Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

03.06.2014

14:15 Uhr

Online-Enzyklopädie

Porno-Vorwürfe gegen Wikipedia

VonTina Halberschmidt

Wikipedia in der Kritik: Auf vielen Seiten der Online-Enzyklopädie, die auch von Minderjährigen genutzt wird, finden sich Links auf pornografische Bilder und Videos. Der Deutsche Lehrerverband schlägt deswegen Alarm.

Die freie Enzyklopädie Wikipedia ist in die Kritik geraten. dpa

Die freie Enzyklopädie Wikipedia ist in die Kritik geraten.

Wie gut funktioniert die freiwillige Selbstkontrolle bei Wikipedia? Normalerweise soll sich die weltgrößte Online-Enzyklopädie selbst regulieren – dank tausender freiwilliger Helfer, Administratoren und Autoren. Aber können sie alles kontrollieren, jeden Eintrag wirklich dauerhaft im Auge behalten?

Aktuell ist das beliebte Nachschlagewerk jedenfalls in die Kritik geraten: Nach Recherchen der Plattform „News4teachers“, die von Lehrern und Journalisten betrieben wird, finden sich in etlichen Beiträgen der Enzyklopädie Links auf pornografisches Material.

Wer beispielsweise das Stichwort „Penetration“ bei Wikipedia eingibt und auf den Link zu Wikimedia  Commons – der Mediensammlung für Bilder, Audio- und Videodateien – klickt, bekommt Fotos von Geschlechtsteilen in Großaufnahme angezeigt. Dazu reißerische Bildunterschriften wie „My penis inside vagina in the doggystyle position“.

Bilder mit pornografischem Inhalt können auch von Minderjährigen angeklickt werden, die bei Wikipedia beispielsweise für die Schule recherchieren, wie dieser Screenshot zeigt.

Bilder mit pornografischem Inhalt können auch von Minderjährigen angeklickt werden, die bei Wikipedia beispielsweise für die Schule recherchieren, wie dieser Screenshot zeigt.

Auch wer bei Wikipedia nach „Piercing“ sucht und dem Link auf Wikimedia folgt, wird schnell fündig: Unter dem Stichwort „Body Piercing“ sind zahlreiche Fotos weiblicher und männlicher Geschlechtsteile mit den unterschiedlichsten Intimpiercings zu sehen.

Auf der Wikipedia-Seite „Samenerguss“ findet sich ein Bild, das – in vier Phasen – einen erigierten Penis während der Ejakulation zeigt. Auf der zum Artikel gehörenden Diskussionsseite wird das von den Administratoren unterschiedlich bewertet: „Eine gezeichnete Darstellung würde vollkommen ausreichen“, kritisiert einer der Autoren. Er fühle sich von dem Wikipedia-Artikel in der jetzigen Form „belästigt“. „Was ist an der Darstellung einer Ejakulation denn so schlimm?,“ erwidert ein anderer „Wikipedianer“. „Alles, was mit einer natürlichen Sexualität zusammenhängt, ist weder schmutzig noch anstößig.“

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×