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26.02.2014

09:46 Uhr

IT-Sicherheit

Wenn Herzen plötzlich Handys öffnen

VonChristof Kerkmann

Bezahlen per Fingerdruck: Samsung setzt im Galaxy S5 auf biometrische Erkennung. Andere Firmen wollen das Passwort durch Herzschlag und Stimme ersetzen. Ihre größte Aufgabe: Die Nutzer von der Sicherheit überzeugen.

Nutzer des neuen Galaxy S5 von Samsung können ihr Gerät nicht nur per Fingerabdruck entsperren, sonder auf diese Weise sogar bezahlen.sogar ap

Nutzer des neuen Galaxy S5 von Samsung können ihr Gerät nicht nur per Fingerabdruck entsperren, sonder auf diese Weise sogar bezahlen.sogar

BarcelonaEs dauert nur einen Augenblick, im wahrsten Sinne des Wortes. Einmal in die Kamera gucken, einmal zur Seite schielen – schon ist das Smartphone entsperrt. Das Start-up Eye Verify hat eine Technologie entwickelt, die Passwörter überflüssig macht.

Auf dem Mobile World Congress in Barcelona suchen die Macher aus Kansas City nun Kunden. „Das kann jeder sein, der sensible Informationen auf dem Gerät speichert“, sagt Manager Chris Barnett – ob Arzt, Manager oder Finanzberater.

Das iPhone 5s lässt sich mit dem Fingerabdruck entsperren, Nutzer des neuen Galaxy S5 von Samsung können sogar so bezahlen – und geht es nach Eye Verify, lassen sich viele Smartphones künftig auch mit einem Augen-Scan aktivieren: Immer häufiger werden mobile Geräte mit biometrischen Verfahren abgesichert.

Biometrische Systeme

Jeder Mensch ist anders

Biometrie ist die Messung an Lebewesen. Biometrische Erkennungsverfahren machen sich zunutze, dass jeder Mensch anders ist – und sich das auch technisch feststellen lässt.

Fingerabdruck

Am bekanntesten ist die Erkennung per Fingerabdruck – Forscher gehen davon aus, dass die Struktur bei jedem Menschen einzigartig ist, selbst bei Zwillingen. Die Polizei sucht damit schon seit Jahrzehnten nach Tätern. Allerdings haben einige Menschen keinen Fingerabdruck.

Stimme

Selbst wenn Menschen sehr ähnliche Stimmen haben, kann der Computer spezifische Charakteristika feststellen, etwa in der Färbung der Sprache und in den Ausschlägen. Dieses Verfahren eignet sich beispielsweise fürs Online-Banking.

Auge

Die Struktur der Regenbogenhaut im Auge, Iris genannt, ist ebenfalls einzigartig. Mit einem Scanner können Menschen anhand dessen eindeutig erkannt werden.

Herzschlag

Auch der Herzrhythmus eines jeden Menschen ist individuell. Mit einem Elektrokardiogramm lässt er sich messen. Die Sensoren können inzwischen auch feine Unterschiede ausmachen – eine Voraussetzung für eine biometrische Erkennung.

Andere Verfahren

Der technologische Fortschritt erlaubt in Zukunft auch andere Erkennungsverfahren. So können Menschen theoretisch auch an ihrem Gang oder Körpergeruch erkannt werden.

Die Marktforschungsfirma Gartner erwartet, dass 2016 rund 30 Prozent aller Organisationen solche Verfahren nutzen werden. Bislang sind es lediglich 5 Prozent. Die Technik ist erforscht und funktioniert – die größte Herausforderung ist nun, die Anwender von deren Sicherheit zu überzeugen.

Das Kalkül ist einfach: Sichere Passwörter sind kompliziert, und sie sollten regelmäßig geändert werden. Für die Nutzer ein Graus. Mancher heftet deswegen seine Zugangsdaten mit einem Post-it an den Monitor oder speichert sie in einem Dokument auf seinem Desktop. Datendiebe haben es dann leicht.

„Wir schützen unsere digitalen Leben immer noch mit dieser ziemlich alten, ziemlich unsicheren Technologie“, sagt Anuj Nayar, Manager beim Bezahldienstleister Paypal.

Der Fingerabdruck oder die Struktur des Auges sind dagegen mehr oder weniger einmalig, weshalb sie einen Nutzer eindeutig identifizieren können. Und zwar binnen Sekundenbruchteilen. Das sei bequemer und gleichzeitig sicherer, betont Nayar, dessen Firma mit Samsung kooperiert, um Zahlungen per Fingerdruck zu ermöglichen.

Kommentare (1)

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26.02.2014, 11:10 Uhr

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