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18.09.2014

09:09 Uhr

Big Data im Sport

Der gläserne Lahm

Der FC Bayern will die volle Datenkontrolle über das Fußballspiel. Am Ende soll ein optimierter Sportler stehen. Doch wie steht es mit dem Schutz der Spielerdaten? Und was passiert, wenn der Spieler den Verein verlässt?

Bayern-Star Philipp Lahm: Erfasst von der Abteilung „New Media“. dpa

Bayern-Star Philipp Lahm: Erfasst von der Abteilung „New Media“.

München, FrankfurtIn dem Film „Moneyball“ spielt Brad Pitt 2011 einen Baseball-Manager, der seine Mannschaft mit dem Computer aus einer existenzbedrohenden Krise führt. Über eine ausgefeilte Spieleranalyse stellt er ein nahezu perfektes, aber zugleich finanzierbares Team zusammen, das am Ende sogar fast den Titel gewinnt.

So etwas hat der FC Bayern München zwar nicht nötig. Mit der goldenen Generation um Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger und Franck Ribéry haben die Bayern alles gewonnen, was es in den vorigen Jahren zu holen gab.

Wofür steht Big Data?

Der Hype um die Daten

Unter Big Data versteht man Technologie zur Verknüpfung und Auswertung riesiger Datenmengen. Ziel ist es, neue Erkenntnisse zu gewinnen – etwa welche Produkte einem Kunden gefallen oder wo unentschlossene Wähler wohnen.

Riese Datenmengen

Das Datenaufkommen verdoppelt sich ungefähr alle zwei Jahre. Viele der Informationen erzeugen nicht Menschen, sondern Maschinen – beispielsweise Smartphones, intelligente Stromzähler oder Autos. Gerade Bewegungsdaten sind fürs Marketing relevant.

Vielfältige Quellen

Big Data bedeutet auch: Es werden Daten aus verschiedensten Quellen miteinander verknüpft und zu einem Profil verschmolzen. Marketing-Experten setzen beispielsweise auf klassische Kundendatenbanken, Bewegungsdaten von Smartphones sowie Informationen aus Sozialen Netzwerken. Auch die Wettervorhersage kann nützlich sein, um bestimmte Produkte zu verkaufen.

Ergebnisse in Echtzeit

Besonderen Reiz gewinnt Big-Data-Technologie durch ihre Geschwindigkeit: In vielen Fällen spucken die Superrechner die Ergebnisse in Echtzeit aus, oder sie beschleunigen zumindest die Berechnungen im Vergleich zu herkömmlichen Technologien deutlich.

Korrelation statt Kausalität

Big Data führt zu einer Veränderung im Denken: Wer große Datenmengen auswertet, kann statistische Zusammenhänge entdecken, ohne die Gründe dafür zu verstehen – Korrelation statt Kausalität. Das könnte langfristig verändern, wie wir Menschen Probleme lösen.

Doch die Ambitionen der Münchener sind ungebrochen hoch. Für zukünftige Titelgewinne hat die Vereinsführung einen weiteren Verbündeten ausgemacht: Es gelte nun, „die Technik des 21. Jahrhunderts für uns zu nutzen“, sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge in den Tagen vor dem Start der Saison. Gemeinsam mit SAP, dem weltgrößten Hersteller von Firmensoftware, will der Verein Werkzeuge entwickeln, mit denen der sportliche und geschäftliche Erfolg noch größer werden soll.

„Wir bewegen uns zwischen Lederhose und Laptop“, scherzte Rummenigge bei der Vorstellung der Technologiepartnerschaft in der Münchener Allianz-Arena. Neben Programmen, mit denen etwa die Betreuung der Fans oder das Merchandising gesteuert werden kann, geht es vor allem um das wertvollste Asset des FC Bayern: die Spieler.

Schrittweise soll der Spiel- und Traningsbetrieb des Klubs digitalisiert werden. Daten etwa über das Leistungsvermögen, die Stärken und Schwächen, aber auch die Gesundheit der Spieler sollen erfasst und für optimale Betreuung des Kaders genutzt werden.

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