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03.09.2014

12:54 Uhr

Leit-Artikel Qivicon

Reifende Fernbedienung fürs smarte Haus

VonChristof Kerkmann

Heizung runter, Jalousien hoch, Kaffeemaschine aus – oder umgekehrt: Die Plattform Qivicon soll das Zuhause zum Smart Home machen. Auf der Ifa kündigt die Telekom diverse Neuerungen an. Für wen lohnt sich der Kauf?

DüsseldorfNicht nur der Name klingt exotisch. Qivicon, die Telekom-Plattform zur Heimvernetzung, besitzt auch eine Eigenschaft einer exotischen Frucht: Wie eine grüne Banane reift das Produkt beim Kunden. Seit dem Start vor einem Jahr hat der Konzern die App gründlich überarbeitet, heute stellt er auf der Internationalen Funkausstellung (Ifa) in Berlin etliche neue Geräte vor, die sich damit künftig steuern lassen – sogar vom Auto aus. Sollten die Ankündigungen bald wahr werden, wäre das ein deutlicher Schritt nach vorne.

Qivicon ist eine Plattform, die Smart-Home-Produkte verschiedener Anbieter integriert. Nutzer sollen Heizung, Lampen und Jalousien, bald auch Wäschetrockner und Kaffeeautomaten mit dem Smartphone steuern können – ganz ohne große Fummelei bei der Installation. Somit verspricht Qivicon einen Komfort, den bislang nur deutlich teurere Systeme bieten.

Verschiedene Anbieter vermarkten Qivicon-Produkte, neben der Telekom etwa auch die Energieanbieter EnBW und Vattenfall. Der Bonner Telekommunikationsriese verkauft derzeit für 300 Euro ein Einsteigerpaket. Es enthält zum einen die Basisstation, die per WLAN verschiedene Geräte steuert. Zum anderen sind darin zwei Heizthermostate, ein Rauchmelder sowie ein Funkstecker zu finden.

Qivicon in aller Kürze

Was ist es?

Ein Paket für die Heimvernetzung.

Was ist in der Verpackung?

Die Basisstation, zwei Heizthermostate, ein Funkstecker, ein Rauchmelder. Die App zur Steuerung der Geräten gibt es kostenlos im App Store oder bei Google Play.

Was sagt die Werbung?

„Das Smart Home der vielen Marken.“

Was kostet es?

Für das Basispaket werden 300 Euro fällig, zusätzliche Sensoren kosten extra.

Was ist gelungen?

Die Einrichtung ist einfach, die Bedienung mit dem Smartphone klappt einwandfrei. Die App erlaubt nach einem Update eine genauere Steuerung der Geräte. Weil die Plattform offen ist, ist mit einer Erweiterung des Angebotes zu rechnen.

Was ist nicht so gelungen?

Die Auswahl der Geräte ist noch überschaubar, somit auch der Nutzen des Systems.

Ist das Produkt empfehlenswert?

Das hängt davon ab, was man machen will. Die Heizung lässt sich mit Qivicon beispielsweise bequem steuern, wenn auch zu einem hohen Preis. Generell sind die Nutzungsmöglichkeiten aber noch begrenzt.

Für die Einrichtung benötigt der Kunde weder Elektrikerlehre noch Informatikstudium, die Schritte sind in der Anleitung einfach beschrieben und gehen schnell von der Hand. Zunächst wird die Basisstation an den Router angeschlossen, danach legt man sich auf der Qivicon-Webseite ein Nutzerkonto an und gibt dort die Seriennummer des Geräts ein. Anschließend werden die einzelnen Elemente per Tastendruck mit der Zentrale gekoppelt.

Mit dem Basispaket lässt sich zumindest ein einfaches Smart-Home-Szenario umsetzen. Nutzer können etwa die Temperatur im Bad und im Schlafzimmer steuern. Dafür muss man das Thermostat an die Heizung schrauben, was in fünf Minuten erledigt ist. Anschließend lässt sich über die App bequem programmieren, wann es wie warm sein soll. Eine automatische Steuerung, bei der Computer sich an die Gewohnheiten der Hausbewohner anpasst, gibt es derzeit nicht.

Für mehr gefühlte Sicherheit soll der Rauchmelder sorgen. Er macht bei einem Alarm nicht nur Lärm, sondern schickt auch eine Nachricht aufs Smartphone. Auch die Funksteckdose fällt in diese Kategorie: Schließt man eine Lampe daran an, kann man händisch oder per Programmierung dafür sorgen, dass es hell wird – etwa um potenziellen Einbrechern vorzugaukeln, dass jemand zu Hause ist. Prinzipiell lassen sich alle Elektrogeräte daran anschließen, ob Kaffeemaschine oder Stereoanlage.

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