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28.09.2014

12:32 Uhr

Digitale Bearbeitung

Computer sollen Steuererklärung kontrollieren

Wenn es nach Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble geht, kehrt in den Finanzämtern bald das vernetzte Leben ein: Schon ab 2016 sollen Steuererklärungen automatisch von Programmen geprüft werden.

Die gute alte Welt: Die Steuererklärung auf Papier - bald könnte sogar die Prüfung digital ablaufen. dpa

Die gute alte Welt: Die Steuererklärung auf Papier - bald könnte sogar die Prüfung digital ablaufen.

HamburgBundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) erwägt laut einem Vorabbericht des "Spiegel" nach der digitalen Abgabe der Steuererklärung auch die digitale Bearbeitung der Angaben in den Finanzämtern. Wie das Nachrichtenmagazin unter Berufung auf ein Diskussionspapier des Finanzministeriums für eine Arbeitsgruppe mit den Bundesländern berichtete, könnte diese Neuerung bereits im übernächsten Jahr in Kraft treten.

Dem Bericht zufolge sollen Computerprogramm dann vollständig die Steuererklärungen prüfen. Durch die computergestützte Fallbearbeitung könnten künftig "Steuerbescheide auch vollautomatisch ergehen", heiße es in dem Papier.

Software für den Steuerdschungel

Steuer-Software

Computerprogramme sind eine gute Alternative zu ellenlangen Steuerformularen. Sie übernehmen das Ausfüllen und geben Tipps zum Steuersparen. Die Kosten für die Software sind sogar von der Steuer absetzbar. In komplizierten Fällen ist ein Lohnsteuerhilfeverein oder ein Steuerberater aber meist die bessere Wahl.

Günstige Programme

Es gibt zwei Klassen von Steuersoftware. Preiswerte und schlichte Lösungen kosten ab zehn Euro und sind teils auch im Supermarkt zu haben. Sie helfen bei einfachen Steuerfällen. Auch das kostenlose Programm Elster-Formular der Finanzämter ist für einfache Fälle geeignet - hier gibt es allerdings keine Steuerspartipps.

Teure Programme

Wer hohe Werbungskosten etwa für Fahrten oder doppelte Haushaltsführung hat, ist mit den umfangreichen und teureren Programmen besser bedient; genauso Kapitalanleger, Immobilienbesitzer und ungeübte Anwender. Wer sich einmal für ein Programm entschieden hat, sollte dabei bleiben. Das spart Zeit fürs Einarbeiten und erleichtert die Übernahme von Daten aus dem Vorjahr.

Installation

Die Installation läuft bei den meisten Programmen problemlos. Das Nachsehen haben manchmal Nutzer von Apple-Computern oder Rechnern mit Linux: Die meisten Programme gibt es nur für Windows. Eine Alternative sind reine Internetprogramme - diese haben manchmal aber nur wenige Detailfragen. Aufpassen sollten Anwender, dass ihnen bei der Installation keine kostenpflichtigen Update-Abonnements angeboten werden.

Aktualisierung

Bei allen Programmen ist direkt nach der Installation eine Aktualisierung Pflicht, weil bei der Programmierung die neuesten Steueränderungen noch nicht berücksichtigt wurden. Die Hersteller verbessern die Programme zudem laufend und merzen dabei Fehler aus. Diese Updates sollte die Software auf jeden Fall kostenlos anbieten.

Erste Schritte

Am Anfang steht bei allen Programmen die Eingabe der persönlichen Daten wie Name, Adresse, Anzahl der Kinder, Steuernummer und zuständiges Finanzamt. Danach wählt das Programm die benötigten Formulare aus.

Menüführung

Die meisten Programme bieten verschiedene Wege zur Eingabe der Daten. Versierte Benutzer können die einfache Formulareingabe wählen, für Einsteiger bietet sich der Interview-Modus an - hier fragt das Programm Schritt für Schritt die nötigen Daten ab. Bei den meisten Programmen tauchen jeweils Steuerspartipps und Erklärungen auf dem Bildschirm auf, auch gibt es teils Verknüpfungen zu Nachschlagewerken oder erklärende Videos. Die Qualität der Tipps unterscheidet meist die preiswerten von den teureren Programmen.

Ab zum Finanzamt

Viele Programme überprüfen die Eingaben der Nutzer direkt bei der Eingabe oder vor dem Abschluss auf Plausibilität. Elster macht das etwas grober, die Kaufsoftware genauer. So lassen sich vor allem Tippfehler und Zahlendreher vermeiden. Zudem informieren die Programme über den Stand der Steuererstattung oder -nachzahlung. Die meisten Programme schicken die Steuererklärung direkt über das Internet an das Finanzamt.

Die Programme sollten in der Lage sein, fehlerhafte oder falsche Angaben zu erkennen. Das Risikomanagement solle so programmiert werden, dass es zweifelhafte Fälle zur Prüfung durch Finanzbeamte aussteuere. Außerdem seien auch künftig weiter Zufalls- und Turnusprüfungen durch Finanzbeamte vorgesehen. Steuerzahler müssten Belege über Ausgaben nicht mehr beilegen - diese würden "bei entsprechendem Anlass" gezielt von den Finanzämtern angefordert.

Ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums sagte am Sonntag auf Anfrage dazu, es gebe immer Überlegungen, wie neue elektronische Möglichkeiten gewinnbringend eingesetzt werden könnten - auch im Besteuerungsverfahren. Dies sei ein laufender Prozess.

Von

afp

Kommentare (1)

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Herr Josef Schmidt

29.09.2014, 10:16 Uhr

Kann man auch nicht Politiker durch Programme ersetzen ? Ich glaube wir hätten nur Vorteile davon.

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