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10.06.2015

14:20 Uhr

Start-up

„Ein Internet der Werte“

VonFrank Wiebe

Die Firma Ripple Labs hat eine alternatives System zur virtuellen Währung Bitcoin entwickelt. Ripple-Chef Chris Larsen über seine Vision für die Zukunft und ob wir dann überhaupt noch Banken brauchen.

Einige Hedgefonds nutzen sein System, sagt der Chef des Start-ups Ripple Labs aus San Francisco. PETER DASILVA/The New York Times/Redux/laif

Chris Larsen

Einige Hedgefonds nutzen sein System, sagt der Chef des Start-ups Ripple Labs aus San Francisco.

Das Hauptquartier liegt in San Francisco und damit in der Nähe des Silicon Valley. Von hier aus leitet Chris Larsen die Firma Ripple Labs, die an einer Alternative zum Bitcoin arbeitet. Zu den Geldgebern gehören unter anderem die Private-Equity-Firma Andreessen Horowitz, Google Ventures und die Computerfirma Seagate.

Herr Larsen, Ihre Firma hat das Ripple-Protokoll entwickelt. Wie unterscheidet sich das von der Blockchain-Technik, auf der die Digitalwährung Bitcoin beruht?

Ripple lässt sich für alle Währungen nutzen, nicht nur für Bitcoins. Grundsätzlich ließen sich auch Wertpapiere damit handeln. Außerdem werden Zahlungen bei uns sofort bestätigt, bei der Blockchain-Technik dauert es dagegen einige Minuten bis zu einer Stunde.

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Im Finanzgewerbe verspricht die Auslagerung von IT in die Cloud höhere Effizienz. Die Anforderungen an die Dienstleister sind im Spannungsfeld Sicherheit-Verfügbarkeit-Wirtschaftlichkeit jedoch denkbar hoch.

Was ist Ihre Vision für die Zukunft?

Durch eine modernere Infrastruktur wird das Volumen im Zahlungsverkehr explodieren, und die schnelleren, günstigeren Kanäle werden enorme Innovationen nach sich ziehen. Denken Sie daran, wie das Internet mit dem freien, sofortigen Austausch von Informationen gewachsen ist. Wir wollen helfen, ein Internet der Werte zu schaffen.

Wofür können Banken das System einsetzen?

Vor allem für den internationalen Zahlungsverkehr. Da fällt dann der Umweg über Korrespondenzbanken weg. Ripple ist eine Infrastruktur für schnellere und kostengünstigere Zahlungen.

Welche Kunden hat Ripple Labs?

Zum Beispiel die Fidor Bank in Deutschland sowie die regionalen Institute Cross River und CBS in den USA, außerdem die Bezahldienste Earthport und Astropay in London. Ripple ist eine freie Software, sie kann auch ohne uns eingesetzt werden. Es gibt schon Dutzende Pilotprojekte, zum Beispiel auch bei Western Union.

Was sagt die Wall Street zu Ihrem System?

Einige Hedgefonds nutzen es, aber sie wollen nicht genannt werden.

Wie viel Geld verdienen Sie und auf welche Weise?

Wir bieten der Finanzbranche Beratung an. Außerdem halten wir einen Bestand der virtuellen Währung XRP vor, die in unserem System als Brückenwährung im Devisenhandel dient. Wenn die an Bedeutung gewinnt, sollte sie auch im Wert steigen.

Brauchen wir künftig denn überhaupt noch Banken?

Auf jeden Fall. Die Leute werden auch weiter mit den Währungen und den Institutionen Geschäfte machen wollen, denen sie heute vertrauen.

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