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19.02.2014

09:22 Uhr

Fernüberwachung

Frühwarnsystem für Herzpatienten

VonMaike Telgheder

Die Berliner Firma Biotronik ist Pionier im Markt der Patientenüberwachung. Seit mehr als zehn Jahren sorgen ihre Produkte in über 60 Ländern für mehr Sicherheit von Herzpatienten.

CardioMessenger von Biotronik: Über die Telefonleitung sendet das Gerät die Patientendaten zum behandelnden Arzt. BIOTRONIK GmbH u. Co. KGPR

CardioMessenger von Biotronik: Über die Telefonleitung sendet das Gerät die Patientendaten zum behandelnden Arzt.

FrankfurtGesendet wird mitten in der Nacht: Wenn der Patient schläft, schickt sein Cardio-Messenger vom Nachtisch aus via Telefonnetz den Bericht vom Tage zur Überwachungsstelle – mit allem Wissenswerten über den Funktionszustand des Herzmuskels. Das Service-Center bereitet die Daten auf und stellt sie dem behandelnden Arzt über eine gesicherte Website zur Verfügung. So kann der Mediziner bei einer Verschlechterung der Herzfunktion seines Patienten möglichst frühzeitig eingreifen.

Jedes Jahr erhält weltweit mehr als eine Million Patienten einen Herzschrittmacher. Bei vielen überwacht das System von Biotronik die Funktion: Bis heute wurde das Home-Monitoring-System der Berliner über 650.000 Mal in mehr als 60 Ländern eingesetzt. Die Firma bietet bereits seit der Jahrtausendwende die kabellose Fernüberwachung von Patienten mit Herzschrittmachern und implantierbaren Defibrillatoren an. Letztere bringen das Herz mit Stromstößen zum Schlagen. Die Implantate zeichnen Arrhythmien des Herzens automatisch auf, eine eingebaute kleine Antenne sendet die Daten per Funk an den Cardio-Messenger des Patienten.

Im Notfall, wenn sich der Zustand des Patienten plötzlich verschlechtert, wird der Arzt zudem vom Service-Center per Mail, SMS oder Fax benachrichtigt. Die gesamte Überwachung erfolgt vollautomatisch, der Patient muss lediglich das Empfangsgerät, das ein bisschen an ein Babyfon erinnert, mit sich führen.

Laut einer Studie aus Frankreich hatten Patienten, die mit dem Überwachungssystem von Biotronik ausgestattet waren, ein um 70 Prozent niedrigeres Risiko, ins Krankenhaus eingewiesen zu werden. Außerdem konnten die Kosten für die ambulante Behandlung der Patienten um 315 Euro beziehungsweise zehn Prozent pro Patient und Jahr gesenkt werden.

Dennoch wird das Home-Monitoring längst nicht von jeder Krankenkasse finanziert. In Deutschland hat von den gesetzlichen Kassen laut Biotronik nur die DAK Gesundheit die Fernüberwachung im Leistungskatalog.

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