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10.09.2014

03:05 Uhr

Apple Watch

Tim Cook beschwört die alten Zeiten

VonAxel Postinett

Historischer Ort, historische Anspielungen auf Steve Jobs und ein Produktfeuerwerk. Apple-Chef Tim Cook beschwor die glorreichen Geister der Vergangenheit, doch die Aktie schloss nach wilder Berg- und Talfahrt im Minus.

Die Namensfindung der Apple-Uhr mit „Watch“ statt „iWatch“ ruft Verwunderung bis Spott hervor.

Die Namensfindung der Apple-Uhr mit „Watch“ statt „iWatch“ ruft Verwunderung bis Spott hervor.

San FranciscoGerade mal 40 Minuten Zeit verschwendete CEO Tim Cook am Dienstag im kalifornischen Cupertino auf zwei neue iPhones, die iPhone 6 und 6 Plus. Dann wendete er sich anderen Produkten zu, nicht ohne Steve Jobs‘ legendären Ausspruch „One more thing“ zu bemühen.

Das ist schon erstaunlich, immerhin erwirtschaften die Smartphones 53 Prozent des Konzernumsatzes, rund 150 Millionen Stück wurden im vergangenen Geschäftsjahr abgesetzt. Doch diesmal gehörte die Aufmerksamkeit dem Bezahldienst Apple Pay, der PayPal angreifen soll, und seinem Zukunftstraum Apple „Watch“. Sie kursierte als „iWatch“ seit fast zwei Jahren in der Gerüchteküche. Nun ist sie da.

Die Evolution des iPhone

iPhone - die erste Generation

Mit seinem leicht bedienbaren Touchscreen revolutionierte das iPhone die Handybranche. Dabei waren die technischen Daten der ersten Generation noch recht bescheiden: Der Prozessor leistete nur 667 Megahertz, der Arbeitsspeicher war nur 128 Megabyte groß. Den Datenfunk UMTS unterstützte die erste Generation nicht. Trotzdem wurde das Gerät ein riesiger Erfolg.

iPhone 3G

Das zweite Gerät der iPhone-Reihe, vorgestellt im Juni 2008, brachte einige wesentliche Änderungen. Zum einen überarbeitete Apple das Design gründlich. Zum anderen unterstützte das Gerät den Datenfunk UMTS sowie den Datenturbo HSDPA.

iPhone 3GS

Ein Jahr später stellte Apple das iPhone 3GS vor. Am Design änderte sich nichts, allerdings stattete der Hersteller das Gerät mit einem besseren Prozessor und einem größeren Speicher aus. Das suggeriert auch der Name: Das S steht für „Speed“. Zudem war eine Kamera mit 3 Megapixel Auflösung an Bord.

iPhone 4

Mit der vierten Generation, präsentiert im Juni 2010, wagte Apple wieder ein neues Design: Das Gehäuse war kantiger und aus Edelstahl. Zudem verbaute der Hersteller ein Display mit höherer Auflösung. Auch der Prozessor war leistungsfähiger als beim Vorgänger. Der Ansturm auf das Gerät war gewaltig.

iPhone 4S

Äußerlich unterschied sich das iPhone 4S kaum von seinem Vorgänger, das Design blieb weitgehend gleich. Schlagzeilen machte vor allem der persönliche sprachgesteuerte Assistent Siri, der zunächst nur auf dem 4S lief, später aber auch auf anderen iPhone-Modellen. Siri kann Fragen beantworten oder Kommandos ausführen. Die Kamera des iPhone 4S hatte eine Auflösung von 8 Megapixel.

iPhone 5

Das sechste und aktuelle Gerät der Reihe heißt iPhone 5. Es ist etwas länger, aber gleichzeitig dünner als das Vorgängermodell – dadurch ergibt sich ein neues Seitenverhältnis von 16:9. Die 8-Megapixel-Kamera kann Aufnahmen in HD anfertigen. Ein neuer Prozessor soll für mehr Tempo sorgen. In die Kritik geriet Apple, weil vor allem an der schwarzen Variante schnell Abnutzungserscheinungen zu sehen waren. Mit dem iPhone 5 führte Apple auch iOS 6 ein, die neue Version des Betriebssystems, die den vielkritisierten Kartendienst Maps enthält.

iPhone 5C und 5S

Das iPhone 5c und das iPhone 5s waren die Modelle sieben und acht. Das 5c ist die etwas günstigere Variante: Weitgehend ausgestattet wie das iPhone 5, hat es aber ein Gehäuse aus buntem Plastik. Das 5s hat unter anderem einen doppelt so schnellen Chip, eine bessere Kamera und einen Fingerabdrucksensor zur Entsperrung des Gerätes.

iPhone 6 und iPhone 6 Plus

Die sichtbarste Neuerung bei der jüngsten iPhone-Generation sind die Maße: iPhone 6 und iPhone 6 Plus sind mit 4,7 bzw. 5,5 Zoll deutlich größer als die Vorgänger. Damit reagiert Apple auf den Boom der Phablets, also der übergroßen Smartphones. Die Geräte unterstützen den Bezahldienst Apple Pay, der über den Nahfunkstandard NFC Daten überträgt.

Es ist ein wichtiger Moment für Cook, der in der Vergangenheit immer wieder betont hatte, die Produktpipeline sei mit „unglaublichen“ Produkten gefüllt, von denen er gar nicht erwarten könne, sie zu zeigen. Das waren die Zeiten, als die Apple-Aktie bis fast 50 Dollar (bereinigt um Aktiensplitt 7:1) zurückgefallen war.

Und da war sie, die Watch, auf der Bühne des Flint Centers im kalifornischen Cupertino. Ein traditionsreicher Ort für Apple, wo 1984 der erste Macintosh und der legendäre iMac von Gründer Steve Jobs erstmals gezeigt wurden.

Cooks Antwort auf die Wachstumskrise ist eine Computeruhr. Es ist das erste neue Produkt seit vier Jahren, als das iPad das Licht der Welt erblickte, und laut Cook wird es eine ganze Geräteklasse definieren.

Das wäre noch eine Kleinigkeit: Apple-Chef Tim Cook stellt die neue Apple Watch vor. dpa

Das wäre noch eine Kleinigkeit: Apple-Chef Tim Cook stellt die neue Apple Watch vor.

Die Aktionäre erwarten den nächsten großen Umsatzbringer, der wie iPod, iPhone und iPad das mit 600 Milliarden Dollar an der Börse bewertete Unternehmen in neue Umlaufbahnen schicken soll. Der Kursanstieg auf derzeit 100 Dollar lag nicht nur an guten iPhone-Verkaufszahlen. Cook musste Milliarden von Dollar an Dividenden ausschütten und ein gewaltiges Aktienrückkaufprogramm anstoßen, um murrende Aktionäre zu beruhigen und die Kurse zu heben.

Aber das geht nicht noch einmal. Er muss in Jobs‘ Fußstapfen treten und ein „Killerprodukt“ präsentieren.

Kommentare (3)

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Herr wulff baer

10.09.2014, 08:32 Uhr

Ich verwende seit geraumer Zeit die Gear 2 von Samsung.
Abgesehen, von der systembedingt kurzen Batterielaufzeit von 4-5 Tagen, habe ich nichts zu beanstanden und finde das Gerät außerordentlich gelungen.

Apple dagegen narrt seine hündisch ergebenen Fans seit Jahren mit Ankündigungen von Produkten, die andere längst zur Serienreife entwickelt haben.

Markt- und Technologieführer Samsung dagegen bringt seine Produkte auf den Markt, erzielt Spitzenverkäufe ohne das frenetische Geheul von beim Kauf erfolgreichen Apple-Kunden in den Läden.

Die Apple-Aktie ist meines Erachtens grandios überbewertet.

Herr Stephan Venus

10.09.2014, 11:50 Uhr

Nun ja, man kann darüber diskutieren, ob die Produkte von Apple in der Wahrnehmung der Benutzer überbewertet sind. Trifft das bei der Aktie zu? Realistisch betrachtet scheffelt das Unternehmen Geld in praktisch allen Produktbereichen. Werden die unzähligen Apple iTunes Kunden plötzlich alle Investitionen in Software, Musik, Bücher etc. in die Tonne treten? Weil andere Hersteller ähnlich gute Hardware bieten? Wohl kaum. Von einer Überbewertung der Aktie zu sprechen ist also schlichtweg falsch.

Herr Helmut Metz

10.09.2014, 11:55 Uhr

Ein Gadget, dass nur selbsternannte Möchtegern-Lifestyler brauchen.
Wetten, dass bei diesem Digital-Teil sehr bald nach Ende der Garantiezeit irgendein Chipteil verreckt: die geplante Obsoleszenz lässt grüßen; aber neiiin: echte Apple-Jünger legen sich ja das neueste Teil auch dann zu, wenn das alte noch nicht den Geist aufgegeben hat.
Ich bevorzuge Uhren, die für die Ewigkeit gebaut werden.
Deshalb spare ich auch momentan für einen Zenith El Primero Chronomaster. Und diese Uhr werde ich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch noch vererben können - und zwar steuerfrei, ohne dass die Staatskrake ihre unersättlichen Klauen ranbekommt...

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