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08.10.2014

10:00 Uhr

Archos Smart Home im Test

Elektronikauge, sei wachsam

VonChristof Kerkmann

Wer ist ins Haus gegangen? Und was passiert auf der Terrasse, während man im Urlaub weilt? Archos hat ein System zur Überwachung der eigenen vier Wände entwickelt. Als erstes im Visier der Kameras: der Hund.

Künstliche Augen: Das Smart-Home-System von Archos hilft bei der Überwachung der eigenen vier Wände.

Künstliche Augen: Das Smart-Home-System von Archos hilft bei der Überwachung der eigenen vier Wände.

Als erstes rücke ich der Hündin des Hauses auf den Pelz. Schon länger vermute ich, dass ihre weißen Haare nicht durch einen Luftzug auf die braune Couch fliegen, sondern bei einem unerlaubten Nickerchen in Abwesenheit von Herrchen und Frauchen dort liegen bleiben. Eine technische Hilfe bringt die Gewissheit: Das Foto der Überwachungskamera im Wohnzimmer, übertragen aufs Smartphone, bezeugt die heimliche Untergrabung der menschlichen Autorität.

Der Beweis: Manchmal ruht sich der Hund auf der Couch aus. Christof Kerkmann

Der Beweis: Manchmal ruht sich der Hund auf der Couch aus.

Der Helfer ist in diesem Fall das Smart-Home-System von Archos. Der französische Elektronikhersteller setzt wie viele andere Firmen auf den Trend zur Heimvernetzung. Auch Google, Apple, Samsung und die Deutsche Telekom werben derzeit für Produkte, die die Heizung steuern und das Licht aus der Ferne ausschalten. Das Archos-Paket soll bei der Überwachung der heimischen vier Wände helfen. Mehr als freche Hunde dürften dabei ungebetene Besucher im Fokus der Kameras stehen.

Die Grundausstattung liefert Archos für rund 200 Euro. Sie enthält zum einen ein Tablet mit Ständer, das als Kontrollstation dient (und sich wegen des klobigen Formats auch nicht zu viel mehr eignet). Zum anderen gibt es diverse Funksensoren: zwei kleine Kameras in der Größe von Tischtennisbällen, zwei Fühler für Temperatur und Luftfeuchtigkeit sowie zwei Bewegungsmelder.

Archos Smart Home in aller Kürze

Was ist es?

Ein Einsteigerpaket zur Überwachung der eigenen vier Wände.

Was sagt die Werbung?

„Ihr Zuhause – einfach vernetzt“, und: „Ihr Zuhause – jederzeit und von überall im Blick“.

Was ist in der Verpackung?

Die Zentrale – ein kleiner Tablet-Computer mit Ständer –, zwei Kameras, zwei Bewegungssensoren, zwei Temperatur- und Feuchtigkeitssensoren.

Wie viel kostet es?

Das Paket kostet 200 Euro, wer seine Wohnung mit weiteren Sensoren überwachen will, muss dafür zusätzlich investieren.

Was ist gelungen?

Das System lässt sich leicht einrichten und mit dem Smartphone verbinden. Es ist vergleichsweise günstig.

Was ist nicht so gelungen?

An etlichen Stellen hakt die Software. Die Bilder der Überwachungskameras haben keine besonders hohe Qualität, die Videos sind nur eine Abfolge von Standbildern.

Lohnt sich der Kauf?

Das Einsteigerpaket tut, was es verspricht – aber es hakt noch an einigen Stellen. Ein Vergleich mit ähnlich teuren Konkurrenzprodukten lohnt auf jeden Fall.

Das System soll sich aufrüsten lassen. In Planung sind ein Stecker, mit dem sich beispielsweise das Licht wie bei einer Zeitschaltuhr steuern lässt (Smart Plug), ein infrarotgesteuerter Bewegungssensor (Motion Ball), eine Sirene (Siren Tag) und eine Kamera mit HD-Auflösung (Smart Cam). Das Zubehör soll voraussichtlich im Herbst auf den Markt kommen, zum Verkaufsstart und zu den Preisen äußert sich der Hersteller aber nicht. Zusätzlich soll es möglich sein, Objekte anzusteuern, die auf der Radiofrequenz 433 Megahertz funken – viele Heimsteuerungssysteme nutzen diese. Diese Verknüpfung konnte im Test nicht erprobt werden.

Die Einrichtung des Basispaketes geht schnell von der Hand. Die Objekte werden mit Klebestreifen angebracht, zum Beispiel am Türrahmen oder Regal. Strom liefern Knopfzellen, die nach Herstellerangaben mehrere Monate halten sollen.

Um die Sensoren mit der Haussteuerung zu koppeln, muss man am jeweiligen Objekt eine Taste gedrückt halten – die App zeigt Kamera oder Sensor nach einigen Sekunden an. Die Verbindung halten die Geräte über den Funkstandard Bluetooth, der mit relativ wenig Strom auskommt. Die Knopfzellen in den Sensoren sollen nach Angaben des Herstellers bis zu ein Jahr halten.

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