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08.09.2015

15:32 Uhr

TV-Trends der IFA

Hauptsache scharf

VonIna Karabasz

Auf der IFA in Berlin versuchen sich die Fernsehhersteller mit hohen Kontrasten und schillernden Farben gegenseitig zu überbieten. Doch stellt die Superschärfe die TV-Branche vor neue Herausforderungen.

Der koreanische Konzern Samsung setzt mit SUHD auf eine Technik, die noch energiesparender sein soll und die Farben stärker leuchten lässt.  AFP

SUHD TV-Geräte von Samsung

Der koreanische Konzern Samsung setzt mit SUHD auf eine Technik, die noch energiesparender sein soll und die Farben stärker leuchten lässt. 

BerlinIn Berlin schieben sich derzeit die Besucher der IFA in langen Strömen durch die Hallen des Messezentrums. Manche bleiben bei smarten Kühlschränken hängen, andere bei Lautsprechern, Drohnen oder sonstigen Elektroprodukten. Doch bei einigen Exponaten bleiben fast alle kurz stehen: superscharfen, superbunten Fernsehern.

Die Geräte zeigen kurze Filme  von Feuerwerken, Wasserfällen oder barocken Schlosshallen. Alle sind Detailreich, denn darauf kommt es an: Die Betrachter sollen sehen, wie viele Einzelheiten bei herkömmlichen Fernsehern sonst in der Unschärfe verschwimmen. Und um den Effekt noch einmal zu verstärken, hängt ein derzeit übliches LCD-Gerät genau daneben.

Hier wird die unausgesprochene Frage beantwortet, ob es notwendig ist, sich einen neuen Fernseher anzuschaffen – in Zeiten, in denen doch ohnehin schon fast alles in High Definition (HD), also hochauflösend gezeigt wird.  Die neuen Kaufanreize nennen Sich High Dynamic Range (HDR), Ultra High Definition (UHD) und OLED – und immer geht es im Wesentlichen darum, noch mehr Kontrast und tiefere Farben zu bieten.

Für die Unternehmen ist es wichtig, den Umsatztreiber TV-Geräte in Schwung zu halten. Im vergangenen Jahr wurden laut dem Branchenverband Bitkom mit Flachbildfernsehern 4,24 Milliarden Euro umgesetzte. Diese Einnahmen werden in diesem Jahr um 6,1 Prozent zurückgehen, prognostiziert der Verband.

Der Rückgang liegt vor allem daran, dass es in diesem Jahr kein Sport-Großereignis gab, was den Umsatz angekurbelt hat. Das sollen die neuen Modelle wieder auffangen. Ein einheitliches Ziel, wie genau die Hersteller das erreichen wollen, gibt es nicht. Die einen setzen besonders auf gebogene Geräte und Ultra High Definition, andere auf OLED-Bildschirme oder die neue Technologie High Dynamic Range.

Der Markt ist noch lange nicht gesättigt

Der japanische Anbieter Panasonic hat derzeit Erfolg mit Ultra HD-Geräten. Die Technologie wird auch 4K genannt, weil sie die vierfache Auflösung von HD-Fernsehern hat. Das Unternehmen hat in diesem Segment bereits fast 20 Prozent Marktanteil in Deutschland und: „Der Markt für 4K-Modelle ist noch lange nicht gesättigt“, sagt Masahiro Shinada, Chef der TV-Sparte von Panasonic.

Und trotzdem wollen die Japaner schon im kommenden Jahr eine neue Technologie auf den Markt bringen: Fernseher mit High Dynamic Range – also super hohen Kontrasten. Bisher werden bei Aufnahmen Helligkeitsunterschiede in einem Bild technisch angeglichen. Sehr helle Punkte werden dunkler, sehr dunkle etwas heller. Die neue Technik braucht dies nicht, um einen Film zu zeigen, dass erhöht die Kontraste deutlich.

Zwar hängt am Stand von Panasonic bereits ein Prototyp eines HDR-Fernsehers, allerdings wurde er noch von Hand gefertigt. Denn ausgereift ist die Technik noch nicht. „Es ist wichtig, dass wir auf internationaler Ebene einen einheitlichen und offenen Standard für HDR entwickeln“, erklärt Shinada.

Auch der koreanische Konzern Samsung setzt auf UHD, allerdings kein gewöhnliches, sondern SUHD. Dahinter steht eine Technik, die noch energiesparender sein soll und die Farben stärker leuchten lässt.  Zwischen März und Juni seien die Umsätze mit SUHD-Geräten um 246 Prozent gestiegen, erklärte Samsung im Rahmen der Messe.

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