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27.09.2014

12:38 Uhr

Wachsende Bedeutung

Mehr Geld für Industrie 4.0

VonChristiane Pütter
Quelle:CIO

Marktforscher bescheinigen Industrie 4.0-Technologien hierzulande ein Marktpotenzial von knapp elf Milliarden Euro. IT-Entscheider können sich also über steigende Budgets freuen. Ein Problem bleibt aber die IT-Sicherheit

Deutschland hat beste Voraussetzungen für Industrie 4.0. Die IT-Sicherheit bleibt jedoch noch ein Problem, so Experten. dpa

Deutschland hat beste Voraussetzungen für Industrie 4.0. Die IT-Sicherheit bleibt jedoch noch ein Problem, so Experten.

DüsseldorfEine Summe von 10,9 Milliarden Euro beziffern die Münchener Marktforscher der Experton Group als Potenzial für die deutsche Wirtschaft in Bezug auf Industrie 4.0. Konkret sind „die notwendigen Produkte und Services“ aus Informations- und Kommunikationstechnologie bis zum Jahr 2020 gemeint. Nach Angaben von Experton erkennen immer mehr Unternehmen die Bedeutung von Industrie 4.0.

Die Marktforscher stützen sich unter anderem auf eine Studie vom Bitkom (Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien), Berlin. Der Branchenverband erwartet, dass die Digitalisierung in wichtigen Branchen in Deutschland bis 2025 durchschnittlich ein jährliches Plus von 1,7 Prozent bei der Bruttowertschöpfung bewirken wird.

Industrie 4.0

Die vierte industrielle Revolution

So mancher sieht die Vernetzung der Fabrik als vierte industrielle Revolution – nach der Mechanisierung mit Wasserkraft und Dampfmaschinen, arbeitsteiliger Massenproduktion auf Fließbändern und Einführung von Elektronik und IT.

Unterschiedliche Begriffe

Für die Vernetzung der Produktionsanlagen wird häufig der Begriff Industrie 4.0 verwendet – die Hannover Messe machte den Begriff vor einigen Jahren populär. Fachleute sprechen auch von cyberphysischen Systemen, in denen also physische und virtuelle Welt sich vermischen. Wenn Gegenstände vernetzt werden, ist auch vom Internet der Dinge die Rede – das gilt nicht nur für Fabriken, sondern auch für Autos oder Häuser.

Industrie kauft immer mehr IT

Weil industrielle Fertigung und IT immer stärker zusammenwachsen, wird die Industrie zu einem wichtigen Kunden für die IT-Branche: Sie trägt inzwischen rund ein Fünftel zum Umsatz bei, wie der Branchenverband Bitkom mitteilt. Da verwundert es nicht, dass die Organisation auf der Industriemesse präsent ist.

Gefördert von der Bundesregierung

Auch die Politik bemisst dem Thema große Bedeutung bei, die Bundesregierung betrachtet Industrie 4.0 in seiner Hightech-Strategie als „Zukunftsprojekt“. Gut für Wirtschaft und Wissenschaft: Das beinhaltet ein Fördervolumen von 200 Millionen Euro.

Viele offene Fragen

Der Durchbruch der Industrie-4.0-Technologie steht indes noch aus. Nicht zuletzt, weil viele Fragen offen sind. Welche Standards gelten? Welche Kommunikationsnetze werden dafür benötigt? Wie ist es um die Sicherheit der Anlagen bestellt?

Glaubt man Experton, können sich IT-Entscheider über steigende Budgets wegen Industrie 4.0 freuen: Von 2013 bis 2020 halten die Analysten ein jährliches Plus von 35 Prozent in diesem Bereich für möglich. In Zahlen: Flossen 2013 noch 316 Millionen Euro in IT-Budgets im Zusammenhang mit Industrie 4.0, werden es 2020 mehr als 2,6 Milliarden sein.

Expertons eigene Daten weisen aus, dass nicht nur Kernbranchen wie Fertigung/Maschinenbau, Automobil/Zulieferer, Chemie/Pharma und Elektroindustrie in puncto Digitalisierung aktiv werden. Es handele sich nicht um ein reines Industrie-Thema, betonen die Marktforscher. Sie rechnen damit, dass sich beispielsweise auch Landwirtschaft, Logistik und das Gesundheitswesen digitalisieren werden.

Die Analysten haben sich außerdem angesehen, wie die Budgets künftig verteilt werden. Ihre Prognose: Im Jahr 2015 geben Unternehmen vor allem für Services rund um System Integration Geld aus, Experton beziffert die Summe auf 131 Millionen Euro. 111 Millionen sollen in Managed Services/Outsourcing investiert werden und knapp 105 Millionen in Consulting.

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