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12.05.2015

13:22 Uhr

Google und der Schwachpunkt Mensch

Wenn das Auto nicht am Unfall schuld ist

VonAxel Postinett

Unfälle hat es immer gegeben. Das soll sich ändern mit Hilfe selbstfahrender Autos. Aber jetzt zeigt sich: Auch das Auto, das Google & Co. entwickeln, ist noch längst nicht so sicher wie erhofft.

Das selbstfahrende Auto ist ein wichtiges Projekt – und das wird jetzt ein Automanager führen. ap

Google-Auto

Das selbstfahrende Auto ist ein wichtiges Projekt – und das wird jetzt ein Automanager führen.

San FranciscoEs hat gescheppert. Elfmal waren Googles selbstfahrende Autos seit 2009 in Unfälle verwickelt. Das räumt der Web-Riese in einem Blogeintrag am Montag ein. Aber niemals sei das Zukunftsauto schuld gewesen, heißt es. Es waren immer Menschen.
Google geht in die Offensive. Nachdem die Nachrichtenagentur AP über drei Unfälle mit Google-Autos alleine seit September 2014 berichtet hatte, brach der Chef der Autosparte, Chris Urmson, sein Schweigen: „Wenn man oft genug auf der Straße ist, passieren Unfälle, egal ob man in einem selbstfahrenden Auto ist oder nicht“, erklärt Urmson im Firmenblog lapidar. Manchmal werde das Auto im Stehen von einem anderen getroffen, kleine Rempler, wie sie im Alltag immer wieder vorkommen. Alle elf Unfälle mit Google-Autos seien in diese Kategorie einzuordnen. Und nicht ein einziges Mal, betont Urmson, sei das Auto schuld gewesen. „Auf 1,7 Millionen Meilen haben wir viel über unser System gelernt“, heißt es in dem Blog, „und darüber, wie Menschen fahren“.

Laut Agentur AP waren seit September 2014 insgesamt vier autonom in Kalifornien fahrende Fahrzeuge in Unfälle verwickelt. Die Agentur beruft sich dabei auf eine ungenannte Quelle, die Kenntnis der Unfallberichte haben soll. Seit September dürfen computergesteuerte Autos offiziell auf Kaliforniens Straßen unterwegs sein, und alle Zwischenfälle müssen im Rahmen des Pilotprojekts gemeldet werden.

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Drei der Fahrzeuge seien umgebaute Lexus-Modelle von Google gewesen, eines ein umgebauter Audi des Zulieferers Delphi. Bei zwei der Unfälle habe der Computer gesteuert, bei zweien waren Menschen am Steuer. Alle Unfälle seien bei niedriger Geschwindigkeit oder im Stand passiert, heißt es. Es gab nur Blechschäden, so die Agentur, keine Verletzten oder gar Tote. Während Google die Unfälle nicht weiter beschreiben will, legte Delphi der Agentur einen Unfallbericht vor. Das Cyberauto traf keine Schuld. Das Verkehrsministerium kommentierte die Berichte nicht. Man sei zum Schweigen verpflichtet.

Doch das Problem ist da: Sicherheit ist das zentrale Verkaufsargument für Computerautos. Die Diskussion um die Gefahren durch autonom gesteuerte Autos nimmt zu, seit auch schwere Lkw als Selbstfahrer auf den Straßen Nevadas unterwegs sind. Allerdings muss auch hier, wie bei den Personenwagen in Kalifornien, zur Sicherheit immer ein Fahrer mit Führerschein im Cockpit sitzen.

Bei den Daimler-Lkw habe es bislang keinerlei Zwischenfälle gegeben, bestätigte eine Sprecherin Handelsblatt Online auf Anfrage. Um die Ausnahmegenehmigung für die Straßenzulassung zu erhalten hätten die 30-Tonnen schweren Fahrzeuge rund 10.000 Meilen unfallfrei auf Nevadas Highways zurücklegen müssen. Zwei umgebaute S-Klasse-Modelle sind in Kalifornien unterwegs. Auch sie hätten bislang niemals ein Problem gehabt. Anders als Google oder Delphi will Daimler aber keine völlig fahrerlosen Autos bauen und nur den Langstreckenverkehr auf den Autobahnen automatisieren. Sie sind deutlich sicherer für Computer-Autos. Google rechnet vor, dass die Wagen im Stadtverkehr achtmal häufiger ein Problem hatten.

Kommentare (8)

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Herr Josef Schmidt

12.05.2015, 13:49 Uhr

Kann man solche Autos nicht unserer Politiker zur Verfügung stellen ? Die Fahrbereitschaft verursacht Kosten die man so einsparen kann.

G. Nampf

12.05.2015, 13:54 Uhr

@Josef Schmidt

Und wir wüßten jederzeit, wo die sich herumtreiben......

Herr Josef Schmidt

12.05.2015, 13:59 Uhr

Ich würde sie dauerhaft im abgesperrtem Gelände im Kreisverkehr rumfahren lassen damit sie keine Dummheiten mehr anstellen und auch sicher von anderen Verkehrsteilnehmer sind.

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