstet statt mit langsameren Festplatten. Als Richtwert für die Zeit, bis der Laptop aus dem Ruhezustand aufwacht, gibt Intel sieben Sekunden an.

Was fehlt Ultrabooks?

Gespart wird an allem, was bei der Mobilität stört. Ein Laufwerk für optische Medien – also für CDs, DVDs und Blueray-Disc - ist nicht mehr vorhanden. Diese sind dank Breitband-Internet und USB-Sticks ohnehin auf dem Rückzug. Auch bei den Anschlüssen wird – als Tribut an die dünne Bausweise – gespart. Die meisten Ultrabooks verfügen nur über wenige USB-Anschlüsse.

Schicker ist es ohnehin, Peripherie-Geräte wie eine zusätzliche Maus kabellos über Bluetooth zu verbinden. Die Display-Größe ist auf die Kompaktklasse begrenzt. Ultrabooks kommen meist mit 11- oder 13-Zoll-Displays. Auch weil ein optisches Laufwerk und Anschlüsse fehlen, sind sie kein vollwertiger Desktop-PC-Ersatz.

Was hält AMD von Ultrabooks?

Zurückhaltend zu der neuen Notebook-Klasse äußerte sich kürzlich Intels Chipkonkurrenz von AMD. Mit den angepeilten rund 1000 Dollar zielt die neue Notebook-Klasse auf den Premium-Markt. „Der Markt für PCs über 1000 Dollar wird komplett durch Apple dominiert“, gab AMD-Sprecher im Gespräch mit dem IT-Portal Xbit Labs zu Bedenken. Die Nummer zwei bei PC-Prozessoren will daher abwarten, wie sich die Premium-Notebooks gegen Apple schlagen.

Was bringen Ultrabooks der Zukunft?

2012 will Intel noch einen Gang zulegen: Die mobilen Rechner sollen dank der neuen Prozessorgeneration mit Ivy-Bridge-Chip noch schneller werden. Außerdem müssen die Ultrabooks dann zwingend die Peripherie-Schnittstellen USB 3.0, Bluetooth und PCI Express 3.0 bereitstellen. Ab 2013 sollen neue Prozessortypen und ein verbessertes Sparkonzept dann für eine noch geringeren Stromverbrauch sorgen.

2013 sollen die Ultrabooks bei geringer Last demnach ganze 10 Tage ohne Stromzufuhr durchhalten. Die dafür geplante Chip-Architektur trägt den Namen Haswell. Der komplette Rechner – von der gesamten Hardware bis zum Betriebssystem – soll dann auf Energieeffizienz getrimmt werden. Das kommende Windows 8 soll in der Lage sein, die Leistungsaufnahme während des Betriebs deutlich stärker zu reduzieren als bisherige PC-Betriebssysteme.

Weitere Einblicke gab Intel auf dem Intel Developer Forum in Peking 2012 bekannt. Demnach sollen viele Ultrabooks in Zukunft wie Tablets auch Touchscreens besitzen, sobald Windows 8 fertiggestellt wurde. Laut Liliputing plante Intel außerdem deutlich höhere Auflösung für Ultrabooks ab 2013, sobald Intel die interne Grafik dafür genügend beschleunigt hat. Für den Formfaktor mit 13 Zoll ist dann eine Auflösung von 2.800 x 1.800 Pixeln geplant.

Einsteigermodell: Acer Aspire S3

Das Aspire S3 gehört zu den günstigen Ultrabooks und ist bereits ab 800 Euro zu bekommen. Es arbeitet mit einem i5-Prozessor von Intel (1,6 GHz) und ist mit 4 Gigabyte Arbeitsspeicher ausgerüstet. Statt schneller SSD kommt eine langsame aber dafür größere Festplatte mit 320 Gigabyte Speicher zum Einsatz. Das 13,3-Zoll-Display hat eine Auflösung von 1366x768 Pixeln. Das Gewicht: 1,33 Kilogramm. Anders als bei vergleichbaren Modellen fehlt ein USB-3-Anschluss.

Pixelwunder: Asus Zenbook UX31E

Das Asus Zenbook UX31E glänzt vor allem durch eine im Vergleich zur Konkurrenz hohe Pixeldichte. Auf dem 13,3-Zoll-Display stellt das Asus-Gerät 1600x900 Pixel da. Bei den Videoanschlüssen bietet es neben Micro-HDMI auch Mini-VGA. Der i7-Prozessor ist besonders flink (1,8 Ghz). Das Gerät gibt es im Online-Handel ab rund 1000 Euro. Gewicht: 1,3 Kilogramm.

Durchschnitt: Lenovo IdeaPad U300s

Das IdeaPad U300s vom chinesischen Hersteller Lenovo ist ab rund 900 Euro im Online-Handel zu haben. Wie auch der Preis ist die Ausstattung durchschnittlich. Mit 15 Millimeter Dicke ist es allerdings besonders dünn. Gewicht: 1,32 Kilogramm.

Macbook Air

Das Macbook Air von Apple ist Vorbild für die Klasse der Ultrabooks. Apple stattete als erstes Notebooks mit schneller Hardware und schnellen SSD-Speicher aus und verzichtete dafür auf das optische Laufwerk, um Gewicht und Dicke zu sparen. Die Macbook Airs sind etwas teurer als vergleichbare PC-Ultrabooks. Sie verfügen neben USB über die besonders schnelle Thunderbolt-Schnittstelle, für die es bislang kaum Hardware gibt. Wie auf allen Macintosh-Rechnern läuft standardmäßig nicht Windows auf den Geräten, sondern Mac OS X. Windows lässt sich - eine Lizenz vorausgesetzt - aber zusätzlich installieren.

Hauchdünn und unangenehm biegsam

Der Ersteindruck des Geräts: sehr, sehr dünn (16 Millimeter) und leicht. Das Display wirkt – auch dank des Schaniers – labbrig und unangenehm instabil. Die Handoberfläche des Notebooks wirkt weniger wertig als bei der direkten Konkurrenz von Dell (XPS 13). Das Gerät bringt mit seinem 13.3-Zoll-Display gerade einmal 1,1 Kilogramm auf die Waage – unter den derzeit erhältlichen Ultrabooks ein Spitzewert.

Beim Arbeiten zeigt sich jedoch schnell der Nachteil der ultrakompakten und leichten Bauweise: Der Lüfter surrt selbst bei geringer Arbeitsbelastung – bei Dauerlast wird er sogar richtig laut. Das ist der mit Abstand größte Kritikpunkt an dem Gerät. Die Tastatur dagegen ist angenehm und verfügt – für eine Notebook-Tastatur – über einen deutlich spürbaren Druckpunkt.

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