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09.09.2014

10:12 Uhr

Das iPhone 6 kommt

„Apple kann die Enthüllungen nicht kontrollieren“

VonChristof Kerkmann

Ob Apple noch Überraschungen parat hat? Schon vor der Vorstellung des iPhone 6 sind viele Details bekannt geworden. Ein Apple-Experte erklärt, warum so viel durchsickert und wie das Unternehmen trotzdem die Medien lenkt.

DüsseldorfWenn Apple neue Geräte vorstellt, machen schon Wochen vorher Gerüchte die Runde – und nicht selten stimmt, was in den Medien und Blogs zu lesen ist. Der Apple-Experte Mark Gurman erklärt, warum das Unternehmen diese Informationen kaum geheim halten kann und wie es trotzdem die Medien steuert. Der Blogger von 9to5Mac ist selbst für seine guten Quellen im Umfeld des Konzerns bekannt.

Vor der heutigen Apple-Veranstaltung sind schon viele Details durchgesickert. Hält Apple nicht mehr dicht?
Ich glaube, dass Apple die Enthüllungen nicht kontrollieren kann. Ungewöhnlich viel ist dieses Mal über die Lieferkette fürs iPhone 6 nach außen gedrungen. Das ist durchaus zu erwarten, da das Unternehmen Millionen von Komponenten in einer großen Region herstellt. Falls Leute schon ein iPhone 6 samt Verpackung kaufen könnten, wüssten wir, dass Apple ein echtes Problem hat. Aber das ist ja nicht passiert.

Was macht die PR-Abteilung, damit die Erwartungen nicht enttäuscht werden?
Die Apple-PR hat Strategien entwickeln, um die Erwartungen zu steuern. Wenn es zum Beispiel viele Gerüchte und Diskussionen um eine neue Funktion des iPhone 6 gibt, kann man davon ausgehen, dass die PR-Abteilung einer großen Medienorganisation off the record sagt, falls sie nicht stimmen. Wenn Apple die Erwartungen für den Preis eines Produktes steuern will, kann es durchaus passieren, dass das Unternehmen selbst Hinweise nach außen sickern lässt.

Mark Gurman berichtet für 9to5Mac über Apple. Privat

Mark Gurman berichtet für 9to5Mac über Apple.

Medien wie das „Wall Street Journal“, Recode und Ihr Blog 9to5Mac veröffentlichen oft exklusive Informationen über neue Apple-Produkte. Wie reagiert die Firma darauf?
Ich kann nur für 9to5Mac sprechen: Apple meldet sich normalerweise nicht bei uns wegen Artikeln. Wenn es um Gerüchte über ein Produkt geht, wird Apple diese gegenüber anderen Publikationen entweder bestätigen oder dementieren. Das ist natürlich eine sehr durchsichtige Taktik: Manchmal schießen Publikationen auf erstaunliche Weise Gerüchte ab, deren Wahrheitsgehalt eigentlich nur Apple kennen kann. Die PR-Leute verfolgen obsessiv die Berichterstattung und versorgen die Verantwortlichen mit Zusammenfassungen. Wenn Apple damit nicht zufrieden ist, versucht man, die Narration zu verändern. Es kann sein, dass das PR-Team dann anderen Journalisten Artikel schickt, die der Erzählung widersprechen.

Die Präsentationen wirken wie ein Theaterstück. Wie dirigiert Apple?
Theaterstück ist das richtige Wort. Es ist eine Aufführung, deren Vorbereitungen Wochen vorher beginnen. Selbst für die schlimmsten Fälle ist vorgesorgt.

Kommentare (1)

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Herr Uwe Warschkow

09.09.2014, 14:53 Uhr

Apple hat nur Angst,dass die 600 Mrd an MK sich bald in Luft auflösen-zumindest teilweise.Ich erinnere hier an den Sommer 2012,Apple bei 700 Dollar,die 1000 waren schon fest vereinbart und dann kam der Crash.

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